Gabi Hawig und Mathias Kocks (Fotos: SPD)
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Mülheim. Die Stadtverwaltung Mülheim schlägt zur Konsolidierung des städtischen Haushaltes vor, bei der Offenen Ganztagsschule den städtischen Eigenanteil um die Hälfte zu senken.

„Für uns steht fest, dass der Offene Ganztag bildungspolitisch eine große Bedeutung hat. Qualitativ hochwertige Ganztagsangebote fördern nachweislich das Bildungsniveau und die Möglichkeiten zur individuellen Förderung der Kinder. Auch familienpolitisch ist ein gutes Ganztagsangebot an Schulen eine wesentliche Voraussetzung zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, fördert die Erwerbstätigkeit beider Elternteile und entlastet insbesondere alleinerziehende Elternteile“, so Mathias Kocks, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion.

„Der Offene Ganztag ist ein Erfolgsmodell und wird nicht nur in Mülheim in einem hohen Maße akzeptiert. Leider unterscheiden sich aber die Angebote der OGS in ihrer inhaltlichen und qualitativen Ausgestaltung von Kommune zu Kommune enorm. Das führt dazu, dass auch der städtische Eigenanteil stark variiert“, weiß die Vorsitzende des Bildungsausschusses Gabi Hawig (SPD). Auch vor dem Hintergrund der massiven Proteste betroffener Eltern fordern die Sozialdemokraten mehr Transparenz in der Diskussion um den Kostenvergleich der Betreuungsangebote anderer Städte sowie die Auswirkungen der Einsparungen.

Mit dem Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz im Offenen Ganztag im Jahre 2025 kann davon ausgegangen werden, dass die Nachfrage nach Betreuungsplätzen weiter steigen wird. „Mülheim sollte darauf vorbereitet sein und sich frühzeitig auf den Weg machen, die zukünftige Ausgestaltung des Ganztags in organisatorischer und finanzieller Hinsicht zu planen und die Rahmenbedingungen – auch in Absprache mit den Trägern – festzulegen. Die Verwaltung ist der in der Verantwortung darzulegen, wie sich die OGS in Mülheim weiterentwickeln und wie das Zukunftskonzept für den Offenen Ganztag an Mülheimer Schulen aussehen wird“, wirft Kocks einen Blick nach vorn.

Vor diesem Hintergrund hat sich die SPD-Fraktion in der Frage der OGS-Finanzierung eindeutig positioniert. „Wir lehnen die pauschalen Kürzungsvorschläge des amtierenden Bildungsdezernenten Marc Buchholz entschieden ab. Uns treibt die Sorge um, dass für einen scheinbaren Sanierungsbeitrag für die Kommunalfinanzen ein langfristiger bildungs- und sozialpolitischer Schaden angerichtet wird“, stellen Hawig und Kocks klar.

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