(Collage: © SCALA Kulturspielhaus)
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Wesel. Heike Mühlen vom SCALA Kulturspielhaus informierte in einer Pressemitteilung über eine Rettungsaktion zum Erhalt des SCALA. Leider deckeln die erhaltenen Fördermittel nicht die Verbindlichkeiten und “eine große, zugesicherte Förderung können wir erst bei einer erneuten Öffnung des Spielbetriebes aktivieren. Dieser steht allerdings gerade noch auf sehr wackeligen und unbestimmten Füßen”. Im letzten Jahr habe sich das SCALA durch Aktionen, wie Streamingsformaten und das Autokino am Rhein einigermaßen über Wasser halten können, “aber diese haben uns im Nachhinein leider eine Rückzahlung der Erstförderung eingebracht, da wir dann tatsächlich gar nicht mehr aktiv hätten sein dürfen”. Das traurige Fazit dieser Meldung: “Nun stehen wir tatsächlich am Abgrund und haben deshalb ein CROWDFOUNDING auf den Weg gebracht.” Parallel dazu geht ein OFFENER BRIEF auf den Weg, um viele Helferinnen und Helfer für die Rettungsaktion zu gewinnen..

Der Link zum Crowdfounding lautet: https://gofund.me/3e9044fd

 

Offener Brief zur Rettung des Scala Kulturspielhauses Wesel

Liebe Helferin,
lieber Helfer,

ich möchte Ihnen vorab ein schönes und gesundes neues Jahr wünschen und mich im Anschluss daran mit einem besonderen Appell an Sie wenden. Obwohl es mir nicht leicht fällt, diese Zeilen zu formulieren, so geht es doch um eine Herzensangelegenheit, die mir ohne Ihre Hilfe aus den Händen zu gleiten droht: Ich möchte das Scala Kulturspielhaus in Wesel vor dem Untergang bewahren, es retten und das schaffe ich nicht allein.

Wie Sie sicher wissen, habe ich 2014 in den Räumlichkeiten des ehemaligen, gleichnamigen Kinos das SCALA Kulturspielhaus eröffnet, nahe des Weseler Bahnhofes. Das Haus wurde gut angenommen und bekam schnell den Rufnamen des „Kulturwohnzimmers von Wesel“, was genau meiner Intention entsprach und mich sehr freute. Ich wollte von Anbeginn an einen Ort der Begegnungen schaffen, wo die Bürger, Künstler und Kulturschaffenden, junge und alte Menschen, Vereine und sonstige Kreative aufeinandertreffen, neue Kulturformate erleben oder eigene Ideen verwirklichen. Ich wollte einen Lieblingsort kreieren, für Musikinteressierte aus der Region, Comedy-und Filmfans, Literaturliebhaber und Menschen, die einfach nur Gesellschaft suchen. Wer mochte durfte sich als Veranstalter ausprobieren oder auch selbst auf die Bühne treten.

Viele dieser Wünsche und Initiativen haben über Jahre das Veranstaltungsprogramm des Kulturspielhauses und seiner Aktivitäten geprägt und bis Anfang 2020 hat das SCALA sich stetig weiterentwickelt und ein starkes Live Programm verwirklicht. Wir konnten regionalen Newcomern, sowie überregionalen Club-Bands und Profikünstlern unterschiedlichster Genres Auftrittsmöglichkeiten bieten, und endlich, nach sechs arbeitsreichen Jahren, schien unser Dasein auch nicht mehr auf wackeligen Beinen zu stehen.

Ein Kulturort ist ein Zuschussgeschäft, oft wird er öffentlich getragen, nicht so im SCALA Kulturspielhaus, das in privater Trägerschaft geführt wird. Der finanzielle Gewinn köchelt zwar eher auf kleiner Flamme, aber dennoch war es möglich, das Haus zu erhalten. Der Scala Förderverein half schon bald dabei, nicht kommerziell erfolgreiche Veranstaltungen durchzuführen, deren Besuch bei freiem Eintritt „Kultur für jedermann“ garantiert, was unserem sozialen Interesse sehr entgegenkommt, denn der Besuch einer Kulturveranstaltung  sollte nicht aus Kostengründen auf der Strecke bleiben und jedem Weseler ermöglicht werden.

Darüber hinaus konnte ich im Jahr 2019 eine zweite Auszubildende zur Veranstaltungskauffrau einstellen und das Team erweitern, indem ich eine der ehrenamtlichen Helferinnen einstellte. 2020 sollte das erste Jahr werden, indem die Finanzierung bereits zu Anfang steht und das Programm bis Ende des Jahres fest gebucht ist, und dann… dann wurde es doch das „verflixte siebte Jahr“, denn die Pandemie machte unserer anfänglichen Zuversicht eine Strich durch die Rechnung und wir mussten unsere Türen schließen.

Natürlich gab es Soforthilfen und Überbrückungsgelder und mit dem Kauf eines schnell auf den Weg gebrachtem „Solitickets“ haben uns unsere Gäste eine riesengroße Solidarität bewiesen. Wir konnten auch übergangsweise improvisieren, mit der Hilfe bei der Organisation eines Autokinos oder Streaming-Konzerten, mit der Unterstützung regionaler Musiker und kleinerer Bands im  Open-Air-Biergarten unserer Freunde vom Brauprojekt 777 am Berliner Tor.

Das alles hat uns durch das Jahr gebracht, wir konnten das Haus grade noch halten und die erste Auszubildende hat trotz allem ihre Ausbildung im Sommer erfolgreich abschließen können.

Auch der Staat hat geholfen, mit der Kulturförderung des Bundes hätten wir sogar mit dem Programm „Neustart Kultur“ die Finanzierung für eine Veranstaltungsreihe ab November 2020 in Aussicht gehabt. Künstlerhonorare und Personalkosten für mehrere Veranstaltungen sind bereits bewilligt gewesen. Diese konnten aber bisher noch nicht stattfinden.

Jetzt ist das Geld verbraucht. Eigentlich können wir die Miete für Januar schon gar nicht mehr aufbringen.

Die Gesellschaft fragt sich zurzeit: „Welchen Anteil hat Kultur an unserem Leben? Was ist sie uns wert?“

Aus meiner Sicht ist Kultur Inspiration und Bildung, Genuss und Unterhaltung, Gemeinschaftserlebnis und Emotion, ein Lebenselixier.

Ich bin eine Kämpferin und möchte nicht aufgeben!

Das SCALA hat so viel erreicht, ein großes Netzwerk geschaffen und bereits so viele Künstler und Initiativen unterstützen können. Wir könnten sogar das Kultur-Fördergeld für 2021 immer noch abrufen! Das Geld steht zur Stunde noch zur Verfügung und der Scala Förderverein gibt ebenfalls den erforderlichen Beitrag dazu, sofern die Möglichkeiten für Veranstaltungen und deren Besuch wieder geschaffen werden können.

Um das Kulturspielhaus zu schützen und in die Zukunft zu führen, auch für die Menschen in meiner Stadt Wesel, brauche ich jetzt die Gemeinschaft – und Sie.

Eine erste Aufrechnung an Weihnachten ergab ein Fixkosten Minimum (plus etwas Spielgeld) für 2021 von 120.000 € (10.000 € pro Monat), die ich alleine nicht aufbringen kann.

Und dann habe ich überlegt: Was wäre wenn ich Hilfe hätte – HELFER hätte!?

Vielleicht haben 1200 Helfer 100 €?
Oder 100 Helfer 1.200 € ?
Oder 20 Helfer 6.000 €?

Dann kämen wir durch 2021 hindurch! Ich bin sogar zuversichtlich, dass es ab Sommer / Herbst 2021 wieder aufwärts gehen könnte.

Zuerst spreche ich mit diesem Brief die Geschäftsleute an. Wenn nötig, müssen wir einen Restbetrag im Anschluss noch über eine Crowdfunding Aktion ergänzen.

Mit Ihrer Hilfe können wir das SCALA retten!

Natürlich werden Sie als SCALA-Retter veröffentlicht, gerne besprechen wir hier ihre Wünsche und Möglichkeiten!

Seien Sie bei der Erhaltung des SCALA Kulturspielhaus dabei, für die Bürger unserer schönen Stadt, für die Kultur, für Wesel.

Erreichbar bin ich am liebsten per Mail unter kontakt@scala-kultuspielhaus.de.

Die Bankverbindung lautet: Niederrheinische Sparkasse RheinLippe | BIC WELADED1WES | IBAN DE39 3565 0000 1000 4298 27 | Kontoinhaber Karin Nienhaus

Mit hoffnungsvollen Grüßen
Ihre Karin Nienhaus (Betreiberin)

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