Chefärztin Prof. Dr. Christiane Tiefenbacher (Foto: privat)
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Wesel. Jetzt auch bei der speziellen Behandlung von Diabetikern

Die internistische gefäßmedizinische Abteilung des Marien-Hospitals gehört wie in den Vorjahren zu den bundesweit besten. Die Angiologie als Teilgebiet der Klinik für Innere Medizin I unter Leitung von Chefärztin Prof. Dr. Christiane Tiefenbacher wurde in die Focus-Ärzteliste 2021 der 1500 Top-Mediziner Deutschlands aufgenommen – und das erstmals doppelt. Das Siegel des Magazins Focus würdigt die Leistungen der Klinik bei der Behandlung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit pAVK (bekannt als „Schaufensterkrankheit“) im Allgemeinen und insbesondere bei Diabetikern.

Die ausgewählten Spezialisten wurden von Mediziner-Kollegen und Patienten empfohlen. Außerdem flossen Behandlungs- und Leistungsspektrum, Spezialisierungen, Studien und Publikationen in die Bewertung mit ein. „Das ist eine schöne Bestätigung für das ganze Team“, freut sich Prof. Tiefenbacher. Die Auszeichnung ist zudem ein Beleg für das umfangreiche Expertenwissen der Klinik, in der neben der Chefärztin drei weitere Fachärzte für Angiologie tätig sind.

Behandlung der „Schaufensterkrankheit“

Die „Schaufensterkrankheit“ ist in nahezu allen Fällen eine Folge der Arterienverkalkung (Arteriosklerose) in den Beinen. Hauptrisiken sind Diabetes und Rauchen. Durch die Verkalkung kommt es zu Engstellen (Stenosen) in den Arterien, dadurch entstehen Durchblutungsstörungen der Beine. Diese Durchblutungsstörungen sorgen für Beschwerden beim Gehen, wodurch die Betroffenen nach einer bestimmten Strecke stehenbleiben müssen – daher die Bezeichnung „Schaufensterkrankheit“. Schreitet die Krankheit fort, können bereits im Ruhezustand Schmerzen auftreten. Sogar die Amputation kann drohen. Gerade bei Diabetikern kommt es, oft gepaart mit Wundheilungsstörungen, zu schweren Fällen von pAVK, vor allem in den kleinen Gefäßen der Unterschenkel. „Die sind so groß wie die Herzkranzgefäße“, sagt die Kardiologin Prof. Tiefenbacher.

Vorreiter bei Katheterverfahren

Die angiologische Abteilung des Marien-Hospitals gehörte bundesweit zu den Vorreitern bei der Anwendung von Kathetertherapien. Diese wurden hier schon in den 1990er Jahren etabliert. Heute sind sie Standard. Im Katheterlabor werden mit einer geringen Strahlenbelastung z.B. Engstellen (Stenosen) erweitert und verschlossene Gefäße wieder eröffnet, teilweise durch den Einsatz von Kathetern, die als Bohrer oder Fräse fungieren. Dabei kommen spezielle Stents (Metallgitter) und Ballonkatheter zum Einsatz – nicht nur an Beinen (bis in den Unterschenkel) und Armen, sondern auch bei Durchblutungsstörungen von Halsschlagadern, Nieren- und Bauchraumgefäßen.

Katheterverfahren werden zudem bei Erkrankungen der Venen angewandt, etwa um Thrombosen bei Lungenembolien aufzulösen oder Stents bei Verengungen der Venen einzusetzen. Das Absaugen von Blutgerinnseln aus den Venen zählt ebenfalls zu den Methoden, die in der angiologischen Abteilung des Marien-Hospitals etabliert sind.

Für operative Eingriffe besteht im Hause eine enge Zusammenarbeit mit der gefäßchirurgischen Abteilung der Klinik im Rahmen eines zertifizierten Gefäßzentrums. Der Wissenstransfer an den medizinischen Nachwuchs ist gewährleistet: Die Klinik verfügt über die volle Weiterbildungsermächtigung in der Angiologie.

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