Neu an der UDE / UK Essen: Nieren- und Transplantationsspezialist Prof. Dr. Lars Pape (Foto: UDE/Frank Preuß)
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Essen. Sie kennen das Krankenhaus oft viel zu gut: chronisch kranke Kinder und Jugendliche. Gerade für sie ist der Wechsel vom Kinder- zum Erwachsenenarzt eine große Herausforderung. Wie begleitet man sie dabei am besten? Das ist nur eines der Forschungsthemen von Nierenspezialist Prof. Dr. Lars Pape. Er hat die Professur für Kinderheilkunde an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) übernommen.

„Ich forsche an neuen Biomarkern in Blut und Urin und speziellen weißen Blutkörperchen (T-Zellen), mit denen sich Krankheiten erkennen und einschätzen lassen. Sie sollen helfen, die Diagnostik nach Transplantationen, die immunsuppressive Therapie und die Behandlung von Infektionen zu verbessern“, erklärt der 47-Jährige. Des Weiteren möchte er diese Indikatoren für Infektionserkrankungen, wie aktuell SARS-CoV-2, weiterentwickeln und bestmöglich auch bei verschiedenen Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen einsetzen. Pape will so Vorhersagemodelle voranbringen.

Gleichzeitig setzt er sich besonders für die Transition ein, den geplanten und nicht zu abrupten Übergang der medizinischen Behandlung von Kindern und Jugendlichen hin zur erwachsenenorientierten Versorgung. Sein Fokus liegt auch hier auf chronisch nieren- und leberkranken Kindern und Jugendlichen. Gemeinsam mit Kollegen entwickelt er Leitlinien und will ein deutschlandweites Modell schaffen. „In der Ambulanzroutine habe ich früh Probleme gesehen, die bei der Transition auftreten und bin überzeugt davon, dass wir sie Schritt für Schritt durch Einführung neuer Strukturen und Schulungen, verbessern können und damit auch das Überleben nach Nierentransplantation.“. Ein weiter Schwerpunkt für Ihn ist die Digitalisierung der Medizin – ein Thema das bestens in die medizinische Fakultät in Essen integriert werden kann.

Pape ist neben weiteren Ämtern Schatzmeister der International Society of Pediatric Transplantation und der Gesellschaft für Transitionsmedizin und wurde 2018 mit dem renommierten Rudolf-Pichlmeyer-Preis der Deutschen Transplantationsgesellschaft ausgezeichnet. Er studierte Medizin in Hannover, Toronto und Montreal und absolvierte seine Ausbildung zum Kinder- und Jugendarzt an der Medizinischen Hochschule Hannover. Hier habilitierte er sich im Jahr 2005 und wurde 2009 zum Professor berufen. Neben der nun übernommenen Professur ist er zudem stellvertretender Direktor der Klinik für Kinderheilkunde II sowie leitender Arzt des KfH Nierenzentrums für Kinder und Jugendliche in Essen.

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