Klinik in der Ukraine (Foto: Klaus Kösling)
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Bedburg-Hau. Gegen die Not im Winter – Betten, Bettwäsche, Stühle, Rollstühle und Behandlungsliegen sind auf dem Weg in die Ukraine – LVR-Kliniken Bedburg-Hau und Langenfeld schicken Hilfsgütertransporter zur Psychiatrischen Klinik in Lviv

Rund 9 Tonnen Hilfsgüter sind in den vergangenen Tagen in der LVR-Klinik Langenfeld und in Bedburg-Hau, sowie der LVR-Krankenhauszentralwäscherei in Bedburg-Hau, auf drei Lastwagen verladen worden und nun auf den Weg in das über 1500 km entfernte Psychiatrische Krankenhaus in Lviv (ehemals Lemberg) in der Ukraine. 52 Krankenhausbetten, Rollatoren und Rollstühle, Behandlungsliegen, zahlreichen Matratzen und jede Menge Wäschesäcke mit Bettwäsche und Textilien aller Art, sowie ausrangiertes Porzellan und medizinische Geräte gehören zu den Spenden, die die LVR-Klinik Bedburg-Hau und ihre Mitarbeiter gesammelt und zur Verfügung gestellt haben.

Die Idee zur Spendenaktion geht zurück auf eine langjährige Partnerschaft mit der Klinik in der Ukraine. Unterstützt wird die Aktion erneut von der Deutsch-Polnischen Gesellschaft für Seelische Gesundheit e.V. und die gemeinnützige Gesellschaft „Engagement Global“, die sich für weltweite wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung einsetzt. Der ehemalige ärztliche Leiter der LVR-Klinik Mönchengladbach, Dr. Ralf Seidel und der ehemalige ärztliche Leiter des Bereiches „Soziale Rehabilitation“ der LVR-Klinik Bedburg-Hau, Dr. Elmar Spancken, von der Hilfsgemeinschaft der Langenfelder Klinik und die Psychiatrische Hilfsgemeinschaft e.V. der Bedburg-Hauer Klinik haben bereits in den vergangenen Jahren solche Spendenaktionen organisiert und unterstützt. Sie wissen aus persönlichen Besuchen von den katastrophalen Verhältnissen der Psychiatrischen Kliniken in der Ukraine. Die Situation in der Versorgung psychisch Kranker ist dort durch die militärischen Auseinandersetzungen der vergangenen Jahre stark eingeschränkt worden. So ist die Anzahl der Patient*innen, die aufgrund von Kampfhandlungen oder speziellen Notsituationen psychisch krank werden, deutlich gestiegen. Die aktuelle Pandemie hat die ärztliche Versorgungslage nochmals verschlechtert. Die Klinik Kulparkov, die in den kommenden Tagen den Hilfsgütertransport erwartet, ist mit mehr als 1500 Patient*innen überbelegt und am Rande ihrer Kapazitäten angekommen. Die finanziellen Mittel sind so beschränkt, dass weder eine vollwertige Ernährung noch die medikamentöse Versorgung sichergestellt werden kann.

„Wir wissen von der schwierigen Situation der Psychiatrischen Kliniken in der Ukraine nicht zuletzt durch Gespräche mit Mitarbeitenden der Partnerklinik und persönlichen Besuchen vor Ort. Seitdem versuchen wir immer wieder nach Wegen und Mitteln, unsere Solidarität nicht nur verbal auszudrücken, sondern auch gezielte Hilfe zu leisten“, erklärt der Kaufmännische Direktor der LVR-Klinik Bedburg-Hau Stephan Lahr. „Ich freue mich darüber, dass wir auch in diesem Jahr wieder insgesamt drei LKW mit Hilfsgütern auf die Reise in die Ukraine schicken können“, so Lahr. „Nur durch die wertvolle Unterstützung der „Engagement Global“, die die Finanzierung der Transporte übernehmen und auch bei der Abwicklung der schwierigen Formalien für solche Hilfsgütertransporte unterstützend zur Seite standen, können solche Transport überhaupt bewältigt werden, so der Kaufmännische Direktor.

„Mich hat der Besuch der Psychiatrischen Kliniken in der Ukraine, gemeinsam mit Klinikvertretern im vergangenem Jahr tief bewegt“, erzählt Klaus Kösling, Koordinator für Schutzmaßnahmen des Klinikverbundes, während die letzten Stühle auf den LKW in Bedburg-Hau verladen werden.

„Die derzeitige Situation hat sich zu den verheerenden Bedingungen im vergangenen Jahr leider weiter verschlechtert. Deshalb war es uns allen ein Anliegen, schnell und unbürokratische Hilfe zu leisten, die in den uns bekannten Kliniken auch ankommt“, so Kösling weiter.

„Ohne die Unterstützung von vielen sind solche Spendenaktionen jedoch nie durchzuführen. Unser Dank gilt u.a. den Fahrern der Lastwagen der Dinslakener Spedition C. Spaarmann Logistics GmbH, die zwei Tage unterwegs sein werden, bevor die Ladung an ihrem Ziel ankommen wird. „Vasil“ wird den LKW aus Bedburg-Hau fahren. Er steht stellvertretend für alle anderen wichtigen Partner, die uns bei den Transport– und Zollformalitäten wertvolle Hilfestellungen gegeben haben, mitangefasst und unterstützend tätig waren, wo immer es nötig war“, unterstreicht Kösling die Bedeutung aller Helfer.

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