Blick in die Grube Hauser, wo die Mitglieder auf der Brachfläche mit ihren Motocross-Maschinen fahren möchten. Von links: Leon Riesebeck,Tim Sauermann, Marcus Riesebeck (1 Vorsitzender) und von rechts: Timo Meitz (Kassenwart) sowie Dominik Neubert (2. Vorsitzender) (Foto: Roland Beyer)

Rheurdt. Grube Hauser in Schaephuysen für Motocross. Reiten und Mountain biking nutzen.

Seit über 40 Jahren wird die „Grube Hauser“ für vielfältige Freizeitaktivitäten genutzt. Die Grube diente in früheren Jahren der Kiesgewinnung aber auch als Lagerplatz. So wird die Brachfläche auf dem Grund der Kiesgrube auch heute noch als Trainingsstrecke von den Motocross-Fahrern genutzt. Aber auch Reiter, Endurofahrer und Mountainbiker trifft man häufiger auf der „Durchreise“ an. Selbst die Paintballspieler waren in der verwilderten Grube aktiv und in Zeiten des Shut down, wo keine Feiern möglich waren, trafen sich die Jugendlichen am Rand der Grube zur Freizeitgestaltung.

Die unkoordinierten Aktivitäten auf der Brachfläche und am Rand der Grube, die im Landschaftsschutzgebiet Schaephuysener Höhen liegt, sorgten bei einigen Bürgern aber auch Spaziergängern immer wieder für Unmut. Das führte jetzt zu Bestrebungen, Freizeitaktivitäten in der Grube durch die Behörden vollständig verbieten zu lassen.

Dem tritt die Interessengemeinschaft Kiesgruben-Freunde mit einem Konzept entgegen, das Aktivitäten streng reglementiert und dabei die Interessen der Bürger berücksichtigt aber ebenso den Forderungen des Natur- und Landschaftsschutzes nachkommt. Zu diesem Zweck und auch, um für die eigenen Kinder und die Jugendlichen im Dorf etwas zu tun, wurde im März der Verein Kiesgruben-Freunde gegründet und der Eintrag ins Vereinsregister beim Amtsgericht in Rheinberg beantragt.

„Bereits im November 2019 hatte ich, gemeinsam mit Dominik Neubert, die ersten Kontakte zur Gemeinde und zur Unteren Naturschutzbehörde hergestellt, um unser Anliegen bei den zuständigen Stellen vorzutragen“, berichtet der 1. Vorsitzende Marcus Riesebeck über den Beginn der gemeinsamen Anstrengungen. Auch eine Einwilligung des Eigentümers der Grube zur Nutzung wurde im Frühjahr eingeholt.

Auf der Agenda stehen nach Riesebecks Ausführungen die Beschränkung der Aktivitäten auf bestimmte Zeiten und die ausschließliche Nutzung der Brachfläche in der Grube. Bereits jetzt hatten die Mitglieder der Kiesgruben-Freunde am Randbereich der Grube Absperrungen errichtet und Hinweisschilder aufgestellt, um das Befahren der für Flora und Fauna bedeutsamen Bereiche zu verhindern. Auch die Bekämpfung von wilden Müllablagerungen ist für die Kiesgruben-Freunde ein Thema, da die Verunreinigungen allfällig den Motocross-Fahrer zugeschrieben werden.

Um zu belegen, dass Motocross durchaus mit dem Natur- und Landschaftsschutz vereinbar ist, verweist der Chef der Kiesgruben-Freunde auf den Eyller-Berg-Kurs in Kamp-Lintfort, auf dem seit 1953 Motocross gefahren wird. Auch hier gibt es offene Sandstellen, besonnte Hänge und halboffene Vegetation auf denen eine Vielzahl auch durch die Rote Liste geschützter Tierarten ein zu Hause haben. Zu bedenken gibt Riesebeck auch, dass dieses Landschaftsschutzgebiet auf einer ehemaligen Bahntrasse ohne die Nutzung und die Arbeit durch den dortigen Motorclub vollkommen zugewachsen und ein Areal dieser Beschaffenheit erst gar nicht entstanden wäre.

Um das Vorhaben der Gemeinde, den zuständigen Organen und auch den politischen Parteien näher zu bringen, sind einige Gesprächsrunden geplant.

Donnerstag, 27.08.

Zwischen 11-18 Uhr: Treffen in der Grube mit Landrat/Freie Wähler/Behörde

19 Uhr: Fragerunde/Forum SPD

 

Montag, 31.08.

18 Uhr, Turnhalle: Bürger Forum alle Fraktionen

 

Donnerstag, 03.09.

Runder Tisch mit Landrat/Bürgermeister und allen Fraktionen: Thema Kiesgrube

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