Der Transformator verlässt die Umspannanlage Dellbrügge (Foto: Frank Peterschroeder)
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Essen. Ein rund 80-Tonnen Energieschwergewicht, fast zehn Meter lang, drei Meter breit und knapp vier Meter hoch, verlässt die Umspannanlage Dellbrügge in der Essener Innenstadt. Die Umspannanlage versorgt nun mit einem bestehenden Transformator und dem supraleitenden Kabel Teile der Essener Innenstadt mit Strom. Dazu gehören unter anderem Abschnitte des Nord- und Südviertels, des Stadtkerns, sowie von Huttrop. Das supraleitende Kabel wurde 2014 innerhalb eines Großprojektes eingebaut und ersetzt eine herkömmliche 110.0000 Volt Umspannung.

Der Grund für die Entnahme des Trafos ist in erster Linie, dass ein zweiter Trafo für die Stromversorgung nicht mehr Notwendig ist und an einer anderen Stelle Verwendung finden wird. Daher wird der Energiekoloss von einem Schwerlasttransporter in die Trafowerkstatt der Westnetz nach Wesel befördert. Dort wird der Transformator generalüberholt und die technische Lebensdauer wird durch moderne Instandsetzung verlängert. Mitte 2021 findet der Trafo seinen neuen Einsatz in einer anderen Umspannanlage. Für den Umzug war es nötig, die Betonwände des Gebäudes zu demontieren. Der freigewordene Platz in der Umspannanlage wird nun für einen Löschwassertank genutzt. Dieser ist wichtig für einen technisch hochwertigen Brandschutz.

Eine Besonderheit: Das Gebäude trägt eine Lichtinstallation mit dem Namen „MeerLicht“. Diese wurde 2002 als Beitrag zum Essener Stadtjubiläum entworfen und angebracht. Die Lichtkunst muss während der Bauzeit zur Sicherung abgenommen werden, findet nach dem Bauprojekt aber dort wieder ihren Platz. Insgesamt investiert Westnetz mehr als 395.000 Euro in das Projekt.

„Die Entnahme des Energiekolosses bedeutet einen nicht unbeachtlichen logistischen und technischen Kraftakt. Wichtig ist uns dabei ganz besonders, dass wir eine zuverlässige Stromversorgung gewährleisten. Außerdem haben wir den Termin der Entnahme ganz bewusst in diese Zeit gelegt. Durch die Corona-Rahmenbedingungen findet im Umfeld momentan kein Weihnachtsmarkt statt. So bleiben die Auswirkungen auf das Umfeld möglichst gering“, erklärte Thomas Walkiewicz, Leiter des Regionalzentrums Ruhr der Westnetz.

Hochspannungsschaltanlagen bilden die Schaltstellen im Verteilnetz, welches die elektrische Energie von den Kraftwerken und Einspeisern zum Endverbraucher übertragen. Transformatoren dienen der Spannungsumwandlung von 110.000 Volt auf die darunter liegende Ebene von 10.000 Volt und verbinden die vorgelagerte Verteilnetzebene mit dem örtlichen Stadtnetz.

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