Mangarahara-Buntbarsche (Foto: Zoo Duisburg / J. Tegge)

Duisburg. Eine der seltensten Fischarten der Welt

Bis 2013 galt die Art im Freiland als ausgestorben. Netzwerk soll stabilen Bestand aufbauen, um die Fischart zu retten. Rolle von Zoos als Zufluchtsort für bedrohte Tierarten wird einmal mehr deutlich.

Der Mangarahara-Buntbarsch lebt nur noch in einem Fluss Madagaskars und gehört zu den am stärksten bedrohten Fischen weltweit. Die IUCN stuft die Tierart als „vom Aussterben bedroht“ ein. Im Fluss Mangarahara, der der Art den Namen gab, ist er ausgerottet und bis 2013 glaubte man, die Fischart sei in der Wildbahn komplett verschwunden. Dann wurde sie wieder entdeckt und ein ambitioniertes Zuchtprojekt unter maßgeblicher Beteiligung von Zoologischen Gärten begann, an dem sich nun auch der Zoo Duisburg beteiligt. Insgesamt 30 Jungfische leben seit einigen Wochen im neu gestalteten Madagaskaraquarium sowie einem Zuchtbecken hinter den Kulissen und sollen sich künftig vermehren.

Madagaskar – die Insel vor der Küste Afrikas beheimatet unzählige seltene Tier- und Pflanzenarten. Viele von Ihnen sind vom Aussterben bedroht. Brandrodung für die Landwirtschaft, das unkontrollierte Abholzen des Regenwaldes für Feuerholz und die Produktion von Holzkohle führen unter anderem dazu, dass immer mehr ursprünglicher Regenwald gerodet und unwiederbringlich zerstört wird. Die Folge: Das Ökosystem kommt aus dem Gleichgewicht, Seen und Flüsse trocknen aus, der Lebensraum zahlreicher Fischarten schwindet. Und somit auch die Heimat des Mangarahara-Buntbarschs.

Mehrere Jahre wurde die Fischart mit der markanten Rückenflosse auf Madagaskar nicht mehr gesehen, bis 2013 einige Exemplare wiederentdeckt wurden. Die 18 gefundenen Buntbarsche wurden in eine Fischzuchtanlage auf Madagaskar überführt – und sie vermehrten sich. Es war der Beginn einer globalen Rettungsaktion. Zum Aufbau eines sicheren Bestandes außerhalb Madagaskars wurde ein Teil der Jungfische nach Kanada geschickt. Auch im Zoo von Toronto vermehrten sich die Buntbarsche so gut, dass einige Tiere nach Europa überführt wurden. Dem Kölner Zoo, der mittlerweile auch die Zuchtprojekte für madagassische Fische koordiniert, gelang die Zucht ebenfalls, so dass das Netzwerk zum Erhalt der Mangarahara-Buntbarsche größer wurde.

Von den in Köln aufgezogenen Jungfischen siedelten nun 30 Tiere ins Duisburger Aquarium um. Hier bezogen einige der Tiere das neu gestaltete Madagaskarbecken, weitere bewohnen Zuchtbecken hinter den Kulissen des Aquariums. „Wir sind nun Teil des Netzwerkes zur Erhaltung des Mangarahara-Buntbarsches und wollen mit der Haltung und Zucht dieser bedrohten Tierart aktiv dazu beitragen, eine stabile Reservepopulation unter geschützten Bedingungen zu etablieren“, verdeutlicht der Zoologische Leiter Johannes Pfleiderer. Bis sich Nachwuchs einstellen wird, wird aber noch einige Zeit vergehen, denn die Jungfische müssen erst heranwachsen. Für Pfleiderer steht es außer Frage, dass diese Tierart ohne das Engagement der Zoos und ihren Netzwerken verloren wäre: „Die Bedingungen im ursprünglichen Lebensraum verschlechtern sich dramatisch. So wird einmal mehr deutlich, dass Zoos wichtige Archen für Tierarten sind, die im ursprünglichen Lebensraum vom Menschen verdrängt wurden. Zugleich machen zahlreiche erfolgreiche Wiederansiedlungen verschiedensten Tierarten Hoffnung für die Zukunft“.

Neben den noch jungen Mangarahara-Buntbarschen sind noch zwei weitere, stark gefährdete Fischarten eingezogen. Der Madagaskar-Ährenfisch und der Loiselle-Madagaskarbuntbarsch sind ebenfalls durch Lebensraumzerstörung betroffen und finden in Duisburg ein sicheres Zuhause. Auch sie sollen sich vermehren und damit dazu beitragen, einen stabilen Zoobestand zu etablieren.

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