OB Daniel Schranz (Foto: privat)

Oberhausen. Liebe Oberhausenerinnen, liebe Oberhausener,

kein Jahr ist wie das vorherige. Und ein Jahresrückblick ist zudem immer von der ganz persönlichen Sichtweise und den Erfahrungen, die man im Laufe des Jahres gemacht hat, abhängig. Doch dieser Jahreswechsel 2020/2021 ist ohne Zweifel ein besonderer. Dieses Mal eint uns alle die Erfahrung einer höchst gefährlichen Pandemie und die Erkenntnis, dass die abgelaufenen zwölf Monate mit nichts vergleichbar sind, was wir in unserer Stadt in den vergangenen 75 Jahren erlebt haben.

Gerade zum Ende dieses schwierigen Jahres 2020 mussten wir noch einmal erfahren, zu welchen Einschränkungen uns das Corona-Virus zwingt. Ein derart beschleunigtes Infektionsgeschehen, wie wir es im Dezember erlebt haben, ist eben nicht bloß eine Statistik, wie wir an den bis zu 200 Covid-19-Patientinnen und Patienten in unseren Krankenhäusern und an den fast genauso vielen Erkrankten in den Altenpflegeeinrichtungen in unserer Stadt sehen.

Ganz besonders bewegen und besorgen uns dabei die Todesfälle in unserer Stadt. Bis kurz vor diesem Jahreswechsel waren bereits 117 Mitbürgerinnen und Mitbürger an oder mit dem Corona-Virus verstorben. Gerade an sie und ihre Familienangehörigen und Freunde wollen wir denken.

Vor diesem Hintergrund appelliere ich weiterhin eindringlich, Kontakte soweit als möglich zu vermeiden und die Einschränkungen ernst zu nehmen und zu befolgen. Die Entscheidung zu weiteren Maßnahmen wie den Ausgangsbeschränkungen und Kontakteinschränkungen ist uns dabei gerade zur Weihnachtszeit und zu Silvester alles andere als leicht gefallen und wir wissen, was wir den Menschen zumuten. Auch meine Kinder vermissen ihre Großeltern und umgekehrt.

Die nächsten Tage und Wochen werden uns allen in dieser Hinsicht noch einmal viel abverlangen, aber mit diesem Jahreswechsel von 2020 nach 2021 verbindet sich in der Bekämpfung der Corona-Pandemie ja auch eine große Hoffnung. Noch im alten Jahr konnten in den Pflegeeinrichtungen unserer Stadt die ersten 557 Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geimpft werden.

Ich bin dankbar für diese große Gemeinschaftsleistung und dass dieser erste zugelassene Impfstoff nun direkt eingesetzt werden kann. In den ersten Tagen des neuen Jahres wird es mit den Impfungen sofort weitergehen und wir hoffen, dass wir nach den ersten Wochen des Jahres 2021 die besonders gefährdete Gruppe der Menschen in den Alteneinrichtungen dann wirksam geschützt haben.

Es wird, wie Sie wissen, noch gehörige Zeit brauchen, bis ein großer Teil der Stadtbevölkerung geimpft ist. Und deshalb darf diese Hoffnung eben auch nicht dazu führen, dass wir jetzt schon in unserem Bemühen nachlassen, die Verbreitung des Virus einzudämmen. Gleichzeitig dürfen wir aber zuversichtlich sein, dass wir mit einer fortschreitenden Immunisierung unser alltägliches Leben im Laufe des Jahres immer weiter normalisieren können.

Das Management der Corona-Pandemie wird vor diesem Hintergrund die erste und wichtigste Aufgabe für das Jahr 2021 bleiben. Die zweite wird sein, dafür zu sorgen, dass die Pandemie nicht zu einem dauerhaften Einschnitt für unsere Oberhausener Wirtschaftsstruktur wird. Deshalb ist es so wichtig, dass wir an die Dynamik der Vor-Corona-Zeit mit dem jahrzehntelangen Tiefstand der Arbeitslosenquote anknüpfen. Deshalb ist es auch so wichtig, dass sich schon während der Pandemie die Kräne weiter drehten und drehen. Unsere Investitionen in Schulen, Kindergärten und Infrastruktur, die in 2020 einen Langzeitrekord erreicht haben, sollen auf hohem Niveau weitergehen.

Deshalb ist es schließlich so wichtig, dass trotz der Corona-Krise bereits weitere neue Projekte für die Zukunft auf den Weg gebracht worden sind, die uns Mut machen sollten – wie der architektonisch und ökologisch hochwertige Bau des Lehrerseminars, das rund 350 hoch ambitionierte junge Menschen auf die Marktstraße und damit in die Alte Mitte bringen wird. Genauso wie der erste Standort einer Top-Golf-Anlage in Kontinental-Europa mit 450 Arbeitsplätzen in der Neuen Mitte: Von Kohle und Stahl zum Golfschläger.

Die dritte Aufgabe wird schließlich sein, aus der Pandemie die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Das gilt sicherlich ganz besonders für die Digitalisierung, bei der wir auf allen Ebenen weiter schnell vorankommen wollen: bei dem weiteren Ausbau der Breitbandversorgung ebenso wie der digitalen Bildung an unseren Schulen und den digitalen Angeboten unserer Stadtverwaltung.

Im Rückblick auf das Krisenjahr 2020 möchte ich aber noch einmal vor allem die Menschen in den Fokus rücken. Die Menschen und ihre Solidarität, ihre Hilfsbereitschaft und ihr Engagement. Diese guten Eigenschaften sind nicht neu, auch wenn wir sie vielleicht seit dem Zweiten Weltkrieg nie mehr so nötig brauchten wie jetzt. Für das großartige Engagement all derer, die sich an ganz vielen Stellen unserer Stadt für unsere Gesundheit und gegen die Pandemie eingesetzt haben, danke ich von ganzem Herzen. Bewahren wir uns dieses Engagement und diese Gemeinschaft auch im neuen Jahr 2021!

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien einen guten Start in ein glückliches Jahr 2021. Bleiben Sie gesund!

Herzlichst Ihr Daniel Schranz

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