So leicht soll es demnächst auch in den Behörden laufen. Dafür engagieren sich Monika Rintelen, Feli Püttmann und Shoan Vaisi (Foto: privat)
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Essen. „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“. Gemäß dieses Mottos sind Bürger und Geschäftsleute der Essener Nordstadt aktiv geworden, um ihren Teil zur Verbesserung der Situation in der Essener Ausländerbehörde beizutragen. Denn da gibt es eine Menge Probleme: Die Wartezeit für einen Termin, zum Beispiel für die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis, beträgt im Schnitt unglaubliche 10-12 Monate, die Bearbeitung von Anträgen dauert erheblich länger als in anderen Ruhrgebietsstädten – und durch die Überlastung der Mitarbeiter und den Stress bei den Antragstellern sind Frust und Probleme vorprogrammiert.

„Auslöser des Ganzen war der Facebook-Post eines Freundes, in dem er seine Erfahrungen mit der Behörde schilderte; zum Beispiel, dass er sage und schreibe dreizehn Monate auf einen Termin dort gewartet hat“, erläutert Monika Rintelen, die ehrenamtlich im Vielrespektzentrum Essen tätig und im Vorstand der VielRespektStiftung ist und zu den Machern der Initiative gehört. „Wir haben uns daraufhin schnell mit Betroffenen und Fachleuten getroffen und beschlossen, dass wir was tun müssen.“ Zu den Aktiven, die sich für Verbesserungen bei der ABH einsetzen, gehören neben Monika Rintelen auch Feli Püttmann, Betreiberin des Nordstadthostels „Ruhrtropolis“, Shoan Vaisi, Dolmetscher und angehender Sozialarbeiter und andere. Alle vereint, dass sie bei der Begleitung von Geflüchteten ihre Erfahrungen mit der Ausländerbehörde Essen gemacht haben – „gute und schlechte“, wie sie betonen.

Und da es eben nicht nicht bei der bloßen Kritik an den schwierigen Zuständen bei der ABH bleiben soll,  ist die Initiative “EvA“ (”EvA“ = Empowerment von Ausländer:innen) entstanden. Ab dem 28.10. gibt es im Vielrespektzentrum in der Rottstraße eine neue Koordinierungsstelle, die sicherstellt, dass möglichst viele Geflüchtete bei ihren Terminen in Behörden, beim Jobcenter oder in Sprachschulen von Ehrenamtlichen begleitet werden.

„Die Begleiter können bei Sprachproblemen und mit Formularen helfen, emotional unterstützen und kennen die Probleme dort. Erfahrungsgemäß hilft das sehr bei der effektiven Bearbeitung vieler Vorgänge“, erklärt Monika Rintelen. „Und so wird insgesamt jede Menge Zeit eingespart.“. Geplant sind darüber hinaus lockere Treffs im VRZ und offene Sprechstunden. Ein Flyer wird in mehreren Sprachen über dieses Angebot des VRZ informieren. Monika Rintelen unterstützt die Koordinierungsstelle mit einer Anschubfinanzierung von 20 000 €.

Auch politisch setzen sich die Nordstadt-Aktiven für eine Verbesserung der Situation und die Entlastung der Behörde ein. So könnten allein vierhundert Arbeitsstunden pro Jahr gespart werden, wenn Geflüchtete nicht alle drei Monate zur Verlängerung ihrer Duldung in die ABH müssten, oder diese Verlängerungen durch die Bürgerämter erfolgen könnten.

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