Wolfgang Gebing, Bürgermeister der Stadt Kleve (Foto: Stadt Kleve)
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Kleve. Grußwort des Bürgermeisters der Stadt Kleve Wolfgang Gebing zum Jahreswechsel 2020/2021

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

erstmalig darf ich als Bürgermeister der Stadt Kleve zum Jahreswechsel ein Grußwort an Sie richten. Ich nutze diese Gelegenheit gerne, um eine Rückschau auf ein sehr außergewöhnliches und herausforderndes Jahr 2020 zu halten, aber auch um den Blick nach vorne zu richten. Das Jahr 2020 hat durch die Corona-Pandemie ziemlich durcheinandergeworfen, was für uns Alltag und Routine war, was wir gewohnt waren zu tun.

Spätestens ab März wurden von uns allen besondere Maßnahmen gefordert. Unsere Belastbarkeit, unsere Geduld und unsere Zuversicht wurden auf eine harte Probe gestellt. Wir mussten auf vieles verzichten und uns neue Gewohnheiten zu eigen machen. Viele Berufstätige und Selbstständige in unserer Stadt hatten mit existenziellen Nöten zu kämpfen und müssen trotz der staatlichen Hilfen immer noch in der Ungewissheit leben, wie es weitergehen wird. Es ist nicht klar, wie lange die stark betroffenen Branchen wie beispielsweise Tourismus und Gastronomie, Einzelhandel, Kultur und Veranstaltungsmanagement unter der lang anhaltenden Krise leiden werden und wie groß die Ausmaße sind. Auch Bund und Land, Städte und Gemeinden stehen vor großen finanziellen Herausforderungen, bedingt durch Ausfälle an Einnahmen und Gewerbesteuer. Trotz der in diesem Jahr erlassenen Haushalts­sperre und der finanziellen Unterstützung durch Bund und Land ist auch in Kleve in diesem und dem kommenden Jahr mit Defiziten im städtischen Haushalt zu rechnen.

Mit dem Lockdown wurden Feste, Partys, Konzerte, Theateraufführungen und weitere öffentliche Veranstaltungen abgesagt. Wir konnten in der Stadt und in den Ortsteilen keine Kirmes feiern. Für die Schausteller, Vereine und Kulturschaffenden war es ein schweres Jahr. Jubiläumsfeiern von Vereinen mussten auf das nächste Jahr verschoben werden und viele Jahreskonzerte von Musikvereinen und Chören sogar ganz ausfallen. Auch die Forstgartenkonzerte und das traditionelle Lichterfest zum Sommerabschluss konnten nicht stattfinden. Nach dem ersten Lockdown konnten im Rahmen des Hygienekonzepts wieder Veranstaltungen in der Stadthalle durchgeführt werden. Das Publikum erfreute sich an den Konzerten und Theatervorstellungen nicht nur an diesem Ort. Die Kulturschaffenden und Veranstalter haben sich Alternativen (Open Air Veranstaltungen, Autokino etc.) einfallen lassen. Leider sind seit November erneut keine Veranstaltungen mehr möglich. Der traditionelle Weihnachtsmarkt konnte leider nicht stattfinden. Bereits während des Jahres war ein Besuch des Museums nur eingeschränkt möglich. Ein Gang ins Museum ist derzeit nur per digitaler Führung möglich. Dies wird sich hoffentlich im nächsten Jahr wieder ändern. Zum 60-jährigen Jubiläum des B.C. Koekkoek-Hauses gab es statt einer großen Feier Videos.

Auch die Aktivitäten in den Sportvereinen konnten in diesem Jahr nur eingeschränkt stattfinden. Die Planungen zur Umsetzung des Sportentwicklungsplans mit dem 2. Bauabschnitt Sportzentrum Oberstadt sowie dem 1. Bauabschnitt Sportzentrum Unterstadt konnten dennoch beginnen.

 

Liebe Kleverinnen und Klever,

das Jahr hat auch neue Ideen hervorgebracht, unsere Kreativität angeregt, mehr Flexibilität gefordert und den Zusammenhalt gestärkt. Unsere Kontakte in den Familien und mit den Nachbarn wurden enger. Gleichwohl: Viele Seniorinnen und Senioren durften ihre Enkelinnen und Enkel nicht mehr in den Arm nehmen, konnten Freundinnen und Freunde nicht mehr treffen, mussten um Hilfe bitten und Hilfe annehmen für Dinge, die sie bisher alleine bewältigt hatten. Mich hat in dieser Krise immer wieder zutiefst berührt, wie wir hier in Kleve zusammengehalten haben. Ich bin stolz auf unsere Bürgerinnen und Bürger, die mit zahlreichen Initiativen, mit großer Hilfsbereitschaft und durch vielfältiges Engagement dazu beigetragen haben, dass wir diese Krise gut meistern konnten. Ich nenne hier nur die Nachbarschaftshilfen für Lebensmitteleinkäufe oder das Nähen von Mund- und Nasenmasken. Diese spürbare Solidarität untereinander hat uns einander nähergebracht – trotz aller Abstandsgebote.

Die Digitalisierung in der Verwaltung und an den Schulen wird auch im nächsten Jahr im Fokus stehen. Zuletzt sind die Schulen mit Digitalen Displays ausgestattet worden. Die Optimierung der Breitbandanbindungen wird sukzessive fortgeführt. Wir sind uns alle der Herausforderungen in den Schulen in diesem Jahr bewusst. Nach dem Lockdown im März und den ersten Erfahrungen mit Lernen auf Distanz folgte der Hybridunterricht und nach den Sommerferien wieder der Präsenzunterricht. Allen Beteiligten wird seit März eine hohe Flexibilität und Kreativität abverlangt. Planbar ist schon lange nichts mehr. Immer wieder ist spontanes Handeln erforderlich; zuletzt gerade wieder vor den Weihnachtsferien. Ich danke allen Beteiligten an dieser Stelle herzlich für ihr Engagement und diszipliniertes Verhalten. Die Neubauten und Sanierungen der Schulen werden wie bereits in diesem Jahr ungehindert fortgesetzt.

Nicht nur die Schulen, sondern auch die Kindertageseinrichtungen mussten ihren Betrieb anpassen. Zwar gehört es leider zur Routine, dass einzelne Gruppen oder Einrichtungen aufgrund von Quarantänemaßnahmen zeitweise schließen müssen, jedoch sind alle Beteiligten, Erzieherinnen und Erzieher sowie Kindertagespflegepersonen in Kleve bemüht, das Angebot an Erziehung, Betreuung und Bildung für die rund 1.900 Kinder und ihre Familien mit größtmöglicher Qualität aufrecht zu erhalten. Dabei ist so manches Mal Kreativität gefragt, wenn es um die Gestaltung der Abläufe in den Einrichtungen geht. Ich danke allen Erzieherinnen, Erziehern und Kindertagespflegepersonen für ihre Leistungen und ihren Einsatz sowie den Eltern für das hervorgebrachte Verständnis und die notwendige Flexibilität zum Umgang mit den coronabedingten Einschränkungen. Ich freue mich, dass nun auch bald die neu gebaute Kindertagesstätte in der Dorfstraße „KiKus Schatzinsel“ eröffnen wird. Aktuell laufen die letzten Arbeiten, damit das Team der Einrichtung und die Kinder einziehen und ihre „Schatzinsel“ erobern können.

In Kleve werden wir unseren Beitrag zur Verbesserung des Klimaschutzes fortsetzen, stellt doch der spürbare Klimawandel uns alle vor neue Herausforderungen. Dazu zählt die Erstellung eines Mobilitätskonzeptes u. a. um mit innerörtlichen Radwegeverbindungen deutliche Verbesserungen für die Radfahrer zu erzielen. Auch in diesem Jahr haben wir beim Stadtradeln für den Klimaschutz teilgenommen. In den offiziellen drei Wochen radelten 787 Kleverinnen und Klever, legten 193.706 Kilometer zurück und vermieden dabei 28 Tonnen CO².  Kleve hat die Auszeichnung zum 1. Platz in der Kategorie Fahrradaktivstes Kommunalparlament bei den Kommunen zwischen 50.000 und 99.999 Einwohnerinnen und Einwohnern erhalten. Vielen Dank für Ihren Beitrag zum Klimaschutz! Die Stadt Kleve hat in diesem Jahr den 10. Umweltschutzpreis verliehen. Meinen herzlichen Glückwunsch an die beiden Preisträger – den Verein Naturpark Kellen e.V. und das nachbarschaftliche Projekt Streuobstwiese in Kleve-Wardhausen – für ihren Einsatz für den Schutz und die Bewahrung unserer Umwelt.

Zum zweiten Mal durfte die Stadt Kleve den Heimatpreis für die Verdienste um die Heimat, für den Erhalt, die Pflege und die Förderung von Bräuchen verleihen. Unzählige Vereine, Initiativen, Selbsthilfegruppen und nachbarschaftliche Hilfsangebote gestalten das Zusammenleben in unserer Stadt. Sport, Kultur, soziale Aktivitäten, Freizeit und Geselligkeit, Musik und viele Bereiche mehr zeigen die Vielfalt des Klever Engagements. Ich gratuliere den diesjährigen Preisträgern: dem Heimatverein Schenkenschanz e.V., der Deutschen Waldjugend – Horst Kleve und dem Verein Kleefse Schüsterkes e.V.

Für mich persönlich war natürlich auch die Kommunalwahl von besonderer Bedeutung, denn hier haben Sie mich zur Ihrem Bürgermeister gewählt. Ich danke Ihnen herzlich für das Vertrauen, das Sie in meine Person setzen. Ich freue mich auf meine Tätigkeit für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Kleve und werde mich zum Wohle unserer Stadt einsetzen. Herzlich bedanke ich mich bei meiner Amtsvorgängerin Sonja Northing für ihre den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Kleve in den vergangenen fünf Jahren geleisteten Dienste. Ich wünsche ihr alles Gute für den zukünftigen Lebensweg.

Mit dem Jahreswechsel wird nicht plötzlich alles anders. Natürlich wird uns das Coronavirus noch weiter beschäftigen. Werden wir heute gefragt, was für uns ein glückliches neues Jahr bedeutet, so stehen Gesundheit und Gemeinschaft ganz vorne. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Ihnen allen bedanken. Sie haben trotz massiver Einschnitte in Ihre Privatsphäre wie selbstverständlich Ihren Beitrag dazu geleistet, um Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie durchzuführen.  Vielen Dank für Ihre Mithilfe und Ihre Vernunft! Mein besonderer Dank gilt den engagierten Menschen im Gesundheits- und Pflegebereich sowie in den Ordnungsbehörden und im Gesundheitsamt, die die ständigen Herausforderungen dieses Jahres annehmen, um die Corona-Pandemie zu bewältigen.

Wir blicken auf ungewöhnliche, mitunter auch anstrengende Wochen und Monate zurück, sowohl im Privaten als auch im Beruflichen. Umso mehr haben wir uns jetzt alle eine kleine Atempause verdient. Kommen Sie zur Ruhe, genießen Sie Zeit mit Ihren Lieben und schöpfen Sie Kraft für das Kommende. Denn eines steht fest: 2021 wird für uns wieder große Herausforderungen und sicherlich auch die eine oder andere Überraschung bereithalten. „Genieße den Augenblick, denn er ist dein Leben.“ Diese Lebensweisheit sollten wir uns zu Herzen nehmen. Schauen wir mit Zuversicht in das Jahr 2021. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen, Ihren Familien und Freunden frohe und besinnliche Weihnachten und ein gesundes, glückliches und erfülltes neues Jahr.

Ihr

Wolfgang Gebing
Bürgermeister der Stadt Kleve

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