Einsatzkräfte der Feuerwehr Grevenbroich überprüften am 14.7.20 in Chemikalienvollschutzanzügen einen geparkten Sattelauflieger, aus dem eine gelblich-braune, stinkende Brühe zunächst unbekannter Herkunft tropfte (Foto: Feuerwehr Grevenbroich)
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Grevenbroich. Dubios-stinkende Brühe tropft aus LKW-Auflieger

Der Verdacht auf austretenden Gefahrstoff aus einem LKW-Anhänger löste am späten Dienstagnachmittag, 14.7., gegen 17:15 einen der ungewöhnlichsten Einsätze der Grevenbroicher Feuerwehr seit Jahren aus. Durchdringender, leicht beißender Geruch unbekannter Herkunft hatte den Fahrer eines LKW aufmerken lassen, der sein Fahrzeug auf der Verlängerung der Lindenstraße in Höhe der Kreuzung zur Lilienthalstraße abgestellt hatte. Auf der Suche nach dem Ursprung des Gestanks bemerkte der Mann eine gelblich-braune Flüssigkeit, die aus einem neben seinem Laster abgestellten Sattelauflieger tropfte. Als der Fahrer zudem einen toten Vogel hinter dem Anhänger liegen sah, alarmierte er die Feuerwehr.

Die wegen der Nähe zur Grevenbroicher Hauptfeuerwache binnen kürzester Zeit eintreffenden Kräfte der Feuerwehr konnten den markanten Gestank bestätigen. Aufgrund der Tatsache, dass sich neben dem Fahrzeug zudem eine größere Lache der unbekannten Brühe gebildet hatte, löste der Einsatzleiter einen Gefahrstoffeinsatz aus und sperrte das Gebiet weiträumig ab.

Während sich ein Trupp für die Erkundung der austretenden Substanz mit Chemikalienvollschutzanzügen ausrüstete, forderte der Einsatzleiter zwei weitere Löscheinheiten für die potenziell arbeitsintensive Lage an. Zusätzlich beorderte er den Messtrupp der Feuerwehr Neuss zur Verstärkung sowie den Fachberater Chemie und eine Fachkraft der Unteren Wasserbehörde zur Einsatzstelle.

Die binnen kurzer Zeit eingetroffenen Spezialisten und die weiteren Einsatzkräfte mussten allerdings nicht mehr nennenswert tätig werden. Denn nachdem es dem Erkundungstrupp gelungen war, den Sattelauflieger zu öffnen, nahm das Einsatzgeschehen eine unerwartete Wende. Statt der befürchteten Fässer oder Container mit möglicherweise gefährlichen Chemikalien fand sich in dem Anhänger nur eine vergleichsweise mindergefährliche Substanz: Tausende Dosen Bier belgischer, niederländischer, spanischer und polnischer Brauereien.

Mehrere der Bierpaletten waren auf dem Hänger offenbar schon vor einiger Zeit umgestürzt und unzählige Dosen leckgeschlagen. Die schimmlig-gärende Brühe hatte dann begonnen, aus dem Hänger auf die Straße zu tropfen und dort in der Wärme des Tages begonnen, einen zwar beißenden, letztendlich aber ungefährlichen Geruch zu entwickeln. Da von dem alten Bier darüber hinaus kein weiteres Risiko ausging, konnte die Feuerwehr die Einsatzstelle nach rund 45 Minuten ans Ordnungsamt übergeben und den Gefahrguteinsatz beenden. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Herkunft des Bieres und zum Eigentümer des Sattelaufliegers übernommen.

Eingesetzt waren insgesamt rund 60 Kräfte der Hauptamtlichen Wache sowie der Löscheinheiten Stadtmitte, Wevelinghoven, Gustorf/Gindorf und Kapellen sowie des Rettungsdienstes. Ebenfalls am Einsatzort waren der stellvertretende Kreisbrandmeister, der Fachberater Chemie, sowie ein Vertreter der unteren Wasserbehörde. (ots)

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