Georg Schnitzler (Fachbereichsleiter "Bauen und Planen"), Christopher Tittmann (Klimaschutzmanager), Willi Tenhagen (allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters) (Foto: privat)
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Sonsbeck. Am Ende wurde es dann zeitlich doch noch knapp. Mitte Juni 2020 ging der Bewilligungsbescheid im Rathaus ein, ansonsten wäre das zunächst bis zum 30.06.2020 befristete Klimaschutzmanagement in der Gemeinde Sonsbeck ausgelaufen.

Durch die Verlängerung des Klimaschutzmanagements nun bis zum 30.06.2022 verlängert sich auch der Arbeitsvertrag des Klimaschutzmanagers Christopher Tittmann um weitere zwei Jahre. Christopher Tittmann trat erst am 01.01.2020 die Nachfolge von Miriam Böckmann an, die zu einer anderen Kommune gewechselt war.

Willi Tenhagen, allgemeiner Vertreter des derzeit erkrankten Bürgermeisters, Fachbereichsleiter Georg Schnitzler und Klimaschutzmanager Christopher Tittmann erläutern die Aufgabenschwerpunkte der nächsten zwei Jahre.

Das Klimaschutzmanagement sieht neben der Fortführung der bisherigen Handlungsfelder „Private Haushalte und Bildung“, „Wirtschaft“ und „Erneuerbare Energien“ das neue Handlungsfeld „Mobilität“ vor. Hierunter fallen die „Optimierung des Sonsbecker ÖPNV“, „Sonsbeck fährt Rad“ und die „Initiative E-Mobilität“.

Optimierung des Sonsbecker ÖPNV

Das Angebot des Öffentlichen Personennahverkehrs ist in Sonsbeck bereits grundlegend ausgebaut. Dennoch zeigt sich ein Potenzial in der Auslastung und im Ausbau des ÖPNV-Angebots. Um die Fahrgastzahlen des ÖPNVs in der Gemeinde Sonsbeck zu erhöhen, sollen die Rahmenbedingungen verbessert werden. Hierzu sollen folgende Aspekte überprüft und ggf. umgesetzt werden:

  • Prüfung zur Erweiterung des Angebots des Busverkehrs (Engere Taktung für die regionalen Anbindungen, Bedarfsanalyse Nachtbus),
  • Potenzialanalyse zur Umstellung des Bürgerbusses auf E-Antrieb im Rahmen einer Neuanschaffung
  • Zur Unterstützung von älteren und mobilitätseingeschränkten Fahrgästen sollen ehrenamtliche „Buspaten“ ausgebildet werden (Kooperation mit dem laufenden Projekt „Nachbarschaftsbetreuung“)

Im Rahmen dieser Maßnahme soll die Gemeinde Sonsbeck als Schnittstelle zwischen den Verkehrsverbünden und Bürgern agieren, um mögliche Potenziale zu finden sowie ggf. Wünsche und Anregungen an die verantwortlichen Akteure weiterzuleiten. Hierfür kann eine Kommunikationsplattform über die gemeindliche Homepage aufgebaut werden.

Das CO2-Einsparpotenzial beträgt pro Jahr und Person, die mit dem ÖPNV statt dem Auto zur Arbeit fährt, bei einer Entfernung von 20 km ca. 1,1 t CO2/Jahr.

Sonsbeck fährt Rad“

In Sonsbeck ist das Radfahren bereits sehr etabliert. Dies soll auch künftig weiter vorangetrieben werden. Daher gilt es auch hier, das Radfahren weiterhin verstärkt zu bewerben, hier besonders die alltägliche Nutzung des Fahrrads für kurze Strecken. Um den Rahmen der Fahrradnutzung in der Gemeinde zu analysieren, kann im Rahmen dieser Maßnahme eine Verkehrszählung der Radfahrer durchgeführt werden. Zudem könnte ein Mobilitätstag „Fahrrad“ als Aktionstag geplant werden. Generell soll zudem das Image der Fahrradfahrer verbessert werden. Hier können Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrserziehung der Radfahrer entwickelt werden.

Zur Stärkung des Radverkehrs ist der Ausbau und die Instandhaltung der Radwege ein wesentlicher Baustein. Um die Infrastruktur der Radwege zu optimieren und für die Zukunft sicherzustellen, sollen verschiedene Ansätze verfolgt und untersucht werden:

  • Instandhaltungen und Pflege der Radwege
  • Ausbau der Radinfrastruktur (bessere Vernetzung der Radwege)
  • Schaffung von Fahrradstellplätzen (Fahrradboxen)

Zusätzlich soll im Zuge dieser Maßnahme auch die Möglichkeit des Aufbaues mehrerer Fahrradstationen geprüft werden. Hier können E-Fahrräder, Pedelecs und Lastenräder zum Verleih zur Verfügung gestellt werden.

Auch in diesem Bereich ist das CO2-Einsparpotenzial enorm. Jeder Kilometer, der anstatt mit dem Auto mit dem Fahrrad gefahren wird, spart durchschnittlich 0,12 kg CO2 ein. Unter der Annahme, dass jährlich 1500 Personen mit dem Fahrrad fahren und 100 km zurücklegen, ergibt sich eine CO2-Einsparung von 18 Tonnen/Jahr.

 

Initiative E-Mobilität

Um die Nutzung der E-Mobilität zu unterstützen, ist die Schaffung von entsprechenden Rahmenbedingungen wesentlich, hier insbesondere die Installation von Ladestationen an zentralen Knotenpunkten, den Ausbau der Netzstruktur und die allgemeine Erhöhung der Akzeptanz für alternative Mobilitätsformen.

In der Gemeinde Sonsbeck sollen daher verschiedene Projekte zur Unterstützung der E-Mobilität umgesetzt werden:

  • Hinweis auf die Nutzung von E-Fahrzeugen im Rahmen von Existenzgründungsseminaren
  • Organisation eines Informationstages zum Thema E-Mobilität (ggf. in Anlehnung an die Europäische Mobilitätswoche)
  • Förderung von E-Bikes als Zubringer für den ÖPNV (ggf. könnte der Verkehrsträger eine Abo-Aktion starten, bei der Abonnenten eines Bustickets ein Pedelec kostenlos für mehrere Monate nutzen können; ähnliche Aktionen wurden bereits im Kreis Steinfurt umgesetzt)
  • Anschaffung von E-Bikes/Pedelecs als Dienstfahrräder für die Gemeindeverwaltung.

Durch den Einsatz eines E-Fahrzeugs, das mit EE-Strom bespeist wird, können bei einer identischen Autofahrt von 10 km bis zu 3 kg CO2 (im Vergleich zu konventionellem Antrieb) eingespart werden. Unter der Annahme einer jährlichen Fahrleistung von 30.000 km und 20 Bürgern, die ihr Fahrzeug auf E-Antrieb umstellen, wäre eine jährliche CO2-Einsparung von 180 Tonnen möglich.

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