Hepatologe Dr. Christoph Vogt beantwortet Fragen zu Lebererkrankungen (Foto: privat)
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Moers. Jeder Tag ist Leber-Tag

Die Leber, mit einem Gewicht von über einem Kilogramm das größte und schwerste Organ unseres Körpers, ist ein wirkliches Hochleistungsorgan: sie filtert täglich 2.000 l Blut, das bedeutet 1,5 Liter pro Minute. Darüber hinaus steuert die Leber den Fett- und Zuckerstoffwechsel. Um so wichtiger ist es, dass dieses Organ, das schädliche Substanzen ausscheidet, gesund bleibt. Doch unser Lebensstil und unsere Ernährungsgewohnheiten machen dem sensiblen Organ Tag für Tag zu schaffen: Fettes Essen, Medikamente und Alkohol greifen die Leber an und können schlimmstenfalls bleibende Schäden hinterlassen.

Aber auch Stoffwechsel- und Autoimmunerkrankungen oder Viruserkrankungen können Ursache für erhöhte Leberwerte sein. Es gibt sehr viele verschiedene Krankheitsbilder in der sogenannten Hepatologie, der Leberheilkunde.

„Lebererkrankungen sind tückisch“, so Dr. Christoph Vogt, Direktor des Zentrums Innere Medizin am St. Josef Krankenhaus, „sie können jahrelang unentdeckt bleiben, da sie erst im späten Stadium Beschwerden verursachen.“ sagt der Leberspezialist. In Deutschland leiden rund 5 Millionen Menschen an einer Erkrankung der Leber. Die häufigste Erkrankung der Leber ist die sogenannte Fettleber. „Hier lagern sich winzige Fetttröpfchen in den Leberzellen ab, die im Verlauf der Erkrankung zunehmen und, zu einer Entzündung der Leber, der sogenannten Hepatitis, führen“, erklärt der Mediziner, „das führt im schlimmsten Fall zu einer Leberzirrhose, dem Endstadium jeder chronischen Lebererkrankung.“

„Gerade im Frühstadium sind viele Lebererkrankungen sehr gut behandelbar“, weiß Dr. Vogt, „die Fettleber lässt durch Änderung des Lebensstils positiv beeinflussen.“ „Viruserkrankungen wie Hepatitis B und C sind mittlerweile gut behandelbar, teilweise sogar komplett heilbar“ freut sich der Hepatologe. Die Selbstheilungskräfte der Leber sind legendär: Nach Entfernung eines Teils der Leber wächst dieser in kurzer Zeit wieder nach. So können auch größere Lebertumore gut operativ behandelt werden.

Auch wenn Lebererkrankungen meist aufgrund fehlender oder unspezifischer Symptome oft unbemerkt bleiben und die Leber still leidet, so können zum Beispiel unerklärlicher Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, Druckempfindlichkeit im Oberbauch sowie eine Gelbfärbung von Haut und Augen erste Anzeichen sein, die durch eine Kontrolle der Leberwerte im Blut abgeklärt werden sollten.

Zum 21. Deutschen Lebertag, der unter dem Motto: Check-up für die Leber steht, hatte das St. Josef Krankenhaus einen Lebertag mit Vorträgen und Infoständen geplant. Dieser kann nun coronabedingt nicht stattfinden. Stattdessen können Interessierte Ihre Fragen zu Lebererkrankungen in einer Telefon-Hotline mit Chefarzt Dr. Christoph Vogt besprechen.

Am Donnerstag, 19. November 2020, ist der Hepatologe in der Zeit von 15:00 bis 18:00 Uhr unter folgender Telefonnummer zu erreichen: 02841 107-13501

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