v.l. Geschäftsführer Heino ten Brink, Pflegemanager Jörg Rebhun, Ärztlicher Direktor Dr. Malte Mazuch auf Station 1b bei der Inspektion der Umbauarbeiten (Foto: © EVK Wesel)
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Wesel. Für das Evangelische Krankenhaus Wesel ging 2020 ein arbeitsintensives, von Geschäftsführerwechsel und Pandemie geprägtes Jahr zu Ende. Die Gesundheitseinrichtung und ihre angeschlossenen Einrichtungen schauen trotz der vielfältigen Herausforderungen optimistisch in die Zukunft.

Bundesweit wurde Gesundheitsdienstleistungsunternehmen durch die Pandemie sowie von immer wieder neuen Verordnungen, Auflagen und Beschränkungen ein wirtschaftliches Agieren erschwert. Planungen mussten mitunter von jetzt auf gleich angepasst oder gar direkt über Bord geworfen werden. Nichts desto trotz kann die die Geschäftsführung des Evangelischen Krankenhauses Wesel (EVK Wesel) dank des besonderen Einsatzes seiner Mitarbeitenden eine ausgeglichene ökonomische Bilanz vorweisen und ist im Umgang mit Corona mittlerweile krisenerprobt und in einer Art Routinemodus. Zudem hat man apparative und räumliche Voraussetzungen geschaffen, damit im internen Impfzentrum mit der flächendeckenden Impfung des Personals begonnen werden kann, wenn von Seiten der Politik der offizielle Startschuss kommt.

2020 wurden knapp 13.500 Patienten (Vorjahr 15.200) stationär im Evangelischen Krankenhaus Wesel behandelt. Die durchschnittliche Verweildauer lag bei 6,1 Tagen. Rund 35.200 ambulante Kontakte wurden verzeichnet. Das Jahr war geprägt durch die Pandemie und die damit einhergehende Verunsicherung der Menschen. Der Rückgang der stationären Fallzahl und die ökonomischen Einbußen hängen entsprechend unmittelbar damit zusammen. „Wir haben, wie diverse andere Kliniken auch, in der ersten Welle unsere Leistungen heruntergefahren, um Kapazitäten bereit zu halten“, erläutert Heino ten Brink. Dank bestens bewährter und immer wieder aktuell angepasster Hygiene- und Vorsorgekonzepte sowie neuer Erfahrungswerte läuft der Krankenhausbetrieb, wenn auch mit weniger Patienten als 2019, mittlerweile wieder nahezu normal. „Unsere Devise lautet Gesundheit braucht Sicherheit. Danach handeln wir in allen Bereichen. Planbare Operationen sind durchaus verantwortbar“, so der Manager, der insbesondere für 2021 noch nachhaltige wirtschaftliche Konsequenzen bevorstehen sieht. „Notwendige Eingriffe insbesondere bei Krebspatienten werden und wurden nicht verschoben“, betont er.

Im Gesamtunternehmen, zu dem nicht nur das Krankenhaus, sondern auch stationäre Pflege- und Senioreneinrichtungen sowie ambulante Pflegedienste, Medizinische Versorgungszentren und das Visalis Therapiezentrum gehören, arbeiten fast 1.300 Menschen in unterschiedlichen Professionen. Damit ist das EVK Wesel einer der größten Arbeitgeber in der Region und entsprechend attraktiv für Bewerber. „Pflege ist systemrelevant. Das haben die Menschen jetzt in der Krise endlich erkannt“, betont Jörg Rebhun. „Entsprechend hoffen wir wieder mehr junge Menschen für diese anspruchsvolle Ausbildung begeistern zu können“, so der Pflegedirektor.

In den Kliniken und Zentren des EVK Wesel erfolgt mehr als nur eine reine Grund- und Regelversorgung. „Hier werden exzellente Medizin und Pflege auf sehr hohem Niveau für die Bevölkerung vor Ort angeboten“, betont denn auch Dr. Malte Mazuch. Dem Thema professionelle Wundversorgung soll mit Zertifizierung des Wundzentrums der entsprechende Stellenwert zukommen, den es verdient. Insbesondere chronische Wunden an Füßen und Beinen gehen meist mit großem Leidensdruck einher, weil sie schlimmstenfalls zur absoluten Immobilität führen können. „Wir haben dafür spezielle Fachkräfte ausgebildet, die intern nun in unterschiedlichen Bereichen im Einsatz sind“, erläutert der Ärztliche Direktor das besondere Versorgungskonzept.

Dass die Marke Evangelisches Krankenhaus Wesel überregional bekannt ist, war wahrscheinlich ausschlaggebend dafür, dass Dr. Bernhard Uhl und Dr. Daniela Rezek 2021 zum EVK Wesel wechseln werden. Die beiden neuen Chefärzte bauen gemeinsam ab dem zweiten Quartal am EVK Wesel ein Zentrum für Frauengesundheit auf, das dann künftig sicherlich die erste Anlaufstelle für Patientinnen in den Disziplinen Gynäkologie und Senologie sein wird.

Da Wachstum nur durch Investitionen in eine qualifizierte Belegschaft, aber auch innovative Medizintechnologie, digitale Infrastruktur, erfolgreiches Qualitätsmanagement, strategische Kooperationen und moderne Kommunikation gelingen kann, gingen alle Anstrengungen stets zielgerichtet in diese Richtungen.

Als christliches Unternehmen sind natürlich auch noch andere Parameter wegweisend. So wurde mit Etablierung der Neurologischen Frührehabilitation am EVK Wesel eine Versorgungslücke im Kreis Wesel geschlossen. Und mit Gründung der Kati Fassbender-Hospiz Förderungsgesellschaft mbH wurde ein wichtiger Meilenstein gesetzt. Dem Baubeginn für das stationäre Hospiz auf dem Krankenhausgelände steht nun nichts mehr im Wege. Im Frühjahr 2021 sollen zu diesem Zwecke die ersten Bagger rollen. Zudem steht die Grundsteinlegung für die neue stationäre Pflege- und Senioreneinrichtung unmittelbar bevor.

Natürlich gab es auch 2020 wieder größere und kleinere Renovierungsmaßnahmen. Bei einem fast 60 Jahre alten Gebäude bleibt das nicht aus. Aktuell werden für die beiden neuen Frauenkliniken die Station 1b und die Ambulanzen im Erdgeschoss umgebaut. Im Zuge von Expansionsmaßnahmen wurde das Medizinische Versorgungszentrum Gynäkologie etabliert. Die Praxis nahm in der zweiten Januarwoche nach einem Umzug ihre Sprechstunden im Weseler Ärztehaus am Kaiserring 23 auf. Eine weitere frauenärztliche Praxis wird im zweiten Quartal das MVZ Gynäkologie stärken.

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