Der Vorstand des Trägervereins v.l.n.r.: Dr. G. Fischer, Prof. Dr. W. Kleinebrink, H. Wallrafen, Dr. T. Grünewald, Dr. K. Wiegmann und Dr. R. Keuchen (Foto: © Stadt MG)
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Mönchengladbach. Hochschulpräsident Dr. Thomas Grünewald zum Vorsitzenden gewählt

Das TextilTechnikum hat einen Trägerverein. Bislang war das TextilTechnikum formal eine Unterabteilung des Städtischen Museums Schloss Rheydt. Der neue Trägerverein, dessen Gründung auf einen Beschluss des Rates der Stadt Mönchengladbach zurückgeht, bietet den Vorteil, flexibler agieren zu können. Vor allem gibt er den Partnern des TextilTechnikums die Möglichkeit, den künftigen Kurs intensiv mitzugestalten.

Die Stadt Mönchengladbach verfügt im TextilTechnikum über eine bedeutende Sammlung historischer Textilmaschinen. Seit 2015 ist diese im Monforts Quartier an der Schwalmstraße öffentlich zugänglich. Seither erleben Individual – und Gruppenbesucher die Geschichte der Textiltechnik anhand vorführbereiter Maschinen. „Darüber hinaus sieht sich das TextilTechnikum nicht allein als musealer Ort an einem authentischen Industriestandort, sondern es bündelt vielfältige Aktivitäten in einem textilen Themenspektrum“, erklärt Dr. Gert Fischer, der städtische Beigeordnete für Kultur. Es war beispielsweise in den letzten drei Jahren wichtiger Teil eines wissenschaftlichen Forschungsprojektes zur Geschichte der Farbstoffe. Hintergrund: Die weltweit wohl einmalige (textile) Farbstoffsammlung der Hochschule Niederrhein wird ebenfalls an der Schwalmstraße gezeigt.

„Die Hochschule hat weitreichende Pläne an diesem Standort“, erläutert ihr Präsident Dr. Thomas Grünewald. „Hier soll das großangelegte Projekt Textilfabrik 7.0 seinen Ausgang nehmen, da fügt sich das TextilTechnikum hervorragend ein.“ Grünewald ist in der Gründungsversammlung am 13. Oktober zum ersten Vorsitzenden des neuen Vereins TextilTechnikum e.V. gewählt worden.

Zum Vorstand des Vereins gehören außerdem: Prof. Dr. Wolfgang Kleinebrink, Geschäftsführer Verband der Rheinischen Textil- und Bekleidungsindustrie (Stellvertretender Vorsitzender), Dr. Gert Fischer, Beigeordneter für Bildung, Kultur und Sport der Stadt Mönchengladbach, Helmut Wallrafen, Geschäftsführer der Sozial-Holding Altenheime der Stadt Mönchengladbach GmbH, Dr. Rolf Keuchen, Vorsitzender der Otto von Bylandt-Gesellschaft und Dr. Karlheinz Wiegmann, Direktor des Städtischen Museum Schloss Rheydt.

Die Partnerschaften, die nun auch im Trägerverein zusammenkommen, waren aber auch bisher schon von Bedeutung. Die Eröffnung im Monforts Quartier war nur möglich durch die finanzielle Unterstützung der Textilwirtschaft. Gern erinnert sich Rolf Königs, Präsident des Verbandes der Rheinischen Textil- und Bekleidungsindustrie, daran, wie er sich damals aufmachte, seine Unternehmerkollegen von der Notwendigkeit und Unterstützung der neuen Einrichtung zu überzeugen – mit großem Erfolg. Mittlerweile erlernen auch die Schüler der von den Verbänden der Rheinischen Textil- und Bekleidungsindustrie und der Nordwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie in unmittelbarer Nachbarschaft errichteten Textilakadamie regelmäßig an den alten Maschinen im Monforts Quartier die grundlegenden technischen Abläufe.

Wie für den Textilverband stand es auch für Helmut Wallrafen, den Geschäftsführer der Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach, außer Frage, sich am neuen Verein zu beteiligen. Seit vielen Jahren ist ein Berufsqualifizierungsprojekt der Sozial-Holding zentraler Baustein der Arbeit des TextilTechnikums. Einen Vorstandsposten übernahm er aber als Geschäftsführer der Altenheime der Stadt Mönchengladbach GmbH. „Der Arbeit mit älteren Menschen kommt an diesem Ort besondere Bedeutung zu“, so Wallrafen. Eingebunden in ein größeres Forschungsprojekt wurde daher mit Landesförderung unter Führung der Altenheim GmbH ein besonderes Programm für Menschen mit Demenzerkrankungen im TextilTechnikum entwickelt. Eines der zahlreichen Projekte, die im Technikum in den letzten Jahren realisiert wurden. Ein verlässlicher Partner ist dabei seit jeher die Otto von Bylandt-Gesellschaft. Ihr Vorsitzender, Dr. Rolf Keuchen, freut sich daher: „Im neuen Verein sind wir noch viel stärker in die Planungen einbezogen.“

„Die Vereinsgründung bringt uns deutlich nach vorn“, sagt auch Dr. Karlheinz Wiegmann, als Museumsdirektor von Schloss Rheydt nun Geschäftsführer des neuen Vereins. Sie ist geeignet, Raum für die vielen unterschiedlichen Projekte zu geben. Aktuell zeigt beispielsweise die Montagsstiftung „Made in Rheydt. Textile Geschichte von gestern und heute“ – im Zentrum ein 32 Meter langer Teppich, entstanden mitten in Rheydt. Genauso wichtig wie die Vereinsmitglieder sind auch künftig die finanziellen Förderer wie das Land NRW, der LVR oder die textile Berufsgenossenschaft. Wiegmann blickt dabei zuversichtlich in die Zukunft: „Es tut sich so viel“. Aktuell bringt der Techniker des Hauses, Holger Hellwig, die alte Dampfmaschine wieder in Schwung, unterstützt vom Berufskolleg Rheydt-Mülfort für Technik und der benachbarten Firma Hepp-Schwamborn. Und mit Finanzierung des LVR und des Landes sollen ab Januar „Textil-Tutorials“ entstehen. In einem neuen Youtube-Kanal soll die Arbeit mit und an den Maschinen dokumentiert werden – damit nicht nur die Technik erhalten bleibt, sondern dieses Wissen nicht verloren geht.

 

Der Verein im Überblick:

TextilTechnikum e.V.

c/o Städtisches Museum Schloss Rheydt, Schlossstraße 508, 41238 Mönchengladbach

Vorsitzender: Dr. Thomas Grünewald, Präsident der Hochschule Niederrhein

Stellv. Vorsitzender: Prof. Dr. Wolfgang Kleinebrink, Geschäftsführer Verband der Rheinischen Textil- und Bekleidungsindustrie

Kassierer: Dr. Gert Fischer, Beigeordneter für Bildung, Kultur und Sport der Stadt Mönchengladbach

Beisitzer: Helmut Wallrafen, Geschäftsführer der Altenheime der Stadt Mönchengladbach GmbH

Beisitzer: Dr. Rolf Keuchen, Vorsitzender der Otto von Bylandt-Gesellschaft

Beisitzer: Dr. Karlheinz Wiegmann, Direktor Städtisches Museum Schloss Rheydt

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