Kläranlage Bocholt (Foto: © Entsorgungs- und Servicebetrieb Bocholt)
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Bocholt. ESB: Haare gehören nicht in den Abfluss

Der Lockdown sorgt für Einschränkungen aber auch für Probleme, die es vor der Corona-Pandemie in dieser Form nicht gab: So verzeichnen die Beschäftigten des Entsorgungs- und Servicebetriebes (ESB) aktuell auf der städtischen Kläranlage in Mussum einen erhöhten Wartungsaufwand bei den Filteranlagen. Der ESB appelliert an die Bevölkerung, Haare über den Hausmüll zu entsorgen.

„Normalerweise“, so der technische Betriebsleiter Heinz Welberg, „reinigt das Betriebspersonal der Stadtentwässerung die Filteranlagen im wöchentlichen Intervall.“ Nach Rückmeldung von Andreas Wehren, dem Leiter der Bocholter Kläranlage, hat sich dieser Aufwand stark erhöht. „Aktuell müssen wir alle zwei Tage die Filter von bestimmten Anlagen ausbauen und reinigen, da sich Haare um die Filterkörbe legen und diese verstopfen.“

Im Normalbetrieb sind die Haare im Abwasser unproblematisch. Der ESB vermutet, dass aufgrund der Schließung der Friseursalons die Bocholterinnen und Bocholter vermehrt selber zur Schere greifen. “Die Haare dann aber über die Toilette zu entsorgen ist dabei der falsche Weg”, so Welberg. Genauso wie Medikamentenreste, Binden, Windeln oder Essensreste hätten auch Haare in der Kanalisation nichts zu suchen.

Hier erfolgt die Entsorgung, wie bei den anderen genannten Müllarten, über den Hausmüll. Detaillierte Informationen können bei der Abfallberatung des ESB unter Tel. 02871 2463-24 zu erfragt werden. “Letztlich dient die richtige Entsorgung nicht nur einem reibungslosen Betreib der Kläranlage, sondern ist auch aktiver Gewässerschutz, da vor allem Medikamentenrückstände aber auch andere Schadstoffe die Kläranlagen passieren und im natürlichen Wasserkreislauf landen könnten”, erklärt Welberg.

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