Der Beigeordnete Marcus Beyer (links) und Rachid Jaghou, Betriebsleiter Zentrales Gebäudemanagement, stellen die Gebäudezustandserfassung vor (Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken)
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Krefeld. In einem mehrstufigen Projekt sind von Oktober 2018 bis August 2020 insgesamt 385 Gebäude des städtischen Gebäudemanagements hinsichtlich ihres Zustands systematisch analysiert und bewertet worden. Diese Gebäudezustandserfassung bildet eine wichtige Voraussetzung für eine strukturierte Maßnahmen- und Projektplanung, aber auch die Grundlage für eine strategische Personal- und Finanzplanung. „Für uns ist das ein Meilenstein”, betont der Beigeordnete Marcus Beyer. Diese Daten bilden eine Basis für zukünftige Handlungskonzepte und für eine Priorisierung von Baumaßnahmen. Zurzeit verfügen nur wenige Kommunen über eine solch detaillierte Übersicht. „Wir spielen eine Vorreiterrolle”, sagt auch Rachid Jaghou, Betriebsleiter Zentrales Gebäudemanagement.

Die Angaben über jedes einzelne Gebäude sind in einem drei- bis vierseitigen Steckbrief zusammengefasst. In diese fließen verschiedene Aspekte ein, beispielsweise ob eine Immobilie barrierefrei ist oder nicht, aber auch, ob eine andere Nutzungsform möglich wäre. „Es sind von den Liegenschaften auch umfangreich Fotos gemacht worden”, erklärt Jaghou. Ein Team bestehend aus drei Mitarbeitern des Gebäudemanagements sowie Mitarbeitern eines Düsseldorfer Fachbüros hat in den vergangenen anderthalb Jahren die Daten über die Bausubstanz (Dachkonstruktion und -abdichtung, Sonnenschutz und mehr) und die Gebäudetechnik (Sanitär- und Heizungszentrale Netze, Elektro, Beleuchtung und mehr) zusammengetragen.

Langfristiger Bedarf: Circa 1,71 Milliarden Euro

„Wir haben nun einen Datenschatz, der nicht isoliert stehen bleibt”, betont Beyer. Denn künftige Maßnahmen und Erkenntnisse werden fortlaufend eingepflegt, so dass die Angaben über die Gebäude aktuell belieben. Für die 199 städtischen Liegenschaften mit ihren 385 Gebäuden sind rund 5.000 kurz- und mittelfristig (jetzt bis sieben Jahre) Baumaßnahmen aufgelistet, die circa 205 Millionen Euro kosten würden. Der langfristige Sanierungs- und Investitionsbedarf (ab acht Jahren) liegt bei circa 1,71 Milliarden Euro. Dieser Wert basiert auf statistischen Erhebungen in Verbindung mit einer objektbezogenen Lebenszyklusbetrachtung über einen Zeithorizont von 25 Jahren.

55 Prozent Schulen

Die Liegenschaften und Gebäude verfügen über eine Bruttogeschossfläche von rund 547.400 Quadratmetern. Der größte Anteil fällt mit 55 Prozent auf die Schulen, gefolgt von sonstigen Gebäuden (zum Beispiel Museen, Theater, Veranstaltungsgebäude) mit 14 Prozent, Sporthallen mit zwölf Prozent, Verwaltungsgebäuden und Kindertageseinrichtungen mit je sieben Prozent und Wohnhäusern mit fünf Prozent. Im städtischen Haushalt 2021 sind rund 35 Millionen Euro etatisiert. Mit einem solchen jährlichen Budget und dem zurzeit vorhandenen Personal ließen sich die Maßnahmen in den ermittelten Zeiträumen umsetzen – vorausgesetzt, aktuelle Ereignisse tangieren die Planungen des Gebäudemanagements nicht.

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