Die Maler sorgen für den letzten Feinschliff, bevor der sanierte Flügelbau von der Hälfte der action medeor-Belegschaft bezogen wird (Foto: action medeor)
Anzeigen

Tönisvorst. Nach mehr als zwei Jahren Umbauzeit ist es soweit: Die Hälfte der Belegschaft von action medeor zieht zum Jahresanfang in den sanierten Flügelbau. Der älteste Gebäudeteil ist jetzt der modernste.

Für Christoph Bonsmann vom action medeor-Vorstand ist die Sanierung des Flügelbaus am Sitz des Medikamentenhilfswerks in Vorst eine Herzensangelegenheit gewesen. Mehr als zwei Jahre lang hat der 55-jährige Pharmazeut den Umbau an der St. Töniser Straße in Vorst begleitet. Christoph Bonsmann kennt sich jetzt aus mit Dämm-Material und mineralischem Putz, mit Statik und Dachneigung. Obwohl der Vorstand selber sein Büro im anderen Gebäudeteil behält, führt er nicht ohne Stolz durch die neuen Räume, die Platz bieten für 45 der aktuell 81 Mitarbeitenden.

Der älteste Gebäudeteil des Hilfswerks – er wurde 1974 errichtet – ist im Inneren nicht mehr wiederzuerkennen. Helle Büros, ein komplett neues Dach mit Fenstern, die viel Licht hereinlassen, Räume, in denen Mitarbeitende ungestört mit Partnern im Ausland skypen können, Besprechungszimmer und Teeküchen stehen auf zwei Etagen zur Verfügung. Und obwohl alles auf den knapp 800 Quadratmetern neu und modern wirkt, sind die meisten Materialien recycelt. „Wir haben uns bewusst für eine Sanierung und gegen einen Neubau entschieden“, sagt Bonsmann. Aus ökologischer Sicht sei das viel sinnvoller.

Viele der gemauerten Wände im Inneren sind aus dem Altbau übernommen und sinnvoll durch neue Wandabschnitte ergänzt worden. „Auch die Teppichfließen sind aus recyceltem Material“, informiert der Vorstand. Unter den Teppichplatten liegt eine Fußbodenheizung, die so konzipiert ist, dass sie im Winter wärmen und im Sommer kühlen kann. „Dazu bedarf es allerdings noch einer neuen Heizungsanlage mit einem möglichst hohen Anteil an erneuerbarer Energie“, erklärt der Pharmazeut. Die sei aber nach 30 Jahren sowieso überfällig und stehe als nächste große Investition an. In die Sanierung des Flügelbaus hat das Medikamentenhilfswerk knapp zwei Millionen Euro aus den Rücklagen investiert.

Komplett erneuert werden musste das Dach. action medeor hat das genutzt, um es optimal für die Installation einer Photovoltaikanlage zu gestalten. „Wir haben bei allen Entscheidungen darauf geachtet, ökologisch, nachhaltig und klimafreundlich zu handeln und sparsam mit den Ressourcen umzugehen“, erklärt der 55-Jährige. Dazu passt auch, dass auf der bisher versiegelten Fläche rund um den Flügelbau derzeit ein Garten entsteht. Sieben Apfelbäume mit alten Sorten sind bereits gepflanzt worden, Sträucher und weitere heimische Gewächse sollen folgen.

Von außen ist dem Gebäude die Sanierung nicht anzusehen. Sowohl die nachträgliche Dämmung als auch der mineralische Putz passen perfekt zu den anderen Gebäudeteilen, die 1979 und 1998 errichtet worden sind. „Auch wenn die Bauzeit statt der geplanten 18 Monate letztlich 28 Monate betragen hat, hat es sich auf jeden Fall gelohnt“, ist Christoph Bonsmann sicher. Der deutsche Hauptsitz des Medikamentenhilfswerks – action medeor hat noch zwei Niederlassungen in den afrikanischen Ländern Tansania und Malawi – sei jetzt zukunftsfähig und biete all seinen Mitarbeitenden angenehme und freundliche Arbeitsplätze. Und auf die freuen sich besonders die Abteilungen, die in den vergangenen zwei Jahren in Provisorien wie der Cafeteria untergebracht waren.

INFO

Acht Tankstellen für E-Autos sollen folgen

Aktuell hat action medeor einen Antrag auf Förderung für den Bau von acht E-Tankstellen auf seinem Gelände an der St. Töniser Straße gestellt. Die Tankstellen sollen sowohl den Mitarbeitenden, die mit einem E-Auto zur Arbeit kommen, als auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Beitrag drucken
Anzeigen