Seit 40 Jahren schon kümmert sich Charlotte Heck (li) ehrenamtlich um Bewohner des Seniorenhauses Korschenbroich – Grund für Einrichtungsleiterin Iris Baldus (re), ihr einmal Dank zu sagen (Foto: Rheinland Klinikum/ S. Niemöhlmann)
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Korschenbroich. Seit 40 Jahren unterstützt die Kleinenbroicherin Charlotte Heck (84) das Team des Seniorenhauses Korschenbroich bei der Betreuung alter Menschen

Mit 84 Jahren ist Charlotte Heck um einiges älter als so mancher ihrer Schützlinge im Seniorenhaus Korschenbroich. Seit 40 Jahren engagiert sich die Kleinenbroicherin ehrenamtlich in der Einrichtung der Rheinland Klinikum Neuss GmbH. Und daran wird sich auch so schnell nichts ändern, ist der aktiven Großmutter von drei Enkeln „ihr“ Seniorenhaus doch im Laufe so vieler Jahre eine Herzenssache geworden. Das Ausscheiden aus dem Heimbeirat, dem sie immerhin 17 Jahre als Mitglied angehört hatte, nahm Einrichtungsleitung Iris Baldus nun zum Anlass, um Charlotte Heck für vier Jahrzehnte Einsatz zu danken: „Frau Heck ist immer gut gelaunt, hat viel Geduld und stets ein offenes Ohr für Bewohner und Mitarbeiter, denen sie oft auch viel Arbeit abgenommen hat“, findet sie lobende Worte, „durch ihre herzliche und offene Art ist Frau Heck eine echte Bereicherung für unser Haus.“

Als Charlotte Heck ihre ehrenamtliche Tätigkeit im damaligen Kreisseniorenhaus Korschenbroich aufnahm, war sie selbst gerade 44. „Als Christin wollte ich mich engagieren. Und das Haus lag gegenüber der evangelischen Kirche, so hat sich das ergeben“, erinnert sich die aus der Mark Brandenburg stammende Protestantin, „damals sind wir mit fünf Frauen gestartet.“ Zweimal wöchentlich mindestens besucht sie das Haus: Einkaufen und Besorgungen machen, Bewohner durchs Haus begleiten, an Gesprächskreisen und Singrunden teilnehmen, erzählen – aber „vor allem zuhören“, wie sie betont. „Da ist während des Corona-Lockdowns viel weggebrochen, was etwa bei Menschen mit Demenz nicht alles durch Telefongespräche aufzufangen war“, erzählt sie, „die kennen mich persönlich, aber nicht vom Telefon. Und dann regt ein Anruf eher auf.“

Was inzwischen wieder geht: „Kürzlich habe ich bei wunderschönem Wetter spontan mit einer 92jährigen Bewohnerin im Rollstuhl einen Spaziergang in den Ortskern unternommen. Das war für die Dame, wie ‚die Welt‘ zu entdecken, davon hat sie tagelang gezehrt“, schildert sie Erlebnisse, die auch für sie Glücksmomente sind.

Dass die sportliche 84-Jährige die knapp vier Kilometer zwischen ihrem Zuhause in Kleinenbroich und dem Seniorenhaus an der Freiheitstraße grundsätzlich mit dem Fahrrad zurücklegt, hat sie schon oft als wohltuend empfunden. „Vor allem nach etwas traurigen Gesprächen mit den Bewohnern habe ich auf dem Heimweg durch die Bewegung und den Blick in die Natur etwas Abstand gewonnen“, sagt sie. Ob sie sich selbst vorstellen kann, irgendwann in eine Senioreneinrichtung umzuziehen? „Ich fände es schön, in einem Mehrgenerationenhaus zu leben“, beschreibt sie ihre Idealvorstellung, „aber natürlich kann es von einem Moment auf den anderen notwendig werden, in ein Heim zu gehen. Ich glaube, ich würde mir dann bald einen eigenen Zirkel aufbauen wollen.“

Längst hat Charlotte Heck mit ihrem sozialen Engagement neben Kindern und Enkeln auch Ehemann Wolfgang (87) angesteckt, der sich jahrelang als Einzelbetreuer im Seniorenhaus Korschenbroich betätigt hat. Sich für andere einzusetzen, denen es nicht so gut geht, ist für sie ganz natürlich. Und in ihren Augen keine Einbahnstraße. „Ein Zitat von Marie von Ebner-Eschenbach bringt auf den Punkt, was ich empfinde“, sagt sie, ‚Die Menschen, denen wir eine Stütze sind, geben uns den Halt im Leben.‘“

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