(Foto: privat)

Hünxe. Die Verkehrs- und Parksituation am Tenderingsweg und Schwarzen Weg sorgt für Unmut bei den dortigen Anwohnern. Die eigentlich als Wirtschaftswege ausgelegten, schmalen Straßen werden täglich von Pendlern aus Voerde auf dem Weg zu den Autobahnauffahrten der A 3 oder A 59 sowie in die Dinslakener Innenstadt genutzt. Durch die Bauarbeiten in der Dinslakener Innenstadt, die zur Umleitung der Verkehre auf der B 8 führen, kommt ein großer Teil des Pendlerverkehrs noch hinzu. Im Juni fand eine dreitägige Verkehrszählung am Tenderingsweg statt, nachdem die Hünxer Sozialdemokraten den Landrat Dr. Ansgar Müller auf die besondere Verkehrsbelastung aufmerksam machten und um eine weitere Prüfung für langfristige, entschleunigende Maßnahmen baten. Eine weitere, dieses Mal sieben Tage dauernde Prüfung soll nach den Sommerferien stattfinden.

„An den drei Tagen der ersten Zählung Mitte Juni wurde der Tenderingsweg insgesamt von 12.293 Fahrzeugen, davon 604 Zweirädern, 11.632 PKW, 42 LKW und 15 Lastzügen befahren“, fasst Thorben Braune, Mitglied im Planungsausschuss der Gemeinde Hünxe und als SPD-Ratskandidat zuständig für diesen Bereich, die Ergebnisse zusammen. Insbesondere in den Zeiten des Feierabendverkehrs von 15 bis 17.30 Uhr fuhren hier durchschnittlich 360 Fahrzeuge entlang. „Ein Viertel hat die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h überschritten. Im Spitzenwert sogar weit über 100 km/h“, so Thorben Braune.

„Die seit einigen Monaten installierten Verkehrsinseln haben schon zu einer Reduzierung der Geschwindigkeit geführt. Trotzdem zeigt sich weiterhin eine nicht kleine Zahl von Ausreißern, die eben doch sehr viel schneller fahren als erlaubt. Leider führen die Verkehrsinseln auch dazu, dass es im Begegnungsverkehr immer wieder zu Fast-Zusammenstößen kommt, wie Anwohner berichten“, so Horst Meyer, SPD-Fraktionschef im Hünxer Rat. Auch habe das „Hupkonzert“ weiter zugenommen. „Wir halten es für dringend erforderlich, die zulässige Höchstgeschwindigkeit entlang der beiden Straßen auf 30 km/h herabzusenken, um die Gefahren für Anwohner, aber auch für die Zweiradfahrer, die teilweise abenteuerlich überholt werden, nennenswert zu senken. Dazu gehören regelmäßige Geschwindigkeitskontrolle. Nur so werden es diejenigen spüren, die sich nicht dranhalten“, ist Horst Meyer überzeugt.

„Für eine aussagekräftige Vergleichsbasis soll in der ersten Woche nach den Sommerferien im August eine weitere Messung durchgeführt werden, die über volle sieben Tage geht“, erklärt SPD-Chef und Bruckhausener Ratsherr Jan Scholte-Reh. „Das ist noch inmitten der Badesaison, wenn am Wochenende bei sommerlichem Wetter viele aus dem Ruhrgebiet zum Strandbad am Tenderingssee fahren. Gleichzeitig können unter der Woche diejenigen Pendler gezählt werden, die über die Ferien Urlaub hatten.“ Wünschenswert wäre darüber hinaus, wenn auch Nebenstraßen, wie der Bruch- oder Saatweg kontrolliert werden. „Gerade in der Schönwetterzeit kommt es regelmäßig zu dichtem Gedränge und falsch parkenden Autos. In ernsten Situationen kann das zu Behinderungen von Rettungskräften führen. Das Hünxer Ordnungsamt hat alle Hände voll zu tun, in dem Knöllchen schreibt oder abschleppen lässt“, zeigt sich Jan Scholte-Reh zufrieden.

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