Mit Hilfe des IHK-Willkommenslotsen David Pfeil (l.) macht Issam Alnajjar (M.) eine Ausbildung bei Heinz-Peter Küppers, Geschäftsführer der Küppers Ingenieure GmbH & Co. KG in Mönchengladbach (Foto: IHK)
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Mönchengladbach. Unternehmen, die geflüchtete Menschen in ihren Betrieb integrieren möchten oder bereits Geflüchtete beschäftigen, kennen das Problem: Es gibt viele bürokratische Hürden, die viel Zeit in Anspruch nehmen, und längst nicht alle können ohne professionelle Hilfe gemeistert werden. Diese Hilfe bieten die Willkommenslotsen der Ausbildungs-GmbH der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein an. Und das mit Erfolg, wie das Beispiel von Issam Alnajjar zeigt, der gerade bei der Küppers Ingenieure GmbH & Co. KG in Mönchengladbach eine Ausbildung zum Technischen Systemplaner für Versorgungs- und Ausrüstungstechnik begonnen hat. Vermittelt wurde der junge Syrer vom IHK-Willkommenslotsen David Pfeil.

Der inzwischen 27-Jährige ist Ende 2015 aus Damaskus nach Deutschland geflohen. Bis dahin hatte er drei Jahre Architektur studiert, das Studium habe er aber wegen des Bürgerkriegs nicht abschließen können. „Deshalb habe ich mich entschieden, erst einmal die Sprache zu lernen“, erzählt Issam Alnajjar in beinahe perfektem Deutsch. Perfekt formuliert und sehr detailgetreu seien auch sein Lebenslauf und seine Bewerbungsunterlagen gewesen, erinnert sich David Pfeil. Nach einer Infoveranstaltung, bei der das Projekt Willkommenslotsen vorgestellt wurde, habe sich Issam Alnajjar bei ihm gemeldet. Der hatte sich inzwischen dazu entschlossen, eine Ausbildung zu machen. „Von der Küppers Ingenieure GmbH & Co. KG wusste ich, dass sie offen für Praktika sind, also habe ich die beiden zusammengebracht“, sagt der IHK-Willkommenslotse.

Aus dem Praktikum wurde dann schnell eine Ausbildung. Geschäftsführer Heinz-Peter Küppers: „Man hat sofort gemerkt, dass er ein Gefühl für Gebäude hat und mit Zeichnungen umgehen kann.“ Überhaupt zeige er sich sehr engagiert und motiviert. Und mit dem nach seiner dreieinhalbjährigen Ausbildung möglichen Weg zum Techniker hat Issam Alnajjar gute Perspektiven über das Ende seiner dreieinhalbjährigen Ausbildung hinaus. Alle Beteiligten sind sich sicher, dass der 27-Jährige seinen Weg machen wird. Dank seiner aufgeschlossenen Art und nicht zuletzt auch dank seiner privaten Kontakte zu deutschen Personen – Issam Alnajjar lebt in einer Wohngemeinschaft mit vier Studentinnen, mit denen er ausschließlich deutsch spricht – sei er bestens integriert. „Und ein Paradebeispiel dafür, wie wichtig der Spracherwerb ist“, so David Pfeil.

Die Willkommenslotsen der IHK Ausbildungs-GmbH sind für Unternehmen und Geflüchtete wie folgt zu erreichen: Claudia Seifert (Krefeld und Kreis Viersen), Tel. 02131 9268-553; David Pfeil (Mönchengladbach und Rhein-Kreis Neuss), Tel. 02131 9268-557. Außerdem bieten die Berater am 27. Oktober von 13.30 bis 15 Uhr eine Telefonhotline an.

Das Projekt wird im Rahmen des Programms „Unterstützung von Unternehmen bei der betrieblichen Integration von Geflüchteten durch Willkommenslotsen“ durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

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