Lisa Hummel ist 32 Jahre alt und hat Brustkrebs. Sie rät: „Bei Verdacht sofort zum Arzt“ (Foto: Universitätsklinikum Düsseldorf/UKD)
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Düsseldorf. Informationen über Brustkrebs gibt es beim (Online-)Patientinnentag des Brustzentrums am 31. Oktober 2020 – UKD-Frauenklinik informiert über die neusten Diagnose- und Therapieverfahren bei Brustkrebs

Lisa Hummel ist 32 Jahre alt und hat Brustkrebs. Entdeckt hat sie den Tumor im Frühjahr selbst beim Abtasten der Brust. Es folgten verschiedene diagnostische Verfahren, unter anderem drei Biopsien, ein MRT und zwei Ultraschall. Im Mai dann die Diagnose: Mammakarzinom in einem frühen Stadium. Für sie ein Schock: „Natürlich wusste ich, dass auch junge Frauen an Brustkrebs erkranken können und hatte im direkten Umfeld auch eine gleichaltrige Kollegin, die betroffen ist. Aber in meiner Familie gab es keinerlei Vorerkrankungen, ich war in meinem Leben nie ernsthaft krank und ich gehe regelmäßig zur Krebsvorsorge.“

 

Ab 40 Jahren nimmt das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken zu –  Aber auch junge Frauen können betroffen sein

Von ihrer Frauenärztin wird sie an das Brustzentrum der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) verwiesen, wo sie seit Mai behandelt wird. Aktuell hat sie die Elfte von sechszehn Chemotherapien geschafft. Die Chemos sind anstrengend, aber mittlerweile verträgt ihr Körper die Therapie: „Im ersten Teil der Chemotherapie ging es mir nicht gut. Ich hatte schlechte Blutwerte und musste einige Tage im Krankenhaus behandelt werden. Mittlerweile geht es, aber die Chemos strengen mich noch sehr an. Ich bin froh, wenn dieser Teil der Therapie vorbei ist.“

Junge Patientinnen wie Lisa Hummel behandelt das Team der UKD-Frauenklinik immer wieder. Prof. Dr. Tanja Fehm, Direktorin der Klinik und deutschlandweit renommierte Brustkrebs-Expertin, erklärt: „Viele Menschen halten Brustkrebs immer noch für eine Erkrankung von älteren Frauen. Tatsächlich ist es so, dass Frauen unter 40 Jahren etwa sieben Prozent der Betroffenen ausmachen, danach nimmt das Risiko deutlich zu. Viele junge Frauen haben sich mit dem Thema Brustkrebsvorsorge aber noch nie beschäftigt und glauben, es betreffe sie nicht. Bei vielen Brustkrebsarten gilt: Je früher ein bösartiger Tumor erkannt wird, desto höher sind die Chancen auf Heilung. Es ist daher besonders wichtig, dass wir auf das Thema Brustkrebs aufmerksam machen und über mögliche Früherkennungen und Therapien berichten.“

UKD-Patientinnentag Brustkrebs am 31. Oktober: In diesem Jahr als Online-Veranstaltung

Um möglichst viele Frauen zu erreichen, veranstaltet das UKD-Brustzentrum schon seit einigen Jahren einen Patientinnen-Informationstag. Hier werden neue Therapiemöglichkeiten, der aktuelle Stand der Forschung und auch Präventionsmaßnahmen vorgestellt sowie individuelle Fragen beantwortet. In diesem Jahr findet der Patientinntentag des Brustzentrums am Samstag, 31. Oktober 2020, von 10.00 – 12.00 Uhr statt – aufgrund der aktuellen Situation als kostenlose Online-Veranstaltung.

Für Dr. Svjetlana Mohrmann, Oberärztin an der UKD-Frauenklinik und Koordinatorin des Brustzentrums, auch eine neue Situation: „Natürlich waren wir traurig, als wir unseren ‚normalen‘ Patientinnentag absagen mussten. Er ist jedes Jahr eine sehr schöne Gelegenheit, um mit unseren aktuellen Patientinnen, aber auch mit Angehörigen und Interessierten außerhalb der Klinik ins Gespräch zu kommen und ihre Fragen zu beantworten. Das neue Online-Format ist aber auch eine Chance. Man kann an unserem Patientinnentag jetzt ganz gemütlich von zuhause aus teilnehmen. Das Onlineformat spricht zudem auch jüngere Patientinnen oder Betroffene an, denen es noch unangenehm ist, in der Öffentlichkeit über ihre Erkrankung zu sprechen. Auch in der Online-Version wird es natürlich die Möglichkeit geben, individuelle Fragen mit der nötigen Privatsphäre zu stellen.“

Thematisch wird es auch in diesem Jahr um Neuigkeiten aus der Brustkrebs-Diagnostik und Informationen zu verschiedenen Therapiemöglichkeiten gehen. Eine abschließende Diskussion der Selbsthilfegruppe „Frauen für Frauen“ lässt Betroffene selbst zu Wort kommen. Teilnehmen kann man online über die Kommunikationsplattform „Microsoft Teams“ oder via Telefon. Alle Informationen zum Ablauf und zur Teilnahme gibt es auf: www.uniklinik-duesseldorf.de/patientinnentag-brustzentrum

„Einen Verdacht sollte man auf gar keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen“

Lisa Hummel hat aufgrund ihrer frühen Diagnose gute Heilungschancen. Ihre letzte Chemotherapie ist für den 19. November angesetzt. Ihr ist es wichtig, dass Frauen – auch in ihrem Alter – sich frühzeitig Gedanken, um die Brustkrebsvorsorge machen „Man sollte sich selbst abtasten und wenn man etwas fühlt, zum Arzt gehen. Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig. Ich bin froh, dass meine Frauenärztin meinen Verdacht ernst genommen hat und mich nach dem bestätigten Verdacht an das Brustzentrum der Uniklinik verwiesen hat. Ich kann nur jedem raten, einen Verdacht nicht auf die leichte Schulter zu nehmen – egal in welchem Alter.“

 

(Online) Tag der offenen Tür und Patientinnentag 2020
UKD-Brustzentrum

Samstag, 31. Oktober 2020
10:00-12:00 Uhr

Informationen und Zugangslink unter:
www.uniklinik-duesseldorf.de/patientinnentag-brustzentrum

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