Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Darius Salehin (Foto: Detlef Ilgner)
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Mönchengladbach. Das Endometriosezentrum des Ev. Krankenhauses Bethesda der Johanniter unter der Leitung von Dr. Darius Salehin ist jetzt klinisches und wissenschaftliches Zentrum

Endometriose, die schmerzhafte, chronische Frauenkrankheit, bei der sich Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter ansiedelt, ist in den vergangenen Jahren mit ihren Symptomen und Auswirkungen stärker ins Bewusstsein von Ärzten und Patientinnen gerückt. „Aber immer noch gibt es eine Diagnoseverzögerung von sieben bis zehn Jahren“, stellt Priv. Doz. Dr. Darius Salehin, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Ev. Krankenhaus Bethesda der Johanniter, fest. Er leitet das Endometriosezentrum des Krankenhauses und trägt mit Fortbildungskonzepten und Vorträgen bei internationalen Kongressen dazu bei, das Wissen über die Krankheit zu vertiefen. Dafür wurde das Endometriosezentrum jetzt mit der Zertifizierungsstufe III ausgezeichnet, der höchsten erreichbaren Stufe.

Das Endometriosezentrum des Bethesda hat einen überregionalen Ruf. Mit der Entwicklung und dem Angebot der Masterclass Endometriose für Chef- und Oberärzte wurde ein Format geschaffen, das international Aufsehen erregte und nun auf europäischer Ebene übernommen wird. Das Endometriosezentrum liegt mit mehr als 600 jährlichen Behandlungen weit über der für die Zertifizierung erforderlichen Zahl. Es gehört damit zu den Top 5 unter den Endometriosezentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Doch für den Chefarzt steht nicht die Quantität im Vordergrund. „Die einzelne Patientin muss im Mittelpunkt stehen, es geht immer um eine patientinnenzentrierte Versorgung“, betont Salehin. Deshalb hat sich das Endometriosezentrum einmalig in der Region nicht nur von der Fachgesellschaft zertifizieren lassen, sondern in einem parallelen Audit auch von der Endometriose-Vereinigung, die von den Selbsthilfegruppen getragen wird. Die Endometriose-Vereinigung vergibt das Zertifikat QuEndo für hervorragende Arbeit im Bereich Selbsthilfefreundlichkeit und Patientinnenorientierung. Das Bethesda gehört zu den ersten beiden Kliniken in Deutschland, die dieses Zertifikat erhalten haben.

Für die von Endometriose Betroffenen – in Deutschland erkranken jedes Jahr rund 40.000 Frauen daran – lässt sich allgemein eine positive Perspektive aufzeigen. Die Chance, dass die schmerzhafte Krankheit schnell entdeckt und behandelt wird, steigt „Es hat in der Endometriosebehandlung in den letzten Jahren einen großen Schub gegeben“, erklärt Salehin. „Die Diagnostik hat sich sehr verbessert und es stehen neue pharmakologisch wirksame Substanzen zur Verfügung.“

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