v.l. Lukas Stappmann, Harald Lenßen und Tim Gebauer (Foto: Christian Voigt/LokalKlick)
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Neukirchen-Vluyn. Lokal einkaufen, lokal radfahren oder spazieren gehen und zum Abschluss in lokalen „Lokalen“ einkehren – eine Leidenschaft von Neukirchen-Vluyns Bürgermeister Harald Lenßen. Warum in die Ferne schweifen, wenn es lokal auch sehr schön ist. Aber ein bisschen Globetrotter steckt auch in Harald Lenßen.

Nun der Reihe nach – regelmäßig Fußball, Tennis, Joggen geht nicht mehr. Vor etwa zwei Jahren schafften sich Sabine und Harald Lenßen neue Fahrräder an – natürlich lokal geshoppt. „Ich möchte mit eigener Muskelkraft tätig werden, daher haben wir uns gegen den Kauf von E-Bikes entschieden“, erklärt der begeisterte Radler. So gibt es – wie immer die Zeit es erlaubt – Radrunden mit den drei Hundedamen im Umkreis. Aber es dürfen auch schon mal längere Touren an der „netten Niers“ sein. „In Corona-Zeiten – während des Lockdowns – konnten wir es öfter einrichten und genießen“, gesteht der bald 60-Jährige. „Leider war das abschließende Einkehren für einen Kaffee, ein kühles Blondes oder ein Radler nicht möglich.“ In den letzten Jahren ist Lenßen eher zum Weingenießer geworden, ein edler Grauburgunder steht ganz oben auf der Hitliste. Aber er gesteht: „Zum Grillen gehört ein Bier dazu.“

Vermehrtes Achten auf regionale Produkte, Qualität und Tierwohl bedeutet bei Lenßens weniger und bewusster Fleisch zu genießen. Ins Schwärmen kommt Harald Lenßen bei Pasta, Bruschetta und Pesto – gerne selbst gekocht. Wegen der derzeitigen Tomaten- und Bärlauchernte aus dem eigenen Garten stehen diese Speisen ganz oben auf dem Speiseplan im alten Jagdhaus an der Geldernsche Straße. „Meine Frau kocht schon super“, lobt der gelernte Bankkaufmann beim Gedanken an selbstgemachtes Bärlauchpesto. Gleichermaßen entspannt genießen – im heimischen Garten, auf der Terrasse im Kulturcafe oder stilecht in der Hügellandschaft der Toskana mit den vielen Zypressen bei einem guten Pinot Grigio – bietet dem Verwaltungschef die Möglichkeit zum Entspannen.

Urlaub war in diesem Jahr wegen der Pandemie kaum möglich, ein paar Tage raus mit dem Wohnmobil blieben ein großer Wunsch. Der Blick in „Landvergnügen“, dem anderen Stellplatzführer, zurzeit unrealistisch. Übernachtungen mitten im Weingut oder im bayerischen Wildforst sind schöne Erinnerungen. Sobald die Krise es zulässt und die Tatkraft von Harald Lenßen nicht mehr dauerhaft nötig ist, werden die Koffer wieder gepackt. Es werden dann Ziele in Deutschland und der direkten Nachbarschaft sein.

Corona und Freizeit, einige Vorlieben bleiben aktuell bei Harald Lenßen unberücksichtigt. Stadionbesuche bei der Gladbacher Borussia liegen ferner als Kreisliga-Fußball beim FC Neukirchen-Vluyn 09/21 und Verbandsliga-Handball beim SV Neukirchen. „Spätestens wenn die neue Anlage fertig ist, werde ich regelmäßig vorbeischauen“, verspricht der sportbegeisterte Bürgermeister, der auch bei dieser Leidenschaft auf „lokal“ setzt.

Wenn er drei Wünsche für einen relaxten Tag zur Verfügung hätte, würde Harald Lenßen diesen mit Ausschlafen, ausgedehnt frühstücken und Zeitung lesen, dann Fahrräder und Hunde ins Auto packen sowie als Tagesabschluss einen abendlichen Biergartenbesuch füllen. Auf der Liste der drei touristischen Wunschziele stehen Lissabon, Florenz und Dublin. „Da war ich nur so kurz, das muss ich mir unbedingt noch mal anschauen“, erzählt der zukünftige 60er Jubilar zu seiner Liebe, der irischen Hauptstadt.

Wenn Lenßen zu seinem runden Geburtstag nicht nur Päckchen entgegennehmen dürfte, sondern auch Geschenke verteilen könnte, wären es zwei wunderbar ideelle Präsente: „Zum einen möchte ich meiner Frau, die immer zu mir steht, mehr Zeit schenken. Aber auch meiner Heimat, Neukirchen-Vluyn, würde ich gerne 5 weitere Jahre meiner Arbeits- und Schaffenskraft anbieten.“

(Foto: Christian Voigt/LokalKlick)

Christian Voigt/LokalKlick

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