Das Insektenhotel der NABU-Gruppe Xanten an der Sparkasse soll viele Passanten und Kunden ermuntern, etwas für den Schutz der Wildbienen zu tun. V.l.n.r.: Carsten Fröhlich, Geschäftsstellenleiterin Birte Frie, Günter Michalowitzsch und Horst Redmer (Foto: privat)

Xanten. Wenn falsche Refugien zur Falle werden

Mehr als 50 Stunden hat Günter Michalowitzsch ehrenamtlich am bislang größten Insektenhotel der örtlichen NABU-Gruppe gearbeitet. „Die Zeit hätte ich sonst mit meinem Hund Sid verbracht, der ist aber leider gestorben“, berichtete „Günni“ jetzt beim Ortstermin an der Sparkasse am Europaplatz. In den vergangenen zwei Jahren hat die Insektenhotelgruppe um Horst Redmer rund 70 Refugien für Wildbienen gebaut und zahllose Gespräche zu diesem Thema geführt. Denn: „Viele Insektenhotels werden zur Falle für Wildbienen und ihre Brut, weil auch deren Fressfeinde sich dort einnisten können“, so Horst Redmer.

Manche im Handel erhältliche Insektenhotels beinhalten Füllmaterialien wie Tannenzapfen und Holzwolle, worin sich beispielsweise Spinnen und Ohrenkneifer zuhause fühlen. Das Problem: Spinnen und Ohrenkneifer fressen auch die Brut der Wildbienen. Besser ist, das Hotel rein auf die Bienen auszulegen und tiefe Löcher in die Längsseiten von Hartholz zu bohren. Genau das hat „Günni“ in den vergangenen Wochen getan; und zwar in große Scheite einer alten Buche, die ein Landwirt gespendet hat. Carsten Fröhlich, der Leiter der örtlichen Gruppe des Naturschutzbundes, ist froh über die Arbeit der Ehrenamtlichen. „Wir brauchen dringend Rückzugsgebiete für Wildbienen, von denen es über 500 verschiedene Arten in Deutschland gibt“, sagt der Sparkassenmitarbeiter.

Mit dem Insektenhotel direkt an der Sparkasse möchte die NABU-Gruppe Xanten, die aktuell 700 Mitglieder zählt, viele Passanten und Kunden ermuntern, etwas für den Schutz der Wildbienen zu tun. Wer selber ein Wildbienenhotel bauen möchte, findet hierzu wertvolle Tipps auf der Homepage der NABU-Gruppe Xanten. Neben dem Aufstellen von Insektenhotels wirbt Carsten Fröhlich dafür, an vielen Stellen Wildblumen zu pflanzen, denn auch das Nahrungsangebot für die Wildbienen und andere Insekten müsse stimmen.

Mehr Informationen unter www.nabu-xanten.de.

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