Mitarbeiter*innen des MZEB mit der Chefärztin Dorothee Maliszewski-Makowka (Foto: privat)

Bedburg-Hau. Die Abteilung Erwachsenenpsychiatrie I der LVR-Klinik Bedburg-Hau bietet ein neues Behandlungskonzept für psychisch kranke Menschen mit Behinderungen an. Das so genannte MZEB (Medizinisches Zentrum für Erwachsene mit Behinderung) richtet sich an Frauen und Männer mit geistiger sowie mehrfacher Behinderung, die aufgrund der Schwere, Art und Komplexität ihrer Erkrankung einer ergänzenden Diagnostik bedürfen.

Es gibt Menschen, die aufgrund ihrer geistigen Behinderung oder durch ausgeprägte Verhaltensauffälligkeiten Schwierigkeiten haben ihre Gefühlswelt und ihren Gesundheitszustand klar zu formulieren. Trotzdem können sie psychisch erkranken und brauchen individuelle Behandlung. Die LVR-Klinik Bedburg-Hau beschäftigt sich seit vielen Jahren mit diesem besonderen Patientenkreis, verfügt über ein enormes Fachwissen und einen großen Erfahrungsschatz und hat ihr Angebot nun durch das MZEB weiter verbessert. Die anfallenden Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.

Das multiprofessionelle Team des MZEB unter der Leitung der Chefärztin Dorothee Maliszewski-Makowka bietet in Räumlichkeiten der Föhrenbachklinik nun eine umfassende spezifische Diagnostik. Diese berücksichtigt die jeweilige Gesamtsituation der behinderten Patienten. Das Ergebnis wird in einer ausführlichen Therapieplanung und -empfehlung festgehalten.

Gerade bei Menschen mit einer geistigen Behinderung ist ein gutes Vertrauensverhältnis, Geduld und die gezielte nonverbale und sprachlich einfache Kommunikation wichtig. Das wissen die MZEB-Mitarbeiterinnen und -mitarbeiter und nehmen sich daher entsprechend Zeit für ihre Patient*innen und gehen gezielt auf deren Bedürfnisse ein. Auch die Fähigkeit, selbst etwas für die Genesung oder Verbesserung der Lebenssituation zu tun, kann bei der zu behandelten Personengruppe nicht vorausgesetzt werden. Therapeutische Maßnahmen können daher oft nicht aktiv und selbstständig umgesetzt werden und bedürfen einer speziellen Weiterbehandlung.

Im Interesse der fachlichen Qualität arbeitet das MZEB daher mit weiteren Leistungsanbietern der Region zusammen (Fachärzten, Sanitätshäusern, Optikern, Hörakustikern, Ergo- und Physiotherapeuten). Zudem besteht ein intensiver fachlicher Austausch mit den Wohnverbänden, Werkstätten sowie den Familienangehörigen.

Eine Anmeldung im MZEB erfolgt bei einer Voraussetzung der Schwerbehinderung ab 70 % durch eine Überweisung des Haus- oder Facharztes. Weitere Fragen können Interessierte unter der Rufnummer 02821 81 2281 oder per Mail an Katja.Lenz@lvr.de stellen.

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