Ralf Köpke (Foto: Frank Brouren)
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Neukirchen-Vluyn. Die Auswirkungen der Corona Krise machen sich derzeit auch auf dem Ausbildungsmarkt am Niederrhein und in Neukirchen-Vluyn bemerkbar. „Nach den Zahlen der Agentur für Arbeit Wesel scheint zwar die Lage auf dem Papier ausgeglichen zu sein, zum 30.06. suchten laut Arbeitsagentur Wesel 1033 Jugendliche eine Lehrstelle, dagegen sind 1159 unbesetzte Ausbildungsstellen im Kreis Wesel gemeldet gewesen, dennoch müssen wir einen derzeitigen Rückgang in einigen Branchen von bis zu 20% der gemeldeten Ausbildungsstellen im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen“, so Ralf Köpke, unabhängiger Bürgermeisterkandidat der SPD Neukirchen-Vluyn. Allerdings machen sich, laut Köpke die Auswirkungen der Corona-Krise auf der Angebotsseite wie auf der Bewerberseite deutlich bemerkbar. So haben sich von März bis Juni deutlich weniger Bewerber bei der Arbeitsagentur gemeldet als in den vergangenen Jahren und die Anzahl der neu gemeldeten Lehrstellen lag weit unter dem üblichen Durchschnitt der letzten Jahre.

„Kurz vor dem Ausbildungsstart im August und September wird nun deutlich, dass Betriebe noch zögern Plätze zur Verfügung zu stellen, weil die wirtschaftlichen Folgen noch nicht absehbar sind. Daneben konnten in den letzten Monaten bedingt durch die Krise so gut wie keine Aktivitäten, Bewerberrunden, Werbeaktivitäten durchgeführt werden. Darüber hinaus sind durch fehlenden Berufsschulunterricht teilweise die Abschlussprüfungen weit nach hinten verschoben worden, sodass für viele Unternehmen auch nicht klar war, wie und wann der Start ins neue Ausbildungsjahr erfolgen wird“, so Ralf Köpke weiter.

Als positiv bezeichnet Köpke die intensiven Bemühungen der Agentur für Arbeit, der IHK und der Handwerkskammer jetzt verstärkte Aktivitäten zu entwickeln, um Betriebe und Auszubildende zusammen zu bringen. Köpke appelliert an die Arbeitgeber, jetzt schon an die Zeit nach Corona zu denken und den Fachkräftebedarf der Zukunft jetzt genau in den Blick zu nehmen. „Wer zukünftig Fachkräfte benötigt, muss sich gerade jetzt um die Sicherung und Ausbildung in seinem Unternehmen kümmern und hier ist noch viel Luft nach oben, wenn durchschnittlich bundesweit nur 23% der ausbildungsfähigen Betriebe auch tatsächlich ausbilden“, so Köpke abschließend.

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