v.l. Karin Keesen, Dr. Heiko Haaz und Harald Lenßen (Foto: Christian Voigt/LokalKlick)
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Neukirchen-Vluyn. Seit einem Jahr ist sie Vorsitzende der CDU in Neukirchen-Vluyn, nun möchte Karin Keesen mit einem starken Bürgermeister als Kandidat für das Rathaus und einem geschlossenen Team ihr Meisterstück zur Kommunalwahl am 13. September präsentieren: Mit dem Neukirchen-Vluyn-Plan 2025 und den „Sieben Lenßen-Punkten“ will man die Wählerinnen und Wähler für eine dritte Legislaturperiode von Bürgermeister Harald Lenßen gewinnen und die Christdemokraten zurück zur Mehrheitsfraktion führen. Bei der Kommunalwahl 2014 verlor die CDU fast 4 Prozent auf 36,1 Prozent, während sich die SPD mit einem Zugewinn von 4,6 Prozent auf Platz 1 mit fast 40 Prozent vorbeischob. Dieses bedeutete für die Christdemokraten nur 14 Ratssitze, einen weniger als die Sozialdemokraten. Eindeutiger fiel die Bürgermeisterwahl 2015 mit 59,24 Prozent für Harald Lenßen gegen den SPD-Mitbewerber Jochen Gottke (40,76 Prozent) aus.

Geschlossenheit favorisiert die CDU nicht nur bei ihrem Team, der Begriff findet sich auch als Ziele der sechs „Ja zu-“ Oberpunkte für die Gestaltung eines gemeinsamen Neukirchen-Vluyns wieder. Oberste Prämisse ist weiterhin das Zusammenwachsen der „Bindestrichstadt“, erklärt Harald Lenßen nach 11 Jahren Bürgermeisteramt das Fortführen des Fokus seiner CDU. Unabhängig von der parteiinternen Themensammlung seit dem letzten Jahr, flossen die Ergebnisse einer Bürgerbefragung in das Wahlprogramm ein. „Es gab inhaltlich viele Übereinstimmungen“, zeigt sich Partei-Chefin Keesen erfreut und überzeugt den sprichwörtlich richtigen Riecher für die Kritiken, Sorgen, Wünsche und Ideen der Neukirchen-Vluynerinnen und -Vluyner zu haben.

Herausstechend sind beispielsweise bei den sechs Punkten („Sag Ja zu Miteinander“, „Sag Ja zu Wirtschaft, Neuer Arbeit und Digitalisierung“, „Sag Ja zu Mobilität“, „Sag Ja zu Bildung“, „Sag Ja zu Umwelt, Klimaschutz und Nachhaltigkeit“ und „Sag Ja zu Heimat, Sport und Kultur“) die Idee mehr echte Mitentscheidung durch die Einrichtung eines BürgerBudget zu schaffen und Jugendliche in einem Jugendforum einzubinden. Dabei solle eine Summe im mittleren fünfstelligen Eurobereich im Haushalt für die selbstbestimmte Umsetzung von Bürgerideen zur Verfügung stehen. Lenßen hält die Idee BürgerBudget für „realistisch umsetzbar“ und der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dr. Heiko Haaz betont: „Es geht darum, diese Idee einzubringen. Im Rat muss über den organisatorischen Rahmen und Ablauf entschieden werden.“ Mehr Einbindung von Jugendlichen in Entscheidungsprozesse sieht Karin Keesen als Notwendigkeit aus den aktuellen politischen und sozialen Jugendbewegungen: „Wir wollen ein Jugendforum, wie wir es schon im Sozialausschuss eingebracht haben, installieren. Dieses könnte, wenn positive Erfahrungen im Austausch zwischen Vereinen und Institutionen mit jungen Menschen sowie der Politik gemacht werden, die Vorstufe für die Errichtung eines Jugendparlamentes sein.“

Die ersten Verbesserungen bei der Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) nicht nur in den dörflichen Außenbereichen werden nach Aussage von Lenßen wahrscheinlich schon im Sommer 2021 erreicht. Dann könnte das vom Land geförderte „Bus on demand“-Pilotprojekt für zunächst drei Jahre zusammen mit den WIR4-Städten Rheinberg, Moers und Kamp-Lintfort starten. Zwei bis drei von insgesamt 12 Kleinfahrzeugen stünden in Neukirchen-Vluyn zur Verfügung, um Fahrgäste nach einer Bestellung per App wie Taxis zum Wunschziel zu befördern. Dabei werden die Fahrten billiger als ein Taxi, aber etwas teurer als ein Bus sein. „Die Ausschreibung ist soeben gestartet“, erklärt Lenßen, während Karin Keesen sich sicher über den großen Bedarf ist. Der Radwegeausbau gerade in Richtung Kamp-Lintfort soll weiter forciert werden. Auch bei dem in Rayen leidigen Thema der Belastung durch ein hohes Lastverkehraufkommen sieht Heiko Haaz Bewegung: „Hier ist die Straßenbaulast beim Land NRW, aber nach aktueller Aussage des Landesministeriums für Verkehr liegt für die B 528 ein genehmigter Entwurf vor. Baubeginn könnte 2024 sein.“

Auch wenn natürlich Harald Lenßen alle Punkte seiner „7-Lenßen-Punkte bis 2025“ als wichtig erachtet, liegen ihm zwei Teilthemen durch die Erfahrung der Corona-Krise besonders am Herzen. Bei der guten Ausstattung für digitales Lernen, damit alle Kinder und Jugendliche an der Bildung teilhaben können, erhält der Bürgermeisterkandidat viel Zustimmung aus seiner Partei. Des Weiteren sehen sich die Christdemokraten um Harald Lenßen der Anerkennung der Leistungen, Wertschätzung und dem Respekt gegenüber allen Berufsgruppen, aber besonders den Polizei- und Rettungskräften, verpflichtet.

Christian Voigt/LokalKlick

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