Dr. Christoph Urban (Foto: Anna Peters) 
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Duisburg. Das Zusammenleben braucht eine gehörige Portion Barmherzigkeit – gerade, wenn die Dinge nicht so laufen wie gewohnt

<<Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist! (Lukas 6,36) So lautet die Jahreslosung für das Jahr 2021. Ein biblischer Mottospruch, der über dem neuen Jahr stehen soll. Angesichts des Corona-Jahres 2020 eine wohltuende Verheißung.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat bereits zu Beginn der Corona-Pandemie geradezu prophezeit: Wir werden einander viel verzeihen müssen. Persönlich mein Corona-Satz des Jahres. Das Zusammenleben braucht eine gehörige Portion Barmherzigkeit – gerade auch dann, wenn die Dinge nicht so laufen wie gewohnt, angesichts großer, unbekannter Herausforderungen. Daran können wir uns durch den Satz aus dem Lukasevangelium erinnern und auffordern lassen. Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!

Aber Barmherzigkeit ist mehr als der milde Blick auf uns selbst und die anderen, die wir viel richtig, aber eben auch viel falsch gemacht haben in diesem besonderen Jahr. Die biblische Beispielgeschichte für Gottes Barmherzigkeit ist der „Barmherzige Samariter“, von dem Jesus erzählt. Ein Reisender wird überfallen und halb tot geprügelt. Die vornehmen und angesehenen Bürger gehen an ihm vorbei. Einzig ein Fremder hilft aus dem Volk der Samaritaner. Er schleppt den armen Kerl in eine Herberge, wo er sogar noch etwas Geld zahlt, um ihn pflegen zu lassen. Gottes Barmherzigkeit ist eine tatkräftige Barmherzigkeit.

Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist! Das heißt dann wohl, ebenso tatkräftig zu sein. Nicht nur milde und anerkennend auf die Pflegerin, den Pfleger, die Verkäuferin und den Verkäufer zu blicken, sondern ihre Arbeit angemessener zu honorieren. Solidarität zu üben mit Gastronomen, Fitnessstudiobetreibern, Soloselbständigen und Kulturschaffenden, deren Existenz gerade auf den Spiel steht. Und vielleicht auch ein anderes Verhältnis zu denen da oben zu entwickeln, zu Politikerinnen und Politikern und anderen Verantwortungsträgern als fehlbaren Menschen, die ebenso der Barmherzigkeit bedürfen. Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist! In diesem Sinne: Ein frohes Neues!>>

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