(Foto: Polizei)
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Geldern. Die Masche der falschen Polizeibeamten dürfte inzwischen vielen Menschen ein Begriff sein, dass nun aber auch falsche Knöllchen verteilt werden, fiel am Montag (20.07.2020) einem 86-jährigen Gelderner auf, der den vermeintlichen Strafzettel der Polizei übergab.

Der Senior hatte seinen PKW zwischen 12:50 Uhr und 13:05 Uhr im Bereich einer Bushaltestelle am Boeckelter Weg geparkt, eigentlich auf einer Sperrfläche, aber mit der vorliegenden Sondergenehmigung der Stadt Geldern erlaubt. Dennoch fand er eine Zahlungsaufforderung an seinem Fahrzeug, nach der er, wegen Falschparken, einen Betrag von EUR 55,- an ein angebliches Konto der Firma NIAG bezahlen sollte. Für eine schnelle Überweisung innerhalb von sieben Tagen werde ihm sogar ein “Rabatt” in Höhe von 30% gewährt.

Der Gelderner wollte zunächst den geforderten Betrag überweisen, doch der täuschend echt aussehende Zettel mit Firmenlogo machte ihn dennoch stutzig. Er wendete sich an das Ordnungsamt, wo man ihm mitteilte, dass lediglich die Stadt Geldern, sowie die Polizei befugt sind, den öffentlichen Verkehrsraum zu überwachen und Verstöße zu ahnden. Dies wird auch von der NIAG so bestätigt, die jetzt eine Anzeige gegen den Urheber des falschen Knöllchens prüft.

Ob noch mehr derartige Knöllchen im Umlauf sind, ist derzeit unbekannt. Zwar dürfen unter bestimmten Bedingungen auch private Unternehmen Strafzettel verteilen, dennoch sollten diese gründlich geprüft werden. Hat wie im vorliegenden Fall eine Firma mit Sitz in Moers eine Bankverbindung in einer ganz anderen Stadt, sollte man misstrauisch werden.

Im Zweifelsfall kontaktieren Sie bitte direkt das Unternehmen, von dem der angebliche Strafzettel kommt, oder die zuständige Polizeiwache.

Der 86-jährige aus Geldern erstattete Anzeige, die Kripo ermittelt nun wegen Betruges. Hinweise zu verdächtigen Personen oder Beobachtungen nimmt die Kripo Geldern unter 02831 1250 entgegen. (ots)

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