(Foto: privat)

Bedburg-Hau. Der Hallenbad Förderverein BedburgerNass und die DLRG hatten jüngst die Forderung gestellt, dass Bad, insbesondere für Schulen und Vereine wieder zu öffnen. Eine dauerhafte Schließung des Bades machte schon die Runde und das hat den Verein, die Badbesucher sehr verunsichert. Der Verein möchte Planungssicherheit um auch die Fördergelder wirkungsvoll ins Bad einzubringen. Dabei steht auch im Raum, wie wird es nach der Kommunalwahl weitergehen. Dazu hat der Verein die Bürgermeisterkandidaten um ein Stellungnahme gebeten die nun schriftlich vorliegt – hier ungekürzt.

BM Kandidat Stephan Reinders (CDU):
Der Betrieb des Hallenbades gestaltet sich in der aktuellen Zeit coronabedingt sehr schwierig.
Hierüber haben Bürgermeister und Verwaltung die im Rat vertretenen Fraktionen in einer Fraktionsvorsitzendenrunde am 07.07.2020 bereits informiert.
Ich wünsche mir – sofern möglich – eine kurzfristige Öffnung mindestens wieder für Schulen und Vereine. Schulschwimmen, Vereinsarbeit, Kursangebot – all das macht ja auch das Hallenbad aus.
Zudem wünsche ich mir baldmöglichst eine Option, um das Bad auch für den Publikumsverkehr wieder zugängig zu machen – auch wenn dies ehrlicherweise während der Coronakrise schwierig wird.
Auch aufgrund der bereits getätigten hohen Investitionen und der geplanten weiteren Instandhaltung ist der Weiterbetrieb des Hallenbades für mich unbedingt notwendig.
Weiter hoffe ich, insbesondere im Rahmen der Sportstättenförderung durch Land und Bund, Gelder generieren zu können, um das Hallenbad auch auf Dauer für eine Gemeinde wie Bedburg-Hau finanzierbar zu machen. Hier sehe ich jedoch auch die Verwaltung selbst wieder am Zug. Mögliche weitere Förderungen – sogenannte Drittmittel – müssen akquiriert werden und zusätzlich auch neue Konzepte zu weiteren Betriebsmöglichkeiten mit allen Beteiligten angedacht werden.

BM Kandidat Stefan Veldmeijer (parteilos)
In der aktuellen Situation ist ein Weiterbetrieb nur dann zu verantworten, wenn alle notwendigen Hygiene- und Sicherheitsvorschriften zum Schutz der Besucher vor einer Covid-19 Infektion Priorität haben. Alternativ könnte man den öffentlichen Betrieb zunächst weiter aussetzen, jedoch das Schul- und Vereinsschwimmen wiederaufnehmen. Hier sind die Regelungen aufgrund kleinerer Gruppen leichter umzusetzen.
Grundsätzlich muss die aktuelle Situation sehr genau beobachtet werden und gemeinsam mit Vereinen, Verwaltung und Rat eine Lösung angestrebt werden.

BM Kandidatin Ursula Pitzner (parteilos)
Ich würde sehr gerne das Hallenbad erhalten weil …
–  es Corona-Regeln gibt, die einzuhalten sind, und mich die vorgetragenen Gründe der Verwaltung für die weitere Schließung des Hallenbades nicht überzeugen,
–  Schwimmen lernen überlebenswichtig ist,
–  es wichtig für die Gemeinschaft, das Miteinander und den Zusammenhalt ist,
–  es für Schulen, Vereine und Bürger Lehr-, Lern- und Lebensort zugleich ist
–  Schwimmen ein generationsübergreifender und wetterunabhängiger Sport ist,
–  es Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge für eine große Zahl von Nutzern ist,
–  es zu den am meisten genutzten öffentlichen Einrichtungen der Gemeinde zählt,
–  es der Sportförderung, Jugendarbeit, Bildung, Prävention, Gesundheitsförderung, der Erholung und dem Spaß dient,
–  es die Gemeinde gesund, attraktiv und fremdenverkehrswirksam macht,
–  es die Bürger in dieser ohnehin schweren Zeit doppelt treffen würde.

Aktuell sind die Auswirkungen der Corona-Krise noch nicht absehbar. Mir liegt der Erhalt des Hallenbades jedoch sehr am Herzen. Für den Fall meiner Wahl möchte ich darum gemeinsam mit dem Förderverein, dem Gemeinderat, den Vereinen, Schulen, Bürgern usw. an folgenden Schwerpunkten arbeiten
–  gemeinsame und kritische Ist-Analyse
–  Optimierungsmöglichkeiten finden, Maßnahmenkatalog erarbeiten und umsetzen
–  alternative Betriebsmodelle überdenken (z.B. Bürgerbad, Genossenschaft)
–  zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten finden und nutzen (Drittmittelakquise)

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