Austausch über die Rolle der Uniklinika: Staatsekretärin Sabine Weiss (Mitte) mit Vorstandsmitgliedern des Universitätsklinikums Düsseldorf: (v.l.) Torsten Rantzsch (Pflegevorstand), Prof. Dr. Dr. Frank Schneider (Vorstandsvorsitzender, Ärztlicher Direktor), Ekkehard Zimmer (stv. Vorstandsvorsitzender, Kaufmännischer Direktor) und Prof. Dr. Nikolaj Klöcker (Dekan der Medizinischen Fakultät) (Foto: UKD)

Düsseldorf. Zu Besuch am Universitätsklinikum Düsseldorf: die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium Sabine Weiss

Um Sonderaufgaben der Universitätsmedizin und die Rolle der universitären Versorgung in der gegenwärtigen Coronavirus-Pandemie ging es beim Besuch der Parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, Sabine Weiss, am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD). Auf Einladung des Vorstandes machte sich Weiss am Donnerstag (27. August 2020) ein Bild von den aktuellen Herausforderungen, mit denen das UKD im Einzelnen und die Universitätsklinika insgesamt konfrontiert sind.

„Die Krankenhäuser haben in den vergangenen Monaten Großartiges geleistet“, betonte Weiss: „Gerade bei der Versorgung von schwer erkrankten Covid-19-Patientinnen und –Patienten haben wir sehr von der medizinischen Expertise in den Universitätskliniken profitiert. Die Pandemie hat uns noch einmal vor Augen geführt, wie stark unser Gesundheitssystem ist. Wir werden gemeinsam daran arbeiten, dass das auch in Zukunft so bleibt.“

Diskutiert wurde unter anderem über die Rolle der Universitätsklinika als Innovationszentren sowie über die besonderen Herausforderungen bei der Behandlung von schwersterkrankten Patientinnen und Patienten, die aus eigenem Antrieb oder auf Empfehlung von Ärzten und Krankenhäusern ihre Hoffnung aus gutem Grund auf die universitäre Versorgung setzen. „Die Universitätsklinika gehen hier bei der Anwendung von Innovationen gerne in Vorleistung“, schilderte Prof. Dr. Dr. Frank Schneider, UKD-Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor die Lage, wies aber darauf hin, dass dieser Punkt in der Vergütung medizinischer Leistungen nur unzureichend abgebildet sei.

Das Gespräch ging auch auf die fehlende Finanzierung der ärztlichen Weiterbildung ein. Der Nachwuchs an Fachärztinnen und Fachärzten ist im Kampf um ein gutes Gesundheitssystem besonders wichtig. Dennoch werden Gelder für diese wichtige Aufgabe den Unikliniken und den anderen Weiterbildungsstellen vorenthalten – obwohl hier ein großer Teil der zukünftigen Fachärzte ausgebildet wird.

Mit Blick auf die Coronavirus-Pandemie sieht sich der UKD-Vorstand bestätigt, dass die Einheit von Forschung, Lehre und Krankenversorgung einen großen Vorteil biete. Das bewiesen zum Beispiel die schnelle Entwicklung von Corona-Tests und die Fortschritte in der Impfstoffforschung – jeweils mit großen Impulsen aus deutschen Universitätsklinika vorangetrieben. Zudem wurde hervorgehoben, dass eine Vorhaltung von Kapazitäten notwendig sei, wie die Pandemie gezeigt habe. Insbesondere Notfall- und Intensivkapazitäten, die Hygiene, Virologie, Infektiologie und Epidemiologie seien so gefragt wie nie zuvor.

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