Bürgermeister Prof. Dr. Christoph Landscheidt und Investor Oliver Bloch (mo.studio) (Foto: Jan Bergmann)
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Kamp-Lintfort. Pläne werden konkreter und sollen bald öffentlich ausliegen

Die Landesgartenschau ist vorbei. Jetzt soll auf dem Zechengelände das neue Stadtquartier Friedrich Heinrich entstehen. „Wir haben uns mit dem Planungswettbewerb zur Nachnutzung des Zechengeländes schon früh auf den Weg für die Entwicklung des Quartiers Friedrich-Heinrich gemacht. Nach vielen Gesprächen werden die Planungen nun konkreter“, erklärt Bürgermeister Prof. Dr. Christoph Landscheidt. Mit Oliver Bloch steht ein erster Investor in den Startlöchern. Der Projektentwickler aus Meerbusch saniert mit seinem Büro mo.Studio aktuell bereits das ehemalige Fördermaschinenhaus sowie weitere Zechengebäude. Nun möchte er zusätzlich die Flächen zwischen dem Quartiersplatz und dem Schirrhof von der RAG Montan Immobilien erwerben und entwickeln. „Das gesamte Gelände mit dem Park und dem industriellen Charme hat einfach eine unglaublich hohe Attraktivität“, begründet Bloch seine Entscheidung.

Der Entwurf, welchen Bloch dem Haupt- und Finanzausschuss vorgestellt hat, umfasst etwa ein Drittel des neuen Stadtquartiers. Er sieht rund 460 Wohneinheiten sowie eine Einrichtung für betreutes Wohnen vor. Am neuen Quartiersplatz soll zudem einen Mix aus Restaurants, einer Bäckerei und Dienstleistern entstehen, die das Gebiet beleben sollen. „Das alte Werkstattgebäude wollen wir eventuell zu einer kleinen Markthalle umfunktioniert“, erzählt der Investor.

Die Stadt begleitet die Planung von Bloch schon länger und sieht darin auch viele Vorteile. „Das Projekt kann insbesondere einen Impuls für das neue Stadtquartier auslösen und weitere Projektentwickler auf das Gebiet aufmerksam machen“, erklärt der Bürgermeister. Das Ziel dabei: Auch die übrigen Grundstücke zügig zu entwickeln und dadurch ein längeres Brachliegen des Geländes verhindern. Er hoffe daher, dass die Grundstücksverhandlung zwischen der RAG Montan Immobilien und Bloch alsbald abgeschlossen werden. Dies würde für alle Seiten mehr Planungssicherheit geben.

Auch der Bebauungsplan, welchen Stadt und RAG Montan Immobilien seit Anfang des Jahres gemeinsam aufstellen, profitiere von der frühzeitigen Abstimmung, wie Monika Fraling, Leiterin des Planungsamtes, zu berichten weiß: „Dadurch können wir schon jetzt alle Belange zusammentragen und den Bebauungsplan auf das gemeinsam abgestimmte Vorhaben zuschneiden“. Die Fläche könnte so unmittelbar nach Abschluss des Verfahrens bebaut werden. Mittlerweile wurden verschiedene Gutachten und ein erster Planentwurf erarbeitet und eine frühzeitige Abstimmungsrunde mit den Fachbehörden durchgeführt. Im Anschluss daran soll auch die Öffentlichkeit über den neusten Planungsstand informiert werden. Wie und wann, das ist Corona bedingt allerdings noch offen. „Wir hoffen Anfang 2021 dieses wichtige Projekt ausführlich vorstellen zu können“, sagt Fraling. Wer Interesse am neuen Stadtquartier hat, kann die Pläne aber schon jetzt auf der städtischen Homepage einsehen oder sich per Telefon im Planungsamt informieren.

Wann der Bebauungsplan fertig ist und die ersten Bauten stehen, ist aber noch nicht absehbar. Angesichts der Größe des Gebietes und der integrierten Lage spricht der Bürgermeister von einem herausfordernden Projekt. „Aber wir geben weiter Gas, damit nach dem Zechenpark bald auch die andere Hälfe des ehemaligen Zechengeländes attraktiv gestaltet ist“, verspricht Landscheidt abschließend.

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