(Foto: Zoo Duisburg / Sandra Gräfen)
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Duisburg. Die Geburt eines kleinen Hippos begeistert das Zoo-Team. Ihr Name „Mudiwa“ stammt aus der Sprache des afrikanischen Volkes der Shona und bedeutet übersetzt „Liebling“

Das Duisburger Zwergflusspferd-Paar sorgt erneut für Nachwuchs. Hippo-Weibchen Ayoka brachte am 12. November bereits ihr drittes Jungtier zur Welt. Europaweit wird die vom Aussterben bedrohte Tierart nicht häufig gehalten und nur selten gezüchtet.

Zwergflusspferde sind Einzelgänger – das ist auch bei Atu und seiner Partnerin Ayoka nicht anders. Nur während der Paarungszeit verstehen sich die Beiden. Nach dem Auszug ihrer Tochter Jamina im Februar diesen Jahres duldet die als zickig geltende Ayoka ihren sensiblen Partner wieder etwas häufiger in ihrer Nähe. „Sie hat ganz klar die Hosen an und zeigt Atu deutlich, ob er erwünscht ist oder nicht“, plaudert Tierpfleger Alexander Nolte aus dem Nähkästchen. Daher ist bei der Zusammenführung der gemächlich wirkenden aber durchaus kräftigen Tiere Fingerspitzengefühl gefragt.

Das letzte Rendezvous der zwei Hippos im April verlief harmonisch. Gleich mehrere Tage verbrachten die Zwergflusspferde zusammen. Anschließend ging Atu seines Weges – und Ayoka nahm stetig an Gewicht zu. In den letzten Tagen verdichteten sich die Anzeichen für die bevorstehende Geburt, wie Alexander Nolte erzählt: „Ayoka war zurückhaltender, manchmal übellaunig und lag deutlich mehr. Auch ihr Bauch wölbte sich zunehmend  – ein sicheres Zeichen, dass es bald losgeht“. Am 12. November war es dann soweit. „Als wir am Morgen in den Stall kamen, schaute uns das Jungtier mit seinen Kulleraugen aus dem Strohbett an. Da war die Freude natürlich riesengroß“, erinnert sich der Tierpfleger, der auch mit Ayoka sehr zufrieden ist. „Sie hat alles genau im Blick und kümmert sich vorbildlich –einfach eine tolle Mutter“.

Einen Namen hat das kleine Zwergflusspferd auch schon bekommen: Mudiwa (=Liebling) stammt aus der Sprache des afrikanischen Volkes der Shona und wurde gemeinsam von den Tierpflegern und  der „Patentante“ ausgewählt. Denn schon vor der Geburt kündigte eine langjährige Unterstützerin des Zoos an, die Tierpatenschaft für das nun geborene Mini-Hippo zu übernehmen. „Tierpaten sind insbesondere in diesen außergewöhnlichen Zeiten ein wichtiger und zuverlässiger Rückhalt für unsere Tiere“, verdeutlicht Pressesprecher Christian Schreiner den Wert des nachhaltigen Engagements von fast 800 Tierpaten am Kaiserberg.

Für den Erhalt der charismatischen und zugleich stark gefährdeten Tierart ist jede Zucht unter geschützten Bedingungen ein wichtiger Schritt, denn europaweit werden jedes Jahr weniger als zehn kleine Zwergflusspferde in Zoos geboren. In ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet, den Regenwäldern Westafrikas, setzen Lebensraumverlust, Jagd, der Bau von Minen sowie kriegerische Auseinandersetzungen den Zwergflusspferden zu. Die IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) schätzt, dass es noch rund 2.000 – 2.500 Tiere in den Regenwäldern Afrikas gibt – mit abnehmender Tendenz.

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