(Foto: CDU/Stadtverband Neukirchen-Vluyn)
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Neukirchen-Vluyn. Wie war’s in Neukirchen-Vluyn mit der CDU? Neukirchen-Vluyn. Die CDU feiert in diesen Tagen ihren 75. Geburtstag. Auch in Neukirchen-Vluyn denkt man an die Anfangszeit zurück. „Wir denken an unsere Parteimitglieder der ersten Stunde, allen voran den ersten Bürgermeister nach der NS-Zeit, Tilmann Bongardt“, erinnert die heutige CDU-Vorsitzende Karin Keesen an die Anfänge ihrer Partei.

Aber der Reihe nach: Am 8. Mai 1945 kapitulierte die deutsche Wehrmacht bedingungslos. Der 2. Weltkrieg war beendet und hatte Millionen von Menschenleben gefordert und eine bis dahin nie gekannte Zerstörung hervorgerufen. Deutschland war eine Ruinenlandschaft mit Millionen von Heimatvertriebenen, Verwundeten und einer großen Zahl noch in Kriegsgefangenschaft befindlicher junger deutscher Männer. Die letzten kehrten erst 1955, mehr als 10 Jahre später, aus russischer Kriegsgefangenschaft heim. Trotz dieser schwierigen menschlichen und materiellen Umstände wurde der politische Neustart nach der Nazi-Barbarei von mutigen Frauen und Männer eingeleitet.

Im Juni 1945 wurde an verschiedenen Orten Deutschlands in den Wirren des besetzten und gezeichneten Landes die Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) gegründet. Inhaltliche Grundlage bildeten die „Kölner Leitsätze“, die am 17. Juni 1945 veröffentlicht wurden. Kurz darauf wurde zu Gründungsversammlungen in unterschiedlichsten Städten aufgerufen. Die CDU sollte dabei helfen, die konfessionellen Gräben von evangelischen und katholischen Christen zu überwinden und in einer Union zu bündeln. Ziel war es, mit pragmatischen und alltagstauglichen Lösungen das Leben der Menschen zu verbessern.

„Die CDU hat diesen pragmatischen Charakter bis heute behalten“, beschreibt die heimische CDU-Vorsitzende Karin Keesen die DNA ihrer Partei. Übrigens: Diese lösungsorientierte DNA machte die CDU zu einer der erfolgreichsten Parteien Europas. Von 71 Jahren Bundesrepublik Deutschland stellte die CDU in 51 Jahren den Bundeskanzler bzw. wie seit 2005 die Bundeskanzlerin.

Aber wie lief die Gründung der CDU in Neukirchen-Vluyn ab und wer waren hier die führenden Köpfe? Im September 1945 wurde ein Antrag bei der britischen Militärregierung auf Erlaubnis der Parteigründung auf Kreisebene gestellt. Am 24. Februar 1946 wurde die CDU in Neukirchen-Vluyn offiziell gegründet.

Auf dieser Gründerliste finden sich bekannte Neukirchen-Vluyner Namen: Tilmann Bongardt (Bauer), Peter Karl Florenz (Bauer und Vater des späteren Europaabgeordneten Karl-Heinz Florenz), Hans Giesen (Kaufmann), Peter Heckrath (Landwirt), Hermann Klumpen (Kaufmann), die Bergleute Hermann Küppers, Paul Moritz und Peter Ostrowski, Heinrich Pieper (Werkzeugschlosser), Gottfried Pleines (Bürobeamter), Josef Schmitz (Elektrosteiger), Hermann Schrooten (Bauer) und Gottfried Vutz (Kaufmann).

Bei der ersten freien Kommunalwahl am 15. September 1946 fuhr die CDU beeindruckende 56,8 Prozent ein und errang 13 von 21 Ratsmandaten. Höhepunkte im politischen Leben der Stadt waren der Besuch von Konrad Adenauer und NRW-Ministerpräsident Franz Meyers 1965. Der damalige Bürgermeister Gerd Haastert (CDU) kandidierte für den Deutschen Bundestag. Auch Kanzler Ludwig Erhard nahm einen Termin in Neukirchen-Vluyn in dieser Zeit wahr.

„Wir sind unseren Vorgängern für die geleistete Arbeit für Neukirchen-Vluyn und die Union sehr dankbar. Wir werden diese Arbeit für Demokratie, Zusammenhalt und Freiheit fortsetzen, aber ganz besonders für die Menschen, ihre Chancen und ihre Zukunft in unserer Stadt“, zeigt sich CDU-Vorsitzende Karin Keesen bewegt und entschlossen. Für 2021 plant die heimische CDU eine Feier aus Anlass des 75. Parteigeburtstages.

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