Prof. Dr. Andreas Pinkwart (l.), Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, überreichte Stefan Lessenich (M.) im Beisein von IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz den Zulassungsbescheid (Foto: IHK)
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Tönisvorst. „Digitalen und stationären Einzelhandel zusammendenken“

Stefan Lessenich hegte schon seit geraumer Zeit den Wunsch, sein stationäres Spielwarengeschäft in Tönisvorst um eine Website und einen Webshop zu ergänzen. Umso gelegener kam das Sonderprogramm zum Projektaufruf „Digitalen und stationären Einzelhandel zusammendenken“ des NRW-Wirtschaftsministeriums. Lessenich hat sich beworben – und jetzt, im Rahmen der Aktionstage „Heimat shoppen“, von Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, den Zuwendungsbescheid überreicht bekommen.

„Ich weiß, dass das Fördergeld bei Herrn Lessenich in guten Händen ist“, erklärte Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein. „In der über 100-jährigen Geschichte des Geschäfts hat sich die Familie immer wieder den Herausforderungen gestellt und Veränderungen angenommen.“ Der Aufbau eines digitalen Angebots neben dem stationären Geschäft sei nun die jüngste Veränderung. „Diesem Beispiel sollten viele Einzelhändler folgen“, sagte Steinmetz.

Gleichzeitig betonte er, dass Aktionen und Events wie verkaufsoffene Sonntage und Weihnachtsmärkte für den Einzelhandel und die Innenstädte wichtig seien und appellierte an den Minister: „Setzen Sie sich bitte weiterhin für die verkaufsoffenen Sonntage ein.“ Damit der Einzelhandel die durch die Corona-Pandemie fehlenden Umsätze zumindest zum Teil ausgleichen kann, hatte das NRW-Wirtschaftsministerium mit einem Erlass geregelt, unter welchen Voraussetzungen Gemeinden wegen der veränderten Rahmenbedingungen auf der Grundlage des Ladenöffnungsgesetzes verkaufsoffene Sonntage grundsätzlich zulassen können. Das Oberverwaltungsgericht aber hat bereits geplante verkaufsoffene Sonntage in einigen Städten gekippt. Auch sollten laut Steinmetz Weihnachtsmärkte und andere Veranstaltungen nicht zu früh abgesagt werden. „Hier sind Kreativität und Konzepte gefragt, damit die Märkte unter Beachtung aller Hygiene- und Schutzmaßnahmen stattfinden können.“

Auch für Lessenich sind verkaufsoffene Sonntage sehr wichtig. „An diesen Tagen schaffen wir es, auch Menschen von außerhalb in die Stadt zu holen“, sagt der Einzelhändler. Sein zweites Standbein, den Webshop, hofft er bis Weihnachten an den Start zu bringen. „Wir haben uns wegen des finanziellen Kraftaktes nicht getraut“, sagt Lessenich. Der Lockdown aber habe gezeigt, dass es schwierig und sehr aufwändig sei, ohne Webshop Bestellungen abzuwickeln. „Deshalb haben wir die Chance genutzt und uns an dem Projektaufruf beteiligt.“ Und wenn der Webshop gut laufe, werde er noch jemanden einstellen.

Minister Pinkwart zeigte sich von der Firmengeschichte des Unternehmens Lessenich beeindruckt. „Sie haben Ihr Geschäftsmodell immer wieder angepasst und gehen jetzt mit der Digitalisierung in eine neue Phase“, sagte er nach der Überreichung des Zuwendungsbescheids. „Es ist spannend, wie die Digitalisierung den Präsenzhandel unterstützen und ergänzen kann. Dabei fördern wir die kleinen Einzelhändler mit den Mitteln aus dem Projektaufruf.“ Schließlich zeige die Corona-Krise, wie wichtig es sei, dass sich der Einzelhandel digital aufstelle und so ein zweites Standbein aufbaue.

Pinkwart sagte zu, dass er sich weiterhin dafür einsetze, dass verkaufsoffene Sonntage in diesem Jahr ermöglicht werden. Darüber hinaus müsse man darüber nachdenken, wie man die durch Corona notwendig gewordenen Anforderungen so umsetzen könne, dass Weihnachtsmärkte stattfinden könnten. „Wir benötigen jetzt Pragmatismus und den Willen zur Innovation, das wünsche ich mir von allen Akteuren“, betonte Pinkwart.

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