Dr. Björn Carsten Schultheis, Sektionsleiter Interventionelle Schmerztherapie am Krankenhaus Neuwerk (Foto: © Krankenhaus Neuwerk)
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Mönchengladbach. Fast fünf Millionen Deutsche leiden an einer peripheren arteriellen Verschlusserkrankung (paVK), die sich – auch als Schaufensterkrankheit bekannt – vor allem in den Beinen bemerkbar macht. Etwa ein Drittel von ihnen ist angiologisch nicht therapierbar und hat trotz Gefäßrekonstruktion dauerhaft Ruheschmerzen. Ein neues Therapieangebot am Krankenhaus Neuwerk macht Betroffenen Hoffnung: die Neuromodulation.

Hinter dem technischen Begriff verbirgt sich ein bekanntes Therapieverfahren, bei dem ein Generator mittels schwacher elektrischer Impulse Ischämieschmerzen lindern kann. „Das im Volksmund als ‚Schmerzschrittmacher‘ bekannte Gerät ähnelt in seiner Funktionsweise tatsächlich einem Herzschrittmacher“, erklärt Dr. Björn Carsten Schultheis, Ärztlicher Leiter der Interventionellen Schmerztherapie. „Es wird unter die Haut implantiert,– nachdem der Patient es zuvor ausführlich extern testen konnte und von der Wirkung überzeugt ist.“ Hierbei wird unter örtlicher Betäubung eine Stimulationssonde in den Rückenmarkskanal gelegt. Schwache elektrische Impulse unterbrechen die Schmerzweiterleitung und erweitern die kleinen Blutgefäße. Patienten empfinden dies als warmes Gefühl in den Beinen, das den Schmerz lindert.

Auch bei einer paVK kann die Neuromdulation eine Therapieoption sein. „Wichtig ist, dass die ursächliche Therapie, etwa beim Gefäßchirurgen, abgeschlossen wurde“, so Schultheis. Dazu zählen neben durchblutungsfördernden Bewegungseinheiten oder Medikamenten auch der Einsatz von Stent oder Bypass, die keine hundertprozentigen Erfolgsaussichten bieten. „Die Neuromodulation bewirkt, dass die Gefäße sich wieder weiten und die Durchblutung verbessert wird.“ Betroffene erlangen ihre Beweglichkeit zurück – und gewinnen Lebensqualität.

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