Flamingoküken im Schutz des elterlichen Flügels - Man muss schon genau hinsehen, um das grauweiß, flauschige Küken zwischen all den rosaroten Federn zu erkennen (Foto: Vera Gorissen)

Krefeld. Der Zoo Krefeld freut sich über Nachwuchs bei den Kuba-Flamingos. Seit Anfang August sind nach einer Pause von 13 Jahren vier Küken geschlüpft und jeden Tag können weitere hinzukommen, denn es werden noch 5 weitere Eier bebrütet.

Bei gutem Wetter und um die Mittagszeit herum ist das Schnattern der Flamingos bereits beim Zutritt in den Zoo zu hören. Gemeinsam sitzen aktuell 41 Kuba-Flamingos auf und um die Insel im Teich an der Zoo Gastronomie und bilden einen orangeroten Blickfang. Auf den kegelförmigen Schlammnestern, die zu gleichen Teilen aus Löss und Muttererde bestehen, brüten mehrere Paare dicht beieinander. Und vor ein paar Tagen war es dann endlich so weit: Nach einer Brutdauer von ca. 30 Tagen ist das erste Flamingoküken geschlüpft, drei weitere sollten folgen.

Zuletzt waren die Flamingos 2007 erfolgreich. Zwei Küken erblickten das Licht der Welt. Die Hagel-Katastrophe 2008, einige Umbaumaßnahmen und eine zu kleine Gruppengröße sind einige der Faktoren, warum der Zuchterfolg bei den bis zu 1,50m großen Vögeln ausgeblieben ist. Auch das fortgeschrittene Alter der Tiere kann für das Ausbleiben vom Nachzuchterfolg eine wichtige Bedeutung haben, so dass in den letzten Jahren eine stetige Verjüngung der Gruppe mit Nachzuchttieren aus anderen Zoos vorangetrieben wurde. Acht Kuba-Flamingos kamen aus dem Zoo Ostrava (Tschechien, 2013/2015), zwei aus dem Zoo Boissieres (Frankreich, 2016) und zehn aus dem Zoo Barcelona (Spanien, 2016) nach Krefeld und schraubten das Alter der bestehenden Gruppe weit nach unten. Auch ein Wechsel der Beschaffenheit und Zusammensetzung des Bodens von lehmhaltiger Erde hin zu Löss in Verbindung mit Muttererde wird für den diesjährigen Bruterfolg erheblich gewesen sein. Ronald Melcher, Tierpfleger der Kuba-Flamingos, ist sich außerdem sehr sicher, dass auch ein stressfreier Wechsel zwischen Winter- und Sommerquartier – die Tiere können selbst zwischen Freianlage und Stall wählen – stark zum Zuchterfolg beigetragen hat.

Die ersten Tage bleiben die Küken im Schutz des elterlichen Gefieders im Brutkegel sitzen, nur ab und an schaut zur Fütterung dann ein kleiner grauer Kopf hervor. Die Küken werden von beiden Elternteilen mit einer Nährflüssigkeit, der sogenannten Kropfmilch, gefüttert. Diese „Milch“ wird im Kropf und im oberen Verdauungstrakt gebildet und über den Schnabel eingeflößt. Bis aus dem grauen Daunenkleid das Kuba-Flamingo typische kräftig gefärbte Gefieder wird, vergehen ca. zwölf Monate. Und dies ist nicht das Einzige, was den Jungvogel vom Elterntier unterscheidet, denn auch der für Flamingos so typische gebogene Schnabel ist beim Küken noch kurz und gerade, ehe er nach gut zwei Wochen beginnt, sich nach unten krümmen.

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