Eröffnung der Fahrradstraßenachse A, hier in der Kahrstraße. V.l.n.r: Simone Raskob (Stadtdezernentin für Umwelt, Verkehr und Sport ), Oberbürgermeister Thomas Kufen, Rainer Wienke (Leiter des Amtes für Straßen und Verkehr) (Foto: © Moritz Leick, Stadt Essen)
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Essen. Seit heute (12.8.) ist die Fahrradstraßenachse vom Südviertel nach Frohnhausen freigegeben. Am Mittag luden Oberbürgermeister Thomas Kufen und Umwelt-, Verkehr- und Sportdezernentin Simone Raskob gemeinsam mit Vertreter*innen des Amtes für Straßen und Verkehr sowie Dr. Anita Breyer vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit zur offiziellen Eröffnung der zusammenhängenden Fahrradstraßenroute ein, die sich durch insgesamt drei Stadtteile schlängelt.

“Am heutigen Tag geben wir die erste von insgesamt drei künftigen Essener Fahrradstraßenachsen für den Verkehr frei”, so Oberbürgermeister Thomas Kufen. “Die Strecke ist nicht nur ein wichtiger Teil aus dem Vergleich zwischen unserer Stadt, dem Land Nordrhein-Westfalen sowie der Deutschen Umwelthilfe zur Umsetzung des Luftreinhalteplans, sondern auch eine ganz konkrete Maßnahme zur Stärkung des Radverkehrs in Essen. Wir legen damit einen weiteren Baustein, um unser Modal-Split-Ziel mit einer Verteilung von jeweils 25 Prozent auf die Mobilitätsfelder ÖPNV, Radverkehr, Fußverkehr, Umweltverbund und Autoverkehr bis zum Jahr 2035 zu erreichen.”

Mit der Enthüllung und Freigabe der neuen Fahrradstraßen-Verkehrsbeschilderung auf der Fahrradstraßenachse gelten ab sofort neue Regelungen. Eine Fahrradstraße ist ein Radweg auf der Fahrbahn und wird erst durch eine Zusatzbeschilderung für den Kfz-Verkehr gesondert freigegeben, sodass dieser die Fahrradstraße befahren darf. Auch nach dieser offiziellen Freigabe haben Radfahrer*innen auf einer Fahrradstraße gegenüber dem Kraftfahrverkehr Vorrang und dürfen jederzeit nebeneinander fahren. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt 30 km/h, wobei sich Autofahrer*innen an die Geschwindigkeit des Radverkehrs anpassen müssen.

“Dank eines durch die Stadt Essen entwickelten Standards richten wir den Radfahrer*innen ein Mindestmaß an Platz und Weg auf Fahrradstraßen ein”, so Umwelt-, Verkehr- und Sportdezernentin Simone Raskob bei der Eröffnung. “Mit großflächigen Piktogrammen und Sicherheitstrennstreifen sowie auffälliger Beschilderung wird die Vorrangstellung des Radverkehrs deutlich signalisiert. Demnach setzen wir mit dieser Maßnahme nicht nur ein deutliches Zeichen für die Verkehrswende in unserer Stadt, sondern auch für mehr Sicherheit für den Radverkehr.”

Im Detail führt die Achse A durch die Witteringstraße, Kahrstraße, Gemarkenstraße sowie Menzelstraße und Keplerstraße. Anschließend schlängelt sie sich über die Breslauerstraße, Mainzer Straße sowie die Frankfurter Straße und Busehofstraße bis zur Kerckhoffstraße. Im Zuge der Umsetzung der Fahrradstraßenachse hat sich an manchen Stellen die Verkehrsführung geändert, so beispielsweise in Teilen der Witteringstraße oder der Baumstraße.

Die Kosten für die Straßenbau-, Markierungs- sowie Beschilderungsmaßnahmen zur Umsetzung der Fahrradachse A vom Südviertel nach Frohnhausen betragen rund 527.000 Euro – bei einem Förderanteil aus dem Bundesförderungsprogramm “Saubere Luft” von rund 98.000 Euro.

“Mein Dank gilt dem Bund für die Unterstützung und die Bereitstellung der Fördermittel”, so Oberbürgermeister Thomas Kufen, “aber auch allen Essener Beteiligten aus Politik und Verwaltung. Sie haben das Projekt mit einer intensiven Beteiligung der Öffentlichkeit begleitet und die Planungen trotz der Corona-Beschränkungen innerhalb kürzester Zeit umgesetzt.”

Zwei weitere Fahrradstraßenachsen in der Umsetzung

Neben der heute freigegebenen Achse A laufen aktuell zudem die Arbeiten für die Fahrradstraßenachse B auf der Rüttenscheider Straße sowie der Achse C von Steele nach Zollverein. Die Gesamtlänge der drei Fahrradachsen (A, B, C) beträgt rund 12,8 Kilometer. Für die beiden noch nicht fertiggestellten Strecken ist die jeweilige Inbetriebnahme für September/ Oktober 2020 vorgesehen.

Zum Hintergrund:

Die Maßnahmen der Fahrradstraßenachsen sind Teil des Vergleichs zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen, der Stadt Essen sowie der Deutschen Umwelthilfe zur Umsetzung des Luftreinhalteplans, auf den sich die Akteure Anfang Dezember 2019 vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster geeinigt haben. Die Kosten für die drei Achsen werden anteilig durch Mittel aus dem Bundesförderungsprogramm “Saubere Luft” sowie mit städtischen Mitteln finanziert.

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