(Symbolbild: Feuerwehr)

Ratingen. Silvesterfeuerwerk und Corona, wie verträgt sich das? “Nicht gut”, sagt Ratingens Feuerwehrchef René Schubert. Er kennt die allgemeinen und die speziellen Pandemie-bedingten Probleme sehr genau. Deshalb appelliert Schubert dringend an alle Ratingerinnen und Ratinger, in diesem Jahr aufs Böllern und auf das Feuerwerk zu verzichten, mindestens aber äußerste Vorsicht walten zu lassen. Ein Böllerverbot für bestimmte Plätze soll in Ratingen jedoch aus gutem Grund nicht ausgesprochen werden.

Ein typischer Jahreswechsel sieht für die Feuerwehr so aus: Dauereinsätze der Brandbekämpfer und vor allem des Rettungsdienstes, um Verbrennungen und andere Verletzungen sowie alkoholbedingte Notfälle zu versorgen. “Das aber können wir in einer Zeit, in der die Kapazitäten in den Krankenhäusern ohnehin schon am Limit sind, überhaupt nicht gebrauchen”, sagt Schubert.

Hinzu kommt eine Regelung in der aktuellen Coronaschutzverordnung, die Schubert mindestens mit gemischten Gefühlen sieht. Die Landesregierung hat in ihrer Verordnung das private Böllern (im Gegensatz zu öffentlich veranstalteten Feuerwerken) nicht verboten, sie rät lediglich davon ab. Um das zu unterstreichen, wurde ein Verkaufsverbot für Feuerwerk aller Art verhängt. Das aber kann nach Schuberts Auffassung dazu führen, dass so mancher, der auf Böller und Raketen nicht verzichten möchte, auf obskure Verkaufsquellen im Internet ausweicht. Diese Feuerwerkskörper seien aber oft nicht geprüft und besonders gefährlich.

Als Koordinator des Stabes für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) der Stadt Ratingen ist Feuerwehrchef Schubert seit einem Jahr auch aufs Engste mit der Bekämpfung der Corona-Pandemie in jeder Hinsicht befasst. Daher blickt er nicht nur wegen der Verletzungsgefahren sorgenvoll auf die Silvesternacht. Er kennt die Erkrankten-Zahlen und die Ansteckungswege nur zu gut und fürchtet, dass es in der Silvesternacht, insbesondere auch beim Feuerwerken, zu Menschenansammlungen mit gefährlicher Nähe kommt.

Von einem Böllerverbot auf bestimmten Plätzen (diese Möglichkeit räumt die Coronaschutzverordnung den einzelnen Städten ein) hat der SAE dennoch und ausdrücklich abgesehen. “Wir haben bei uns in Ratingen keine brisanten Hotspots wie den Burgplatz in Düsseldorf”, sagt der Erste Beigeordnete Rolf Steuwe, Leiter des SAE. “Wir fürchten eine Verdrängung in weniger gut zu kontrollierende Bereiche, wenn wir Verbote etwa für zentrale Plätze wie den Marktplatz aussprechen. Außerdem müssten diese Verbotszonen wirkungsvoll abgeriegelt werden, was überhaupt nicht zu leisten ist.”

Unabhängig davon gilt aber der dringende Appell von René Schubert und Rolf Steuwe: “Lassen Sie es bitte ruhig angehen! Verzichten Sie auf alles, was die Pandemie-Lage verschärfen könnte!” (ots)

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