Chefärztin Dr. Cordula Koerner-Rettberg und Oberarzt Patrick Salaschek im aktuellen Triagierungsraum der Kinderklinik (Foto: privat)
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Wesel. Die Notfallambulanz in der Kinderklinik des Marien-Hospitals, einer Einrichtung der pro homine gGmbH, verzeichnet seit geraumer Zeit einen erhöhten Zulauf. Um dem gerecht zu werden, wird dieser Bereich nun modernisiert, umgebaut und als eigenständige Einheit neu konzipiert. „So verbessern wir unser medizinisches Angebot für die Familien in der Region weiter“, sagt Chefärztin Dr. Cordula Koerner-Rettberg. Die Umbauarbeiten gehen mit der laufenden Errichtung eines vierten Kreißsaals im Marien-Hospital einher.

Neben dem kinderärztlichen Notdienst der niedergelassenen Ärzte, der auch außerhalb der regulären Praxisöffnungszeiten Kinder mit dringlichen gesundheitlichen Problemen versorgt, ist die Kinderklinik Anlaufstelle insbesondere für junge Patienten, die evtl. einer stationären Versorgung bedürfen. Die Notfallambulanz ist dafür rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche erreichbar.

Breites Spektrum

Das Spektrum der Erkrankungen ist groß: Behandelt werden Kinder mit Luftnot bei viralen Atemwegsinfekten, Krampfanfällen, akuten Bauchschmerzen, hohem Fieber oder Austrocknung bei viraler Magendarmgrippe. Auch Kinder mit chronischen Grunderkrankungen wird bei akuten Problemen, etwa „Entgleisung“ bei Diabetes mellitus, Atemwegsproblemen bei Mukoviszidose oder schwerem Asthma bronchiale, in der Notfallambulanz geholfen. Die Betreuung chronisch kranker Kinder in Spezialambulanzen ist ein Schwerpunkt der Kinderklinik.

„Wir sehen uns einem kontinuierlich steigenden Bedarf für eine Notfallversorgung gegenüber“, sagt Chefärztin Dr. Cordula Koerner-Rettberg. Dies habe komplexe, zum Teil gesellschaftliche Ursachen, und liege zudem an einer steigenden Zahl chronisch kranker Kinder. Die Folge: Im letzten Winter kam die Notfallambulanz bei zusätzlich starker Grippe-Saison und vermehrten Atemwegsinfektionen (RS-Virus) sowohl räumlich als auch personell an ihre Grenzen. „Mit dem Umbau und der Neustrukturierung reagieren wir nun darauf“, so die Chefärztin.

Dies bedeutet im Einzelnen: 

  • In der Notfallambulanz wird seit Jahresanfang triagiert, d.h. an erster Stelle wird der medizinisch dringlichste Patient behandelt, nicht der zuerst gekommene.
  • Mit Beginn der Corona-Zeit im März erfolgte eine Verdopplung der Raumkapazitäten, um infektiöse und nicht-infektiöse Patienten zu trennen. Seitdem gibt es nach der Ersteinschätzung unterschiedliche Warte- und Behandlungsräume für infektiöse und nicht-infektiöse Patienten.
  • Unabhängig von Corona wird die Notfallambulanz der Kinderklinik nach dem Umbau über zwei Warteräume, Triagierungsräume und drei Behandlungszimmer verfügen. Die Ambulanz, die sich noch inmitten der Station K1 befindet, ist künftig baulich von der Station getrennt und über einen separaten Eingang in der ersten Etage der Kinderklinik erreichbar. Die Bauarbeiten sollen im zweiten Quartal 2021 beendet sein. Im Erdgeschoss des Anbaus rundet ein neuer Haupteingang für die Kinderklinik das umfangreiche Bauprojekt ab.

Auch personell wurde in der Notfallambulanz aufgestockt: Im Herbst und Winter unterstützt ein zweiter Assistenzarzt den Wochenend-Dienst, und die Notfallambulanz ist unter oberärztliche Leitung durch Patrick Salaschek, Kinderarzt und Neonatologe, gestellt. „Auch wenn die neuen Räume leider noch nicht im Winter fertiggestellt sein werden, sind wir für die infektreiche Jahreszeit gewappnet“, sind Chefärztin Dr. Koerner-Rettberg und Oberarzt Salaschek überzeugt.

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