v.l. Dr. Christoph Müllmann (1. Beigeordneter), Norbert Ballhaus (Fördergemeinschaft für Bergmannstradition), Prof. Dr. Jürgen Wilhelm (LVR Landschaftsversammlung), Prof. Dr. Christoph Landscheidt (Bürgermeister), Susanne Rous (Leiterin Infozentrum), Marcel Groß (Sparkasse Duisburg) und Franz-Josef Lersch-Mense (NRW Stiftung) (Foto: Jan Bergmann)
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Kamp-Lintfort. Durch die Corona-Pandemie musste die offizielle Eröffnung des Infozentrums Stadt- und Bergbau im ehemaligen Pumpenhaus neben dem Lehrstollen verschoben werden. Nun konnte aufgrund der aktuellen Lage die Eröffnung zumindest im kleinen Rahmen stattfinden. Das ehemalige Pumpenhaus des Bergwerks West wurde mit Mitteln der Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat und Kulturpflege und mit viel Eigenleistung der Ehrenamtlichen der Fördergemeinschaft für Bergmannstradition saniert. Mit Fördergeldern des Landschaftsverbandes Rheinland und Mitteln der Stadt Kamp-Lintfort wurde das Gebäude anschließend in ein modernes Informationszentrum für Stadtgeschichte und Bergbau transformiert.

„Wir sind dankbar für die enorme Leistung der Fördergemeinschaft, die mit viel Schweiß und Elan das Zentrum in monatelanger Handarbeit komplett umgebaut hat. Besonders der Außenbereich mit den vielen Großgeräten aus dem Bergbau ist eine enorme Teamleistung des Lehrstollenteams und den Arbeitern der Qualifizierungsmaßnahme der TÜV Nord Bildung“, so Bürgermeister Prof. Dr. Christoph Landscheidt. „Möglich wurde das Ganze aber auch durch die großzügige finanzielle Unterstützung des Landes NRW, des LVR, der NRW-Stiftung und der Sparkassenstiftung der Sparkasse Duisburg. Wir haben nun ein absolutes Schmuckkästchen mit Andenken an die Kamp-Lintforter Geschichte, die natürlich eng mit dem Bergbau verbandelt ist. Die Ausstellung zeigt aber auch, dass wir mit Energie in die Zukunft wollen, ob unser Klimaschutzkonzept für die Stadt, das Wasserstoffpilotprojekt am Asdonkshof oder die Vernetzung von Hochschule und Unternehmen der Region. In Kamp-Lintfort gibt es trotz Ende des Bergbaus keinen Stillstand!“

Der 1. Beigeordnete Dr. Christoph Müllmann ergänzt: „Zusammen mit dem nebenan angesiedelten Lehrstollen und dem Außengelände, auf dem Großgeräte des ehemaligen Bergwerks präsentiert werden, ist das Infozentrum Stadt und Bergbau eine einmalige Attraktion am linken Niederrhein. Nach der Landesgartenschau kommt noch der Förderturm in enger Kooperation von Stadt und Fördergemeinschaft mit ins Portfolio des Zentrums.“ Der Schwerpunkt der Ausstellung im Pumpenhaus liege naturgemäß auf dem Thema Bergbau. Dennoch werfe die Ausstellung auch einen Blick auf die jüngste Vergangenheit mit beispielsweise der Ansiedlung der Hochschule und der Entwicklung der Stadt zu mehr Familienfreundlichkeit. Aber auch die zukünftige Entwicklung werde thematisiert: „Gleich nebenan im ehemaligen Schirrhof entsteht aktuell eine neue Kita, die die Bergbautradition mit der Moderne verbindet“, erklärt Müllmann, der als Jugenddezernent auch für den Kitaausbau zuständig ist.

„Stolz war der Bergmann, wenn er von seiner harten Arbeit sprach. Stolz sind wir heute, wenn wir auf dieses neue Infozentrum Stadt und Bergbau blicken. Mein Dank gilt allen, die bei dem Projekt so tatkräftig mit angepackt haben“, so Norbert Ballhaus, Vorsitzender der Fördergemeinschaft für Bergmannstradition. Neben dem Team des Lehrstollen waren das auch die Mitarbeiter der TÜV Nord Bildung. Auch die Sparkassenstiftung hat mit einer Spende für die Fördergemeinschaft den Umbau des Außenbereichs mitfinanziert.

Vorstandsmitglied Franz-Josef Lersch-Mense machte deutlich, warum die NRW-Stiftung die Einrichtung des Infozentrums förderte: „Der unermüdliche Einsatz vieler Ehrenamtlicher für diesen neuen Erlebnisort der lokalen Wirtschafts- und Sozialgeschichte ist enorm. Das hat viel mit dem Heimatgefühl der Menschen in Kamp-Lintfort zu tun, schafft Identität und gehört zu den Kernanliegen der NRW-Stiftung.“

Die Ausstellung im Infozentrum Stadt und Bergbau ist aktuell im Rahmen eines Besuchs der Landesgartenschau zu besichtigen. In Zukunft wird das Infozentrum in enger Zusammenarbeit mit der Fördergemeinschaft für Bergmanntradition, aber auch als zentrale Anlaufstelle für die Stadtinformation dienen, und öffentlich zugänglich sein.

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