(Foto: Zoo Duisburg)
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Duisburg. Der Bestand der kleinen Beuteltiere gilt nicht zuletzt wegen der verheerenden Waldbrände in Australien als gefährdet

Sie laufen mehr als das sie hüpfen und sind vor allem in der Dämmerung aktiv: Langschnauzen-Kaninchenkängurus. Ein Paar dieser etwa 40cm großen Beuteltierart lebt seit Dezember am Kaiserberg. Einzigartig, denn in keinem anderen Zoo in Deutschland werden diese Tiere derzeit gepflegt und auch innerhalb Europas sind sie nicht häufig anzutreffen.

Das Männchen zog aus dem englischen Manchester nach Duisburg, kurz darauf folgte seine Partnerin aus dem belgischen Zoo Pairi Daiza. „Glücklicherweise konnten wir den Transport aus Großbritannien noch vor dem Ende der Brexit-Übergangsfrist durchführen“, freut sich Johannes Pfleiderer, zoologischer Leiter in Duisburg. Gemeinsam sollen die Zwei bald durch ihre neue Anlage streifen –  und auch für Nachwuchs sorgen. „Wir wollen uns aktiv daran beteiligen, eine gesunde Reservepopulation dieser nur selten in Europa gehaltenen Tierart aufzubauen“, berichtet Pfleiderer. Dass dies notwendig ist, zeigen die Entwicklungen im australischen Buschland. Die verehrenden Waldbrände vor rund einem Jahr zerstörten große Teile des Lebensraumes der dämmerungsaktiven Tiere. „Wie stark der Bestand eingebrochen ist, ist derzeit noch nicht wirklich abzuschätzen“, verdeutlicht der Biologe. „Klar ist aber, dass wichtiger Lebensraum dieser Tierart durch die Feuer vernichtet wurde“. Schon vor den Bränden stufte die Weltnaturschutzunion IUCN die Langnasenpotoroos, wie Kaninchenkängurus auch genannt werden, als „potenziell gefährdete“ Tierart ein.

Leben werden die zwei Kaninchenkängurus in einer australischen Wohngemeinschaft: Ein Pärchen Kookaburras, die wegen ihres lauten kecken Rufe auch ‚Lachender Hans‘ genannt werden, zählen ebenso zu den Mitbewohnern, wie Halbmond-Löffelenten und die langbeinigen Langschwanztriele – eine knapp 60cm große australische Vogelart.

Um für die neuen Bewohner Raum zu schaffen, wurde die ehemalige Anlage der Waldrappen, einer europäischen Ibis-Vogelart, in den vergangenen Wochen umgestaltet: Der Bodengrund getauscht, Felsen platziert und Äste montiert. Zuvor verließen die Waldrappen den Kaiserberg und wurden in eine bestehende Kolonie des Tierparks Nordhorn auf Empfehlung des zuständigen Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes eingegliedert.

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