Hier arbeiten alle zusammen: Teamarbeit im Endoprothetikzentrum (Foto: privat)
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Moers. In Deutschland werden jährlich rund 400.000 Gelenkersatzoperationen an Hüfte und Knie durchgeführt. Ziel dieser Eingriffe ist es, die Mobilität sowie die Lebensqualität der Patienten zu verbessern, da bei schwerer Gelenkarthrose ein Kunstgelenk die letzte Behandlungsoption ist, wenn alle anderen, konservativen Maßnahmen ausgeschöpft sind.

Um die Qualität der endoprothetischen Versorgung zu erhalten und zu verbessern, ist ein hohes Maß an Spezialisierung, Kompetenz und Erfahrung erforderlich. Dies wird durch eine unabhängige Zertifizierung überprüft und sichergestellt. Es wird dadurch eine der bisherigen ungeregelten Versorgungsstruktur überlegene, medizinische Qualität, Patientenorientierung und wirtschaftliche Effizienz angestrebt.

Die Daten des Endoprothesenregisters Deutschlands zeigen eindeutig, dass in Kliniken, an denen besonders viele künstliche Hüft- und Kniegelenke eingesetzt werden, erheblich weniger Komplikationen wie zum Beispiel Nachoperationen auftreten.

„Die Klinik für Orthopädie und Traumatologie am St. Josef Krankenhaus Moers ist seit 2014 als EndoProthetikZentrum zertifiziert“, berichtet Chefarzt Dr. Michael Jonas nicht ohne Stolz. Das Zertifikat belegt, dass in dieser Klinik künstliche Gelenke in besonders guter und standardisierter Qualität eingesetzt werden. Aufgrund der kontinuierlich steigenden Fallzahl und der gleichbleibend hohen Versorgungsqualität in der Medizin, der Pflege, der Physiotherapie und der Orthopädietechnik wurde die Klinik für Orthopädie und Traumatologie am St. Josef Krankenhaus Moers im September 2020 als Zentrum der höchsten Versorgungsstufe für künstliche Hüft- und Kniegelenke ausgezeichnet und ist erstes zertifiziertes EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung in der Region; die nächsten Maximalversorger am linken Niederrhein sind in Viersen und Neuss zu finden.

Aufgrund des Lockdowns in der Corona-Pandemie mussten hierzulande hunderttausende nichtakute Operationen verschoben werden. Darunter fielen auch viele Gelenkersatzoperationen; der Rückgang von Hüftgelenkersatzoperationen betrug deutschlandweit rund 80 %.

Ein Teil dieser Operationen wird zurzeit nachgeholt. Auch in der Klinik für Orthopädie und Traumatologie am St. Josef Krankenhaus Moers werden für diese Patienten besondere Sicherheits- und Hygienemaßnahmen wie Corona-Testungen bei der Aufnahme durchgeführt. „Patienten mit Gelenkersatzoperationen werden nur in ausgewiesenen Bereichen behandelt, welche nur Corona-freien Patienten zugänglich sind“, versichert Dr. Michael Jonas, Chefarzt der Klinik.

Sollten die Patienten dennoch aus Angst vor einer Infektion die Operation absagen oder sollte ein neuerlicher Lockdown die Kapazitäten der Krankenhäuser für nichtakute Operationen reduzieren, können gezielte Therapien die Gelenkschmerzen reduzieren.

Moderate Bewegung des erkrankten Gelenks sorgt für die Versorgung des noch intakten Knorpels mit Nährstoffen und stärkt die Muskulatur von Hüfte und Kniegelenk.

„Tägliche sanfte Übungseinheiten wie bewusstes Treppensteigen, häufiges Aufstehen vom Stuhl oder Sofa sowie schonende Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking halten die Muskulatur kräftig und bessern die Beweglichkeit“, empfiehlt Dr. Jonas.

Für einige Wochen kann die entzündete und dadurch schmerzende Gelenkschleimhaut mit sogenannten nicht-steroidalen Entzündungshemmern (NSAR) erfolgreich behandelt werden. Stärkere, häufig vom Opium abgeleitete Schmerzmittel bergen das Risiko einer Abhändigkeit und können mit Schwindel und Stürzen einhergehen, so dass diese laut den aktuellen wissenschaftlichen Leitlinien nur in einer geringen Dosis angewandt werden sollten.

Sind die Schmerzen trotz aller Maßnahmen nicht beherrsch bar, ist die Gelenkersatzoperation auch in der Corona-Pandemie die einzige sichere Möglichkeit zur Schmerzreduktion.

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