Im Januar 2020 präsentierte Dino Maas (m.) zusammen mit der ehemaligen Ratsfrau der Linken, Gabi Kaenders, im Beisein des FDP-Vorsitzenden Martin Borges die Gründung der Fraktion Freie Demokraten (FD) bei einer Pressekonferenz. Kurz zuvor hatten die Ratsherren Paul Süßer und Otto Laakmann die gemeinsame FDP-Fraktion mit Dino Maas verlassen und zunächst die Fraktion "Freie Bürgerliste Moers (FBM)" gegründet (Foto: Archiv)
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Moers. Nach dem die FDP Moers in der letzten Woche das Ratsmandat von Dino Maas zurückforderte, wirft ihr der kommissarische Vorsitzende der Freien Bürgerliste Moers (FBM), Heinz Dams, scheinheiliges Handeln vor. Das Argument der FDP, dass Dino Maas sein Mandat über die FDP-Liste errungen habe, lässt Dams nicht gelten. In einer Pressemeldung drückt Dams sein Erstaunen aus, dass die FDP auf diesen Sachverhalt hinweise.

„Dabei verschweigen die FDP-Verantwortlichen, dass, mit offensichtlicher Unterstützung der Julis, Dino Maas in der Fraktion ins Abseits gedrängt werden sollte. Bereits im Sommer dieses Jahres gab es Berichte von einem derartigen Gespräch in einer Moerser Gaststätte, das Mitglieder des FDP-Vorstands miteinander geführt hatten. Aber zu diesem Zeitpunkt, lange vor der Kommunalwahl, diente Maas noch als Zugpferd der Moerser FDP. Nach den Kommunalwahlen hätte er seine Schuldigkeit getan“, benennt Dams das nach seiner Auffassung als „ein besonderes Maß an Scheinheiligkeit in der Moerser FDP und setzt den bereits 2019 eingeschlagenen Weg der Intrigen gegen Mitglieder mit Kompetenz und Erfahrung fort. Dass Dino Maas vor diesem Hintergrund, der ihm nicht verborgen blieb, eine gemeinsame Fraktion mit Paul Süßer von der FBM eingegangen ist, war daher nur folgerichtig“. Beweise für seine Behauptungen fügt Heinz Dams in seiner Meldung nicht bei.

Die FDP hingegen reagiert auf die Vorwürfe von Dams nüchtern: „Wir als FDP standen vor und nach der Wahl hinter Dino Maas als Vorsitzender einer FDP-Fraktion, bis er sich von uns und dem Wählerwillen abgewendet hat. Die haltlosen Beschuldigungen von Herrn Dams sind gegenstandslos und richten sich selbst“, kommentiert der stellvertretende FDP-Vorsitzende Dietmar Meier besonnen. Die Moerser Liberalen haben mit der Causa Maas abgeschlossen und werden sich in Zukunft wichtigen Themen und einer Neuaufstellung widmen.

Dino Maas wollte nach der Bitte um Stellungnahme seitens der LokalKlick-Redaktion gerne auf das Angebot zurückkommen, jedoch gab es keine Rückmeldung zur zeitlichen Absprache von ihm.

Bei der Kommunalwahl im September verpasste die FDP um wenige Stimmen das dritte Ratsmandat, die beiden gewählten FDP-Kandidaten Dino Maas und Martin Borges hätten mit ihren zwei Mandaten die Mindestvoraussetzung für die Bildung einer Fraktion erreicht. Anders sah es für Paul Süßer aus, seine FBM zog nur mit seinem Mandat in den Rat ein und er wäre ohne Fraktionsstatus mit wenigen Mitsprache- und Entscheidungsmöglichkeiten ausgestattet gewesen. Maas nannte noch in der letzten Sitzung der alten Ratsperiode seine bisherige Fraktion in Offene Bürgerliste Moers, kurz: OBM um. In der im November begonnenen neuen Legislaturperiode bildet er mit Paul Süßer diese neue Fraktion. Martin Borges ist nun für die FDP als Einzelratsmitglied im Stadtrat vertreten. Starke Kritik gab es seitens der Bürgerschaft zu diesen Geschehnissen, da die OBM bei der Kommunalwahl als solches noch nicht zur Wahl stand.

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