(Foto: Rheinland Klinikum / S. Niemöhlmann)

Grevenbroich. Krankenschwester im Elisabethkrankenhaus sagt in luftiger Höhe „Ja“

Romantik pur heute Mittag im Rheinland Klinikum Grevenbroich Elisabethkrankenhaus: Ein mit Herzballons dekorierter Dachdecker-Kran schraubt sich in schwindelerregende Höhe. Gut gesicherte Fahrgäste im Arbeitskorb: Stefanie Gipperich, stellvertretende Stationsleitung im Grevenbroicher Krankenhaus, und Patrick Gülden, Landwirt aus Elsdorf bei Bergheim. In fast 30 Metern Höhe nimmt der 31-Jährige seiner Freundin die Augenbinde ab und blickt mir ihr zusammen auf ein Transparent, das Familie und Freunde am Erdboden halten: „Steffi, möchtest Du mich heiraten?“ Passanten und Besucher bleiben stehen, schauen gespannt nach oben. Krankenhaus-Mitarbeiter und Patienten ziehen Rollläden hoch und sehen vom Fenster aus zu. Auch wenn die Antwort unten nicht zu hören ist, wissen alle: Sie hat „Ja“ gesagt.

Patrick Gülden ist erleichtert: Sein Antrag wurde angenommen – und die wochenlange Geheimniskrämerei hat ein Ende. „Ich hatte schon Sorge, dass ich mich kurz vor dem Ziel noch irgendwie verplappere“, erzählt er. Corona spielte ihm dabei in die Karten, konnte er seine Stefanie doch überzeugen, dass die bestellten angeblichen „Freundschafts“-Ringe nur wegen der Auswirkungen der Pandemie so lange auf sich warten ließen.

„Das Stations-Team, in dem Stefanie arbeitet, ist für sie wie eine zweite Familie. Darum wollte ich ihr den Antrag unbedingt an ihrem Arbeitsplatz im Beisein ihrer Kolleginnen und Kollegen machen“, erklärt Patrick Gülden. Wegen der Besuchs-Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie heckte der junge Mann dann zusammen mit einem befreundeten Dachdecker einen ganz besonderen Plan aus. Nach dem erfolgreichen Antrag ließ Dachdeckermeister Christian Rienas die beiden im Arbeitskorb noch eine Ehrenrunde drehen und die Grevenbroicher Umgebung aus der Vogelperspektive betrachten.

Wichtigste Verbündete im Vorfeld war Veronika Werner. Die Stationsleitung organisierte, dass Stefanie während der Vorbereitungen weit entfernt vom Ort des Geschehens beschäftigt war, und tischte der Kollegin eine fantasievolle Geschichte auf: Für ihre anstehende Weiterbildung zur Stationsleitung müsse sie eine Vertrauensübung machen. So überzeugte sie die künftige Braut, sich mit verbundenen Augen bis zum Kran von ihr führen zu lassen. Die war bis zuletzt ahnungslos, wenn sie auch früher oder später mit dem Heiratsantrag ihres Freundes gerechnet hatte. „Dass er sich dann nicht lumpen lassen würde, war mir schon klar“, sagt sie lachend. Einen ersten Verdacht, dass es nun soweit sein könnte, hatte sie jedoch erst, „als wir auf dem Steiger waren und plötzlich die Musik von Mark Foster einsetzte“. Dass sie zu keiner Zeit erschrocken oder verängstigt wirkte, zeigt eines auf jeden Fall: Patrick Gülden kennt seine zukünftige Frau offenbar gut.

Kennengelernt haben sich die beiden heute 31-Jährigen 2017 bei einer Kollegenfeier, zogen schon ein Jahr später zusammen. Wann die Hochzeit stattfinden wird, darüber werden sich die beiden noch verständigen müssen. Klar ist jedoch schon, dass nicht vor dem Frühjahr 2021 geheiratet wird, denn: „Wir möchten natürlich gern einen Polterabend abhalten“, sagt Patrick Gülden, „und dazu rechne ich mit 500 bis 600 Gästen.“

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