(Foto: TUSEM)

Essen. Der TUSEM Essen hat in der Liqui Moly Handball-Bundesliga den zweiten Saisonsieg eingefahren. Gegen den HSC 2000 Coburg feierte die Mannschaft von Trainer Jamal Naji einen umkämpften 29:27 (16:11)-Erfolg.

Zu später Stunde am Samstagabend kam es in der Arena „Am Hallo“ zum Duell der Aufsteiger. Der TUSEM Essen empfing den HSC 2000 Coburg und wollte gegen den Tabellenletzten unbedingt den zweiten Saisonsieg holen. Doch die Gäste aus Bayern wollten dies mit aller Macht verhindern, begannen daher forsch und zielstrebig. Die Rückraumspieler Pontus Zetterman und Tobias Varvne waren immer wieder Aktivposten und rissen Lücken in die Essener Hintermannschaft. Somit konnten sich die Franken zum Start auf 3:0 absetzen (5.). Der TUSEM brauchte etwas Zeit, um richtig im Spiel anzukommen, nahm dann aber schnell Fahrt auf. Torwart Sebastian Bliß war mehrfach zur Stelle und konnte einige Abschlüsse des Gegners entschärfen, zudem lief es auch im Angriff nun besser. Das 6:6 durch Noah Beyer (11.) war fast schon die logische Konsequenz. Dann aber musste der Linksaußen verletztungsbedingt raus, die Nase blutete, weshalb Youngster Lukas Becher ran musste. Der 20-Jährige lieferte aber von Beginn an eine gute Leistung und versteckte sich nicht.

Der TUSEM nutzte einige Fehler der Gäste aus und konnte die Partie drehen. Bis zur Pause setzten sich die Hausherren sogar noch ab, konnten letztendlich mit einem 16:11 in die Kabine gehen. Sinnbildlich für den Verlauf der ersten Halbzeit war die letzte Aktion: Bliß pariert einen Siebenmeter von Milos Grozdanic und lässt die Essener Bank jubeln.

Und mit diesem guten Gefühl sollte es auch in die zweite Halbzeit gehen. Der TUSEM erspielte sich einen Lauf und war kaum noch zu stoppen. Eloy Morante Maldonado bewies mal wieder Torgefahr und rannte den gegnerischen Abwehrspielern ein ums andere Mal davon. Bei den Gastgebern lief vieles nach Plan, bei den Franken dagegen weniger. So war die zwischenzeitliche 24:16-Führung für den TUSEM nicht nur verdient, sondern auch logisch. Mit einer großen Emotionalität gingen die Spieler von Trainer Jamal Naji zu Werke und schienen kaum zu bremsen zu sein.

Doch Coburg stellte im Tor noch einmal um, brachte den Ex-Essener Jan Kulhanek. Und der 39-jährige Routinier war gleich mehrfach für seine Mannschaft zur Stelle und entfachte mit seinen Paraden neue Hoffnung. Der HSC kämpfte sich heran und machte die Begegnung wieder spannend. Plötzlich war der komfortable Vorsprung aus Sicht der Essener dahin, weshalb sie kurz vor dem Ende noch einmal einen Gang hochschalten mussten. Christoph Neuhold traf für die Gäste sogar zum zwischenzeitlichen 28:27 und ließ den TUSEM zittern. Aber Kapitän Jonas Ellwanger entschied die Partie mit einer starken Einzelaktion zugunsten der Ruhrpottschmiede und machte mit dem 29:27 den Deckel drauf.

„Das war ein Vier-Punkte-Spiel für uns. Jetzt sind wir wieder voll im Rennen und ich bin einfach nur glücklich, dass wir gewonnen haben. Wir hätten den Sack schon eher zumachen müssen. Aber wir sind eine junge Truppe und wir müssen noch den Killerinstinkt entwickeln, um solche Spiele eher zu entscheiden. Jeder hat sich gut eingebracht und seine Aufgaben erledigt. Jeder hat ein gutes Spiel gemacht und ich denke, dass das der Unterschied war. Wir haben vollkommen verdient gewonnen und ich bin stolz auf die Mannschaft“, freute sich Rückraumspieler Eloy Morante.

Und auch Trainer Jamal Naji fand lobende Worte: „Ich bin sehr erleichtert, dass wir das Spiel gewonnen haben. Am Ende war ich froh, dass wir Spieler haben, die Verantwortung übernehmen. Zum Beispiel Jonas Ellwanger, der dann auch das letzte Tor macht. Ich fand es aber auch toll, wie Lukas Becher in die Bresche gesprungen ist. Phänomenal, wie sich der Junge entwickelt. Wir waren insgesamt spielerisch besser, vor allem aber sehr emotional und leidenschaftlich. Das hat uns dann den Sieg beschert.“

Für den TUSEM geht es schon am kommenden Mittwoch (23.12.) weiter, dann mit einem Auswärtsspiel beim Bergischen HC. Anwurf in der Klingenhalle Solingen ist um 20.15 Uhr.

TUSEM Essen – HSC 2000 Coburg 29:27 (16:11)
TUSEM: Bliß, Diedrich; Beyer (2/1), Ellwanger (3), Rozman (1), Becehr (4), Ignatow, Szczesny (1), Müller (2), Firnhaber (4), Seidel, Maldonado (4), Klingler (5/1), Ingenpass, Zechel (2).
Coburg: Kulhanek, Poltrum; Norouzinezhad, Sproß (3), Kelm, Nenadic, Billek (8), Zetterman (3), Varvne (6), Schikora (1), Kurch, Zeman (1), Grozdanic (1), Neuhold (5).
Siebenmeter: 2/3 – 0/1.
Strafminuten: 12 – 8 (Disq. Norouzinezhad, 33.).
Schiedsrichter: R.Thiyagarajah/S.Thiyagarajah (Gummersbach).

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