Landrat Hans-Jürgen Petrauschke (l.) und Dezernent Harald Vieten mit Plänen für den Solaranlagenbau auf Kreisgebäuden (Foto: Andreas Baum/Rhein-Kreis Neuss)
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Dormagen/Grevenbroich/Neuss. Photovoltaik-Anlage auf Michael-Ende-Schule ist Start für Ausbauprogramm

Auf den Dächern von fünf seiner Gebäude in Dormagen, Grevenbroich und Neuss will der Rhein-Kreis Neuss Photovoltaikanlagen errichten. Für dieses Solar-Ausbauprogramm mit einem Volumen von über einer halben Million Euro hatte der Kreistag im Dezember vergangenen Jahres einstimmig den Weg frei gemacht. Die erste Photovoltaikanlage wurde bereits vom Amt für Gebäudewirtschaft des Kreises auf dem Dach der Michael-Ende-Schule in Neuss, eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Sprache, realisiert.

„Durch nachhaltige Bau- und Energiesparmaßnahmen wollen wir als Kreisverwaltung weiter einen aktiven Beitrag für den Klimaschutz leisten“, sagt Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Schon seit Jahren stehen energetische Sanierungen, insbesondere von Schulgebäuden, im Mittelpunkt der Bauunterhaltung des Kreises. Ziel sei es nun, führt Bau-Dezernent Harald Vieten aus, grundsätzlich auf jedem Neubau und bei allen geeigneten Bestandsbauten eine Photovoltaikanlage zu errichten. Zudem werde die Möglichkeit geprüft, Dächer klimafreundlich zu begrünen.

Die Photovoltaikanlage auf der Michael-Ende-Schule soll jedes Jahr durchschnittlich 27 000 Kilowattstunden Solarstrom produzieren, der zu 75 Prozent direkt verbraucht wird. Die restlichen 25 Prozent werden ins öffentliche Netz eingespeist. Neben der Ersparnis bei den Stromkosten von jährlich rund 3 340 Euro sinkt auch der CO2-Ausstroß für das Schulgebäude jährlich um rund 13 000 Kilogramm. Die Investitionskosten liegen hier bei 53 000 Euro.

Nach der Michael-Ende-Schule soll Anfang 2021 eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Kreisgesundheitsamtes in Grevenbroich folgen. Diese Anlage soll über 50 000 Kilowattstunden Solarstrom jährlich produzieren, davon 90 Prozent für den Eigenverbrauch.

Die weitere Planung des Amtes für Gebäudewirtschaft sieht die Errichtung von noch größeren Photovoltaikanlagen auf den Dächern des Berufsbildungszentrums Grevenbroich und des Berufsbildungszentrums Neuss-Hammfeld vor. Eine weitere mit Gründach am Berufsbildungszentrum Dormagen kann erst nach 2022 umgesetzt werden, wenn die Sanierung der Fassade und der Dächer abgeschlossen ist.

Pläne für Erweiterungsneubauten an der Herbert-Karrenberg-Schule in Neuss und an der Mosaikschule in Grevenbroich, aber auch die geplante Sanierung und Modernisierung des Berufsbildungszentrums in Dormagen, hat Dezernent Vieten bereits auf einen nachhaltigen Klimaschutz hin ausrichten lassen. Zuvor müssen jedoch noch der Schul- und der Finanzausschuss des Kreistages über die Pläne beraten.

Die Beschaffungskosten der Solarmodule sind durch technischen Fortschritt in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, gleichzeitig ist die Energieausbeute deutlich gestiegen. Alleine auf die durchschnittliche Lebensdauer einer Photovoltaikanlage von 20 Jahren hochgerechnet, sollen durch die geplanten fünf Anlagen auf den Kreisgebäuden rund 3 400 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxyd eingespart werden.

Finanziell sollen sich die Investitionskosten des Kreises durchschnittlich bereits zehn Jahre nach der Errichtung der jeweiligen Anlage amortisieren. Für die restliche Nutzungszeit wird eine Gesamtkostenersparnis durch den Betrieb der fünf Photovoltaikanlagen von rund 820 000 Euro prognostiziert.

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