Innerhalb des Stadtgebietes sind die SAPV-Teammitglieder viel mit E-Bikes und E-Lastenrädern unterwegs. Hier ist viel Platz, um das Equipment verstauen zu können. Außerdem sind die Elektroräder umweltschonend und sparen lange Parkplatzsuchen in den Innenstadtstadtteilen (Foto: Universitätsklinikum Düsseldorf/SAPV)
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Düsseldorf. Rund 300 Patientinnen und Patienten konnten betreut werden – Zehnköpfiges Team betreut Patientinnen und Patienten in Düsseldorf

Die Lebensqualität so lange wie möglich zu erhalten, Leiden vorzubeugen und zu lindern, Schmerzen zu behandeln und bei Beschwerden körperlicher, psychologischer, sozialer und spiritueller Art beizustehen: Die Palliativmedizin betreut Menschen mit nicht heilbaren und lebensbedrohlichen Krankheiten – häufig im letzten Abschnitt ihres Lebens. Für die Betreuung zuhause, hat die Palliativmedizin am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) ein eigenes ambulantes Palliativteam. In diesen Tagen feiert das zehnköpfige SAPV-Team (Spezialisierte Ambulante PalliativVersorgung) einjähriges Bestehen. Rund 300 Patientinnen und Patienten konnten in dieser Zeit betreut werden.

„Viele Menschen wollen ihren letzten Lebensabschnitt gerne zuhause in ihrer gewohnten Umgebung und nicht im Krankenhaus verbringen. Aufgrund der Schwere ihrer Erkrankung und den häufig damit einhergehenden Begleiterscheinungen – wie Schmerzen, Übelkeit – sowie den Sorgen und Ängsten, benötigen Palliativpatienten aber eine besondere Betreuung, die die allgemeine palliative Versorgung durch den Hausarzt und auch der normale Pflegedienst nicht leisten können. Unsere ambulante palliative Versorgung übernimmt diese Aufgaben. Im Schnitt versorgen wir die Patienten etwa 35 Tage lang. Eine stationäre Aufnahme im Krankenhaus ist in den meisten Fällen nicht nötig – etwa neun von zehn Patientinnen und Patienten können ihren Lebensabend wie gewünscht zuhause verbringen“, erklärt Dr. Dirk Wildner, Oberarzt des SAPV-Teams.

2020 ist auch für die Palliativmedizin ein besonderes Jahr. Das SAPV-Team war gerade einen Monat im Einsatz, als in China die ersten COVID-19 –Fälle bekannt wurden. Zunächst hat das Team wenig Auswirkungen gespürt, nun zeigt sich die besondere Rolle der Palliativmedizin in der aktuellen Situation: „Corona hat unsere Arbeit bislang kaum beeinträchtigt, da wir flexibel auf die sich ändernden Herausforderungen reagieren konnten. Während der ersten Welle im Frühjahr haben wir keine corona-positive Person versorgt und die Patientenzahlen waren auf dem gleichen Niveau. Wir arbeiten nach hohen Sicherheits- und Hygienestandard, haben mittlerweile mehrere Patientinnen und Patienten mit einem positiven Befund und sind auch in Pflegeeinrichtungen mit Infektionen aktiv. Wir versorgen zudem genesene Corona-Patienten, die aufgrund einer anderen Erkrankung palliativ betreut werden und könnten auch steigende Patientenzahlen begleiten,“ so der erfahrene Facharzt für Innere Medizin, Palliativmedizin und Schmerzmedizin.

Hintergrund:

Ambulanter Palliativdienst unterstützt Patienten in ihrer gewohnten Umgebung

Das interdisziplinäre Team bietet Betreuung rund um die Uhr – 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Die SAPV ersetzt nicht die Behandlung durch den niedergelassenen Hausarzt oder des Pflegedienstes, sie ist ein ergänzendes und unterstützendes Angebot. Die Besuche finden – je nach Absprache – nach Bedarf und auch regelmäßig statt.

„In erster Linie geht es uns um kontinuierliche Betreuung, darum arbeiten wir eng mit den Hausärzten und Pflegeteams zusammen. Jeder von uns erfüllt einen Teilaspekt in der Versorgung der Palliativpatienten. Gerade bei Ängsten und Schmerzen beruhigt es häufig schon, wenn man jemanden erreicht hat, der sich Zeit für einen nimmt. Wir können schnell und flexibel zum Patienten fahren und helfen“, erklärt Dr. Martin Neukirchen, Leitender Arzt des Interdisziplinären Zentrums für Palliativmedizin (IZP) an der Uniklinik Düsseldorf. Vor Ort behandeln die ambulanten Ärzte und Pflegenden in enger Zusammenarbeit mit Betroffenen, Hausarzt, Pflegedienst und Angehörigen die Symptome. Nach einer Verordnung durch den behandelnden Arzt, erfolgt die Finanzierung durch die Krankenkasse.

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